Heinz Günter Viehe

deutscher Chemiker (Organische Chemie) From Wikipedia, the free encyclopedia

Heinz Günter Viehe (* 17. Juni 1929 in Bielefeld; † 2. Oktober 2010 in Beersel, Belgien) war ein deutscher Chemiker (Organische Chemie).

Viehe studierte ab 1949 an der TU Braunschweig (Diplom 1953)[1] und in Paris (Sorbonne), 1955 wurde er in Braunschweig zum Dr. rer. nat. promoviert. Als Post-Doktorand war er von 1956 bis 1959 Assistent in den Vereinigten Staaten von Amerika an der Harvard University in Cambridge. 1958 bis 1969 ging er Forschungstätigkeiten bei Union Carbide Europe in Brüssel nach. 1965 habilitierte er sich in Nürnberg mit einer Arbeit über Heterosubstituierte Acetylene und begann als Privatdozent seine Lehrtätigkeit an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1969 wurde er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der Universität Löwen (später an der 1972 ausgegründeten Université catholique de Louvain in Louvain-la-Neuve).

Er untersuchte den Einfluss von Substituenten auf die Reaktivität von Mehrfachbindungen, Chemie von Acetylenen bzw. von Nitro- und Fluoracetylenen, Kumulene und Radikalreaktionen sowie mit Phosgenimoniumsalzen und ist für die ersten praktikablen Synthesen von Inaminen (Amine mit Alkinylgruppe) und Inamiden (entsprechende Amide) bekannt (1963).[2] 1977 wurde er Mitglied der Leopoldina.

Heinz Günter Viehe war protestantisch, heiratete 1956 in den Vereinigten Staaten Helga Ebeling und hatte drei Kinder (Johannes, Axel und Carola).

Schriften (Auswahl)

  • The chemistry of acetylenes. Marcel Dekker, New York 1969.
  • als Hrsg. mit Horst Böhme: Iminium Salts in Organic Chemistry. 2 Bände. Wiley 1976–1979.
  • als Hrsg.: Substituent effects in radical chemistry. Proceedings of the NATO Advanced Research Workshop on Substituent Effects in Radical Chemistry. Louvain-la-Neuve, Belgium, January 20 - 24, 1986. Reidel, 1986.
  • Synthesis of substituted acetylenic compounds. In: Angewandte Chemie Int. Ed. Band 2, 1963, S. 477.
  • Inamine aus Halogenalkinen und tertiären Aminen. In: Angewandte Chemie. Band 76, 1964, S. 537–538.
  • Synthese und Reaktionen der Alkinylamine. In: Angewandte Chemie. Band 79, 1967, S. 744–755.
  • Reaktionen der Inamine mit Iminiumsalzen. In: Angewandte Chemie. Band 81, 1969, S. 702–704.
  • Valenzisomere des (substituierten) Benzols. In: Angewandte Chemie. Band 77, 1965, S. 768–773 (Vortrag zur Eröffnung der 100-Jahre-Kekulé-Ausstellung Gent).

Literatur

  • Viehe, Heinz-Günter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1280.
  • Eintrag in Winfried Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller: Lexikon bedeutender Chemiker. Harri Deutsch, 1989.
  • Léon Ghosez, Istvan Marko: Nachruf in Angewandte Chemie Int. Ed.. 50, 2011.

Einzelnachweise

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