Heinz Jürgen Schneider

deutscher Rechtsanwalt und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Heinz Jürgen Schneider (* 13. November 1954 in Schenefeld) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Autor.

Heinz Jürgen Schneider, 2025

Ausbildung und Tätigkeit als Anwalt

Nach Studium an der Universität Hamburg von 1973 bis 1978 und Promotion zur Politik der inneren Sicherheit 1983 war Schneider von 1984 bis 2014 Rechtsanwalt. Als Strafverteidiger trat er häufig in politischen Verfahren auf und vertrat u. a. Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Roten Armee Fraktion (RAF) sowie Christian Klar[1] in dessen Entlassungsverfahren. In einem Anwaltsteam verklagte er die BRD auf Schadensersatz für die Toten des Nato-Luftangriffes auf die serbische Stadt Varvarin während des Krieges 1999. Eine Strafanzeige gegen Recep Tayyip Erdoğan stellte er 1999 wegen Kriegsverbrechen. Er nahm auch an Menschenrechtsdelegationen nach Indien und in die Türkei teil.[2]

Autor

Seit 2002 ist Schneider Autor von Kriminalromanen. Er verfasste auch ein Sachbuch über fortschrittliche Anwälte in der Weimarer Republik. Die Kriminalromane sind um das Jahr 1933 oder in der Nachkriegszeit angesiedelt. In ihnen sind Zeitgeschichte, Politik und das gesellschaftliche Leben in Deutschland mit der Handlung eng verwoben. Der auf Quellenstudium basierende Roman Rote Marine spielt im Hamburg von 1931 bis 1933; die Handlung setzt auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise 1931 und dem Mord an dem KPD-Abgeordneten Ernst Henning ein und schildert das Schicksal von vier Protagonisten im antifaschistischen Milieu vor dem Hintergrund der zunehmenden Faschisierung und des Widerstands gegen diese Entwicklung.

Heinz Jürgen Schneider lebt in Hamburg.

Veröffentlichungen

Aufsätze (Auswahl)

  • Staatliche Sicherheitspolitik als Systemschutz, in: Martin Kutscha/Norman Paech, Totalerfassung, Pahl-Rugenstein, Köln 1986
  • Vom Adenauer-Erlaß zum Staatstrojaner, in: Stuart Price, Fesseln spürt wer sich bewegt. Überwachung, Repression und Verfolgung im neolioberalen Staat, Laika Verlag, Hamburg 2012
  • Varvarin und die deutschen Gerichte, in: Gabriele Senft, Die Brücke von Varvarin, Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2014
  • Wehrverband an der Wasserkante – Seeleute, Hafenarbeiter und Soldaten in der Roten Marine. in: René Senenko (Hg.): "Mit revolutionären Grüßen" – Postkarten der Hamburger Arbeiterbewegung 1900–1945 für eine Welt ohne Ausbeutung, Faschismus und Krieg. VSA Hamburg 2022, S. 172–174, 3 Abb.

Einzelnachweise

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