Heinz Liebing

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Heinz Liebing (* 13. Juli 1920 in Leipzig; † 6. Juni 2003) war ein deutscher Kirchenhistoriker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Schulbesuch in Leipzig und der Reifeprüfung am Gymnasium St. Augustin in Grimma (ehemals Fürsten- und Landesschule) 1938 war Heinz Liebing nach dem Wehrdienst Soldat im Zweiten Weltkrieg. Sein 1942 an der Universität Leipzig begonnenes Studium der Evangelischen Theologie, Geschichte, Lateinischen Philologie und Philosophie setzte er von 1945 bis 1950 an den Universitäten Münster, Tübingen und Genf fort. Im Jahre 1950 legte er das theologische Fakultätsexamen an der Eberhard Karls Universität ab und war dort ab 1952 als wissenschaftlicher Assistent tätig. 1953 promovierte er zum Dr. theol. mit einer Dissertation über „Die Schriftauslegung Sebastian Castellios“. 1957 habilitierte er sich an dieser Universität für Kirchen- und Dogmengeschichte und lehrte dort bis 1970 als Dozent bzw. außerplanmäßiger Professor. Nach einer Professur an der Universität Lausanne von 1970 bis 1972 arbeitete er bis 1974 als Wissenschaftlicher Rat und Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahre 1974 übernahm er eine ordentliche Professur für Kirchengeschichte an der Universität Marburg. 1987 wurde er emeritiert.

Heinz Liebing veröffentlichte vor allem zum Humanismus, der Renaissance und der Reformation.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ferdinand Christian Baurs Kritik an Schleiermachers Glaubenslehre. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche, Bd. 54 (1957), H. 2, S. 225–243.
  • Zwischen Orthodoxie und Aufklärung. Das philosophische und theologische Denken Georg Bernhard Bilfingers. Mohr, Tübingen 1961 (= Habilitationsschrift Universität Tübingen).
  • Die Ausgänge des europäischen Humanismus. In: Heinz Liebing (Hrsg.): Geist und Geschichte der Reformation. Festgabe Hanns Rückert zum 65. Geburtstag dargebracht von Freunden, Kollegen und Schülern (= Arbeiten zur Kirchengeschichte, Bd. 38). de Gruyter, Berlin 1966, S. 357–376.
  • (mit Hans-Joachim Birkner u. Klaus Scholder): Das konfessionelle Problem in der evangelischen Theologie des 19. Jahrhunderts. Mohr, Tübingen 1966.
  • Perspektivische Verzeichnungen. Über die Haltbarkeit der fable convenue in der Kirchengeschichte. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, Bd. 79 (1968), S. 289–307.
  • (Hrsg.): Die Marburger Theologen und der Arierparagraph in der Kirche. Eine Sammlung von Texten aus den Jahren 1933 und 1934 aus Anlaß des 450-jährigen Bestehens der Philipps-Universität Marburg. Elwert, Marburg 1977, ISBN 3-7708-0578-X.
  • Sola scriptura – die reformatorische Antwort auf das Problem der Tradition. In: Carl-Heinz Ratschow (Hrsg.): Sola scriptura. Ringvorlesung der Theologischen Fakultät der Philipps-Universität. Elwert, Marburg 1977, S. 81–95, ISBN 3-7708-0588-7.
  • Die Marburger theologische Fakultät im preußischen Staate. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, Bd. 28 (1977), S. 42–55.
  • Humanismus – Reformation – Konfession. Beiträge zur Kirchengeschichte. Hrsg. von Wolfgang Bienert u. Wolfgang Hage (= Marburger theologische Studien, Bd. 20). Elwert, Marburg 1986, ISBN 3-7708-0835-5 (enthält u. a. auch seine Dissertation an der Universität Tübingen, S. 11–124).
  • Reformanspruch und Reformangebot im italienischen Renaissance-Humanismus (Lorenzo Valla). In: Hanns Kerner (Hrsg.): Humanismus und Theologie in der frühen Neuzeit (= Pirckheimer-Jahrbuch, Bd. 8). Carl, Nürnberg 1993, S. 41–56, ISBN 3-418-00366-4.

Einzelnachweise

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