Hekatron

Unternehmen im Markt des anlagentechnischen Brandschutzes From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Hekatron Vertriebs GmbH (Hekatron Brandschutz) ist ein deutsches Unternehmen, das im Markt des anlagentechnischen Brandschutzes tätig ist und am Standort Sulzburg alle ihre Produkte durch die Schwestergesellschaft Hekatron Technik GmbH produzieren lässt. Das Unternehmen ist Teil der Schweizer Securitas Gruppe.

Schnelle Fakten
Hekatron Unternehmen
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1963
Sitz Sulzburg, Deutschland Deutschland
Leitung Petra Riesterer

Arno Hohmann

Daniel Liechti Securitas Gruppe

Mitarbeiterzahl 1.030 (2025)[1]
Umsatz 230 Mio. Euro (2024)[1]
Branche Sicherheitstechnik
Website www.hekatron-brandschutz.de
Stand: 2025
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Hekatron Brandschutz arbeitet als Mitglied im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in verschiedenen Gremien an nationalen und internationalen Normen mit. Der Name des Unternehmens ist ein Kofferwort aus Hekate, der griechischen Göttin, und „elektronisch“.[2]

Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen 1963 in Bielefeld als Pyrotector Europe GmbH.[3] Dabei handelte es sich um ein amerikanisch-deutsches Joint-Venture zum Vertrieb amerikanischer Brandmelder auf dem europäischen Markt.[4]

Ernst-Leitz-Schule, ehemaliger Firmensitz

Im folgenden Jahr zog das Unternehmen nach Sulzburg in Baden-Württemberg, wo es zunächst in einigen Räumen der Ernst-Leitz-Schule unterkam, während in den anderen Räumen weiterhin der Unterricht lief.[5] Von den zwölf Beschäftigten des Bielefelder Unternehmens waren drei nach Sulzburg mitgezogen.[6]

1965 wurde Hekatron Mitglied der Schweizer Securitas-Gruppe.[3] 1969 wurden ein Umsatz von über einer Million D-Mark erwirtschaftet.[6] 1971 folgte der Umzug in den heutigen Sitz außerhalb der Stadt, dessen Fertigungsbereich bereits drei Jahre später erweitert werden musste.[6]

1978 folgten nach ausgelaufenem Vertrag die Trennung vom amerikanischen Lizenzgeber Pyrotector,[6] die Namensänderung in Hekatron und die mehrheitliche Beteiligung durch die Securitas-Gruppe, bevor Hekatron 1993 vollständig in die Securitas-Gruppe integriert wurde.[3]

Hekatron Zentrale in Sulzburg

Im Jahr 2001 entstanden aus der Ursprungsfirma die Vertriebs und die Technik GmbH. Die beiden Hekatron-GmbHs beschäftigen derzeit etwa 1030 Mitarbeiter. Im Juni 2025 waren davon etwa 33 Auszubildende.[7]

Hekatron auf der Security 2006

Unternehmensstruktur

Die Hekatron Vertriebs GmbH (bekannt als Hekatron Brandschutz) und Hekatron Technik GmbH (bekannt als Hekatron Manufacturing) sind zwei unabhängige Unternehmen. Sie gehören gemeinsam zur Securitas Gruppe aus der Schweiz und haben ihren Firmensitz am Standort Sulzburg. Hekatron Brandschutz konzentriert sich auf Produkte und Dienstleistungen für den Brandschutz, während Hekatron Manufacturing ein Unternehmen im Bereich Bestückung und Montage von elektronischen Produkten, mit Schwerpunkten in der Industrieelektronik und dem Automobilsektor, ist.

Die Geschäftsführung der Hekatron Vertriebs GmbH übernahm Petra Riesterer[8] im Januar 2022. Arno Hohmann[9] leitet seit 2023 die Hekatron Technik GmbH.[10]

Produkte

Noch als Pyrotector Europe entwickelte das Unternehmen 1967 die erste vollautomatische Feststellanlage für Feuerschutzabschlüsse mit auslösenden optischen Rauchschaltern. In Sulzburg beginnt die Entwicklung des ersten Streulicht-Rauchmelder Europas, dessen Markt zu dieser Zeit vom Ionisationsrauchmelder Cerberus beherrscht wurde.[11] Diese Rauchmelderserie 130 verhalf dem Unternehmen nach eigenen Angaben 1982 zum Durchbruch im europäischen Markt.[3]

Im Jahr 1984 folgte die erste mikroprozessorgesteuerte Brandmelderzentrale des Herstellers, bevor 1988 die Melderserie 140 eingeführt wurde. Dabei handelte es sich um die erste Melderserie mit Auswertung der Messkammerverschmutzung und mit Trendanalyse.[3]

Nach dem im Jahr 2000 präsentierten ersten optischen Rauchschalter ORS 142 mit Messkammerüberwachung, Alarmschwellennachführung und Verschmutzungsanzeige, folgte 2006 die Präsentation des ersten Hybridmelders mit Cubus-Nivellierung, der sich dynamisch den Umgebungsbedingungen anpasst. 2008 stellte Hekatron auf der Messe Security in Essen den ersten FET-Gassensor für Brandmelder vor.[3]

Vollautomatische Rauchwarnmelderproduktion am Standort Sulzburg

Generell vertreibt Hekatron Brandschutz folgende Produkte:

Digitale Lösungen (HPlus)

HPlus ist das digitale Dienstleistungs- und Produktportfolio der Hekatron Vertriebs GmbH. Es ergänzt klassische Brandschutzlösungen durch Software und Services für Planung, Installation, Wartung und Dokumentation.

Zu den Anwendungen gehören:

  • Mein HPlus: Zugang zu digitalen Dienstleistungen und Lizenzverwaltung[12][13]
  • HPlus Office: Software für Inbetriebnahme und Instandhaltung[14]
  • HPlus Service-App: Mobile Lösung für Wartungsdokumentation[15][16]
  • HPlus Remote: Fernzugriff auf Brandmeldeanlagen[17][18][19]
  • HPlusStatus: Alarm- und Störungsmanagement[20][21]
  • Integral Scan App: Identifikation von Komponenten[22][23][24]
  • Ausschreibungsassistent: Erstellung normgerechter Ausschreibungstexte[25]
  • Stromberechnungstool: Planung von Stromversorgungen[26][27]
  • Dongle-Verwaltung: Organisation und Aktivierung von Softwarelizenzen
  • OMS-Keyverwaltung: Generierung von Keys für die Abfrage von Ferninspektionsmeldern der KonexXt-Serie.
  • Weiterbildung & Webinare: Die Inhalte umfassen Brandmeldeanlagen, Sonderlöschsysteme, Feststellanlagen und Rauchwarnmelder. Ergänzend werden Schulungen zu Verkauf, Kommunikation und für Quereinsteiger angeboten. Die Angebote erfolgen in Form von Seminaren, Workshops und Webinaren.[28]

Ausbildung

Seit 1985 engagiert sich Hekatron in der beruflichen Ausbildung. Das Unternehmen bietet Programme in technischen und kaufmännischen Berufsfeldern sowie duale Studiengänge an. Im Jahr 2025 feierte Hekatron 40 Jahre Ausbildung. Insgesamt haben 144 Auszubildende und Studierende ihre Ausbildung abgeschlossen, davon sind 117 weiterhin im Unternehmen tätig. Aktuell befinden sich 37 Personen in Ausbildung.[29][30]

Sie bieten Ausbildungen in folgenden Bereichen an.

Technische Ausbildung

  • Industrieelektriker/-in[29]
  • Elektroniker/-in für Geräte und Systeme[29][31]

Kaufmännische Berufe

IT Berufe

  • Fachinformatiker/ -in[29]

Duale Studiengänge

Auszeichnungen

  • 1995: Prix Européen d'Inventions für einen Hekatron-Entwicklungsingenieur für die Entwicklung eines punktförmigen Rauchmelders nach dem Durchlichtprinzip[3]
  • 2007: GIT-Sicherheit-Award für den Hybridmelder SecuriStar H mit Cubis-Nivellierung[3]
  • 2009: GIT-Sicherheit-Award für den Rauchwarnmelder Genius Hx[3]
  • 2010: GIT-Sicherheit-Award für die Brandmelderzentrale Integral IP[3]
  • 2013: GIT-Sicherheit-Award für die IACmobile App zum Zugriff auf die Brandmelderzentrale Integral IP[35]
  • 2013: Testsieger Stiftung Warentest für Genius Hx in der Kategorie “Funkvernetzbare Rauchmelder”[36]
  • 2016: Testsieger Stiftung Warentest für Genius Plus X in der Kategorie „Funkvernetzbare Rauchmelder“[37]
  • 2020: Testsieger Stiftung Warentest für Genius Plus Edition und Genius Plus X Edition[38]
  • 2024: "Top 100" der innovativsten Firmen des deutschen Mittelstands[39]

Literatur

Commons: Hekatron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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