Helen Bickham
Mexikanische Malerin
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Helen Bickham (* 9. Juni 1935 in Harbin, Mandschurei, China; † 30. September 2024) war eine mexikanische Malerin. Sie arbeitete mit verschiedenen Techniken wie Aquarell, Öl, Tusche, Lithografie, Radierung und Prägung und ihre Werke wurden in über 300 Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.[1][2][3]
Leben und Werk
Bickham ist die Tochter einer ukrainisch-asiatischen Mutter und eines US-amerikanischen Vaters. Sie lebte bis zu ihrem siebten Lebensjahr in China, Japan und auf den Philippinen. Ihr Vater war ein amerikanischer Soldat, der im Zweiten Weltkrieg fiel, als sie erst acht Jahre alt war. Daraufhin beschloss ihre Mutter, in die Vereinigten Staaten zu ziehen, zunächst nach Virginia und dann nach San Francisco, wo sie in einem Flüchtlingslager lebten.
Sie studierte an der Universität Berkeley Geisteswissenschaften und Philosophie. Nach ihrer Heirat bekam sie zwei Kinder und ließ sich scheiden. Auf Einladung ihrer Freundin, der Schriftstellerin und Aktivistin Margaret Randall, kam sie 1962 nach Mexiko und beschloss sich dort niederzulassen, um ihren beiden Kindern eine umfassendere Bildung zu ermöglichen. Sie arbeitete in Mexiko als zweisprachige Gymnasiallehrerin und begann ihre Karriere als Künstlerin. Mitte der 1960er-Jahre war sie Mitbegründerin der Sprachschule am Nationalen Polytechnischen Institut.[4][5]
Ihre erste Ausstellung fand 1963 statt, wobei sie 1975 als den Beginn ihrer professionellen Karriere betrachtete, da sie sich erst ab diesem Zeitpunkt voll und ganz der Kunst widmen konnte. Zeitweise verbrachte sie ein Jahr in Großbritannien und stellte in London als mexikanische Künstlerin aus.
Einige ihrer Werke sind in einer von Bickham so genannten Handprägetechnik gefertigt. Indem sie die Formen nur mit den Händen, ohne Werkzeuge, ins Papier drückte, schuf sie weiß-auf-weiße Bilder und die Figuren sind mit dieser Methode plastisch herausgearbeitet. Manche Formen weisen keine klaren Konturen auf, wie sie bei einer maschinellen Drucktechnik zu erkennen wären. Eine Serie ihrer Ölgemälden ist den in Ciudad Juárez und anderen Städten ermordeten Frauen gewidmet.[6]
Ihre Gemälde, Zeichnungen und Drucke wurden in über 300 Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Mexiko, den USA, England, der Schweiz, Venezuela gezeigt. 1997 wurde sie aktives Mitglied des Salón de la Plástica Mexicana (Mexikanischer Salon für Bildende Kunst).[7][8]
Bickham starb 2024 im Alter von 89 Jahren.
Literatur
- Luis Carlos Emerich: Helen Bickham: Tras El Tiempo. Fundacion Cultural Trabajadores de Pascual y del Arte, Mexico, D.F., 2003.