Helen Tippett

australisch-neuseeländische Architektin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Helen Margaret Tippett OBE (geboren am 23. März 1933 in Warragul, Victoria, Australien als Helen Margaret O’Donnell; gestorben 11. Februar 2004 in Wellington, Neuseeland) war eine Architektin und Hochschullehrerin in Australia und Neuseeland. Sie war die erste Architekturprofessorin in Australasien und die erste Frau die Dekan an der Victoria University of Wellington wurde. 1989 wurde sie als erste Frau Präsident des New Zealand Institute of Architects.

Jugend, Familie und Ausbildung

Sie besuchte die Geelong Church of England Girls’ Grammar School, The Hermitage.[1] Anfang der 1950er Jahre studierte sie Architektur an der Universität Melbourne, wo ihre Kommilitonen sie als engagierte, lösungsorientierte Studentin beschrieben.[2] Sie schloss ihr Studium 1954 mit dem Bachelor of Architecture mit Auszeichnung ab und erwarb 1974 einen Master of Business Administration in Melbourne, ebenfalls mit Auszeichnung.[1][3]

1953 verlobte sie sich mit dem Arzt George Henry King Tippett.[4] Das Paar heiratete und lebte mehrere Jahre in Alice Springs, wo George Tippett als leitender Arzt für den Royal Flying Doctor Service of Australia tätig war. Anschließend verfolgte George Tippett eine Karriere als Anästhesist und hielt sich deswegen mit seiner Familie mehrere Jahre in London und Beirut auf.[5] Das Paar hatte drei Kinder und ließ sich später scheiden.[1][6]

Karriere

Nach ihrem Universitätsabschluss arbeitete Helen Tippett im Studio von Robin Boyd. Nach ihrer Heirat begann sie eine mobile Praxis in Nord- und Zentralaustralien sowie in Sydney und Melbourne. Während des dreijährigen Aufenthalts der Familie in Beirut arbeitete sie an Projekten im Nahen Osten und kleidete sich wie ein Mann, wenn sie Baustellen besuchte.[6][7]

Tippetts akademische Laufbahn begann nach der Rückkehr aus Beirut 1969 an der Universität Melbourne, wo sie auf Einladung von Brian Lewis Entwurf, Praxis und Management unterrichtete. 1973 nahm sie Projektmanagement in den Lehrplan auf. 1975 übernahm sie die Leitung des Studiengangs Bauwesen.[8]

1979 wechselte sie an die Victoria University of Wellington (Te Herenga Waka), wo sie in den Anfangsjahren der Architekturfakultät von 1980 bis 1983 Dekanin war und gemeinsam mit dem Amtsvorgänger, Gerd Block, die Weichen für die Zukunft stellte.[1] Sie war die erste Professorin für Architektur in Australasien und die erste Dekanin der Victoria University. Später kehrte sie in die Praxis zurück und war Mitbegründerin des Architekturbüros The Architects Collaborative in Wellington.[6][7] Tippett setzte sich dafür ein, die Kommunikation mit der Bauindustrie zu verbessern. Unter dem Motto „realistisches Risikoverhalten“ trat sie in der Lehre dafür ein, wichtige Fehler der Vergangenheit, wie schlecht geplante und kostspielige Gebäude, zu vermeiden. Sie schlug den Behörden vor, sich an koordinierter Auftragsforschung zwischen der School of Architecture und Behörden wie Ministerium für Bauwesen und Entwicklung, der National Housing Commission, der Building Research Association of New Zealand (BRANZ) und des New Zealand Institute of Architects (NZIA).[8]

1989 wurde Tippett als erste Frau zur Präsidentin des NZIA gewählt.[8] Ihr Engagement zum guten und koordinierten Bauen führte zum Building Act 1991 und zur ersten offiziellen Bauordnung Neuseelands. Sie unterstützte außerdem bei der Gründung der National Association of Women in Construction (NAWIC).[7]

Auszeichnungen

Tippett erhielt 1989 eine Medaille des New Zealand Institute of Building[9] und wurde 1990 von der Master Builders Federation mit einem Leadership Award ausgezeichnet.[8] Für ihre Verdienste um die Architektur wurde sie 1994 anlässlich der Queen’s Birthday Honours zum Offizier des Order of the British Empire (OBE) ernannt.[10][1]

Tod und Vermächtnis

Tippett starb am 11. Februar 2004 in Wellington.[2][6][11] Im selben Jahr wurde ein Archiv mit von Tippett gesammeltem und produziertem Material an die Victoria University of Wellington übergeben.[12]

Die National Association of Women in Construction vergibt jährlich den nach ihr benannten Helen Tippett Award an eine Person oder Organisation, die „die Interessen von Frauen in der Bauindustrie gefördert hat“.[8]

Einzelnachweise

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