Helen Zimmern

englische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Helen Zimmern (* 25. März 1846 in Hamburg; † 11. Januar 1934 in Florenz[1]) war eine englische Schriftstellerin, Übersetzerin und Kunsthistorikerin.[2]

Helen Zimmern

Leben

Zimmern wurde in Hamburg als Tochter des jüdischen Textilkaufmanns Hermann Theodor Zimmern und seiner Frau Antonia Marie Therese Regina geboren. Vor allem aus politischen Gründen kam die Familie schon 1850 nach England, zuerst nach Nottingham und dann um 1860 nach London. Dort machte sie einen Abschluss an der Bayswater Schule. Bereits zuvor ab 18 Jahren begann sie ihren Lebensunterhalt selbst als Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin für Deutsch und Italienisch zu verdienen. Sie lieferte Beiträge für Zeitschriften wie The Examiner, The Spectator, Blackwood’s Magazine, Argosy, Athenaeum und Fraser’s Magazine.

Der erste literarische Beitrag hatte den Titel An Account of Goslar in the Hartz und erschien 1868 in der Wochenschrift Once a week, deren Mitarbeiterin sie wurde. Sie gab gesammelte Erzählungen unter den Titeln: Stories in precious stones (1873), Told by the ways (1874), Half-hours with French novelists (1881, 2 Bände) und Stories from foreign novelists (2. Auflage 1885) heraus.

Ab 1880 wandte sich Zimmern mehr kunst- und kulturhistorischen Themen zu. Dazu schrieb sie zahlreiche Bücher und Aufsätze und hielt Vorträge zu italienischer Kunst in deutscher und englischer Sprache.[3] Ab 1887 lebte sie in Florenz und veröffentlichte The Discourses of Joshua Reynolds. Danach folgten Abhandlungen über Sir Lawrence Alma-Tadema und The Story of the Nations. The Hansa Towns. Sie arbeitete nun auch für italienische Zeitschriften wie La Rassegna Settimanale und den Corriere della Sera und wird Herausgeberin der englischsprachigen Florence Gazette. Zudem war sie als Kulturkorrespondentin für deutsche und britische Kunstzeitschriften tätig, so für Die Kunst-Halle, Die Kunst für Alle, Die Münchner kunsttechnischen Blätter und World of Art.[4]

Weitere Arbeiten von ihr sind Schopenhauer, his life and philosophy (1876), die erste selbständige Darstellung des deutschen Philosophen in England, sowie ihre Lessing-Biographie: G. E. Lessing, his life and his works (1878; deutsch, Celle 1879), die auch in Deutschland Anerkennung fand. Sie übersetzte Lessings Hamburgische Dramaturgie (1879) und Stücke aus Firdusi (1883).

Während ihrer Zeit in Florenz begann Zimmern zunehmend, über die politischen Beziehungen zwischen Italien, Großbritannien und Deutschland zu schreiben. Antideutsche Gefühle drückte sie bereits in ihrem Beitrag Jewish Home Life in Fraser's Magazine 1881 aus. Sie kritisierte auch den Antisemitismus und die Judenverfolgung in Deutschland. 1933 wurde sie krank und starb 1934 in Florenz.[5]

Schriften (Auswahl)

  • Gotthold Ephraim Lessing: His Life and His Works, Longmans, Green, and Company, London 1878.
  • Jewish Home Life, Fraser’s Magazine N° 616, 04, 1881, S. 482–500.
  • Reynold, Joshua. Sir Joshua Reynolds’ Discourses, Walter Scott, London 1887.
  • The Life and Work of L. Alma Tadema, Art Journal Office, London 1888; George Bell, 1902.
  • Contemporary Italian Art. I. Modern Art 2, N° 1, 1894.
  • Contemporary Italian Art. II. Modern Art 2, N° 2, 1894.
  • A Modern Italian Sculptor, Art Journal 339, 1896.
  • The Work of Miss Bessie Potter, The Magazine of Art, 1900, S. 522–524.
  • Italy of the Italians, Pitman, London 1914.

Literatur

  • C. A. Creffield: Zimmern, Helen (1846–1934), translator and author, Oxford Dictionary of National Biography, 2004.
  • Caterina Del Vivo: Helen Zimmern: Corriere di Londra, 1884-1910, Fondazione Corriere della Sera, Mailand 2014.
  • Hays Frances: Zimmern, Helen. Essay. In Women of the Day, in: a Biographical Dictionary of Notable Contemporaries, S. 224, Chatto and Windus, Piccadilly, London 1885.
  • Hilary Fraser: Women and the Modelling of Victorian Sculptural Discourse, in: Visual Resources: An International Journal of Documentation, 33, N° 1/2, 2017, S. 74–93 (doi:10.1080/01973762.2017.1279877).
  • Marita Knödgen: Die frühe politische Nietzsche-Rezeption in Großbritannien, 1895–1914. Eine Studie zur deutsch-britischen Kulturgeschichte. Trier 1997 (uni-trier.de [PDF; 748 kB] Dissertation).
  • Mario Leis: Frauen um Nietzsche, rororo, Hamburg 2000, S. 100.
  • George Washington Moon: Men and Women of the Time: A Dictionary of Contemporaries, G. Routledge, London 1891 (13. Auflage).

Einzelnachweise

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