Helene Karmasin

österreichische Marktforscherin From Wikipedia, the free encyclopedia

Helene Karmasin (* 7. Dezember 1935 in Gablonz an der Neiße, Tschechoslowakei) ist eine österreichische Meinungsforscherin und Motivforscherin.[1][2]

Das Bild zeigt ein Foto der Motivforscherin Dr. Helene Karmasin, fotografiert von Sabine Hauswirth
Helene Karmasin

Sie war langjährige Leiterin des Instituts für Motivforschung und gründete das Institut Karmasin Behavioural Insights.[3][4][5] Sie publiziert zu Konsumverhalten, Verpackung, Marken-Codes, Körperbildern und visueller Kommunikation.[6]

Leben

Helene Karmasin wurde 1935 in Gablonz an der Neiße geboren.[7] Sie wuchs in Schleswig-Holstein auf.[8]

Sie studierte Psychologie, Soziologie und Linguistik in München, Wien und Leicester[9] sowie in weiteren geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern wie Ethnologie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Semiotik.[10][11]

Bis 1964 arbeitete Karmasin als Redakteurin bei der österreichischen Tageszeitung Die Presse, ehe sie in die psychologische Marktforschung wechselte.[12] Seit den 1960er-Jahren lebt und arbeitet sie überwiegend in Wien.[13]

Sie war mit dem Soziologen Fritz Karmasin verheiratet und hat zwei Kinder, die Meinungsforscherin und ehemalige Familienministerin Sophie Karmasin[14][15] und den Medien- und Kommunikationswissenschaftler Matthias Karmasin.[16]

Berufliche Laufbahn

Institut für Motivforschung und Österreichisches Gallup-Institut

Nach ihrem Wechsel in die Marktforschung 1964 war Karmasin zunächst in der psychologischen Marktforschung tätig. 1967 übernahm sie die Leitung des Instituts für Motivforschung. Dessen Tochterunternehmen ist das Österreichische Gallup-Institut, das sie gründete.[17][18][19]

Lehrtätigkeit und Fachengagement

1977 erhielt Karmasin einen Lehrauftrag an der Universität München; ab 1981 hatte sie einen Lehrauftrag für den Hochschullehrgang Werbung und Verkauf an der Wirtschaftsuniversität Wien.[20] Sie engagierte sich im Vorstand der Werbewissenschaftlichen Gesellschaft.[20] Daneben trat sie als Referentin auf, etwa zur Rolle von Marktforschung und Werbung in der Informationsgesellschaft.[21]

Karmasin Behavioural Insights

2015 gründete Karmasin das Institut Karmasin Behavioural Insights in Wien, das Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und Motivforschung für praktische Fragestellungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nutzbar machen soll.[22][23]

Das Institut berät Unternehmen und Institutionen zu Entscheidungsarchitekturen, Nudging-Strategien, Kommunikationskonzepten und Kampagnen, die auf empirischen Einsichten in das tatsächliche Verhalten von Konsumentinnen und Bürgern basieren.[24]

Bildmagie und visuelle Kommunikation

In späteren Jahren verlagerte Karmasin ihren Arbeitsschwerpunkt zunehmend auf Fragen visueller Kommunikation, Bildsemantik und Bildinszenierung. Sie gründete das Projekt Bildmagie, das Unternehmen, Institutionen und Führungskräfte in der Entwicklung und Analyse visueller Auftritte berät.[25]

Im Rahmen von Bildmagie untersucht Karmasin die „Codes“ der visuellen Kommunikation – also wiederkehrende Muster in Perspektive, Lichtführung, Farbwahl, Bildaufbau und Inszenierung, die bestimmte Bedeutungen und Emotionen beim Publikum erzeugen sollen.[26]

Forschungsschwerpunkte

Karmasins Arbeit verbindet qualitative Marktforschung, Tiefeninterviews, Gruppendiskussionen und projektive Verfahren mit semiotischer und kulturwissenschaftlicher Analyse.[27][28]

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

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