Helga Henschen
schwedische Malerin, Schriftstellerin und Illustratorin
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Anna Helga Henschen (* 23. Februar 1917 in Stockholm, Schweden; † 15. August 2002 in Sundbyberg, Stockholms län) war eine schwedische Malerin, Bildhauerin, Schriftstellerin und Illustratorin.

Familie
Henschen war eine Tochter des Medizinprofessors Folke Henschen (1881–1977) und seiner Ehefrau Signe Henschen. Ihre Großväter waren der Medizinprofessor Salomon Eberhard Henschen und der Unternehmer und Kunstsammler Ernest Thiel. Zu ihren vier Geschwistern gehörte der Illustrator Anders Henschen. Helena Henschen war eine Nichte, die Kunsthistorikerin Ingegerd Henschen-Ingvar und die Übersetzerin Dagny Henschen waren ihre Tanten.
Von 1943 bis 1947 war Henschen mit dem deutsch-schwedischen Schriftsteller Peter Weiss verheiratet. 1944 wurde die Tochter Randi-Maria (genannt Rebecca) geboren. Von 1961 bis 1965 war Henschen mit dem finnlandschwedischen Schriftsteller Ralf Parland verheiratet.
Leben
Henschen wuchs in der Villa Stora Rosenvik im Stockholmer Stadtteil Djurgården auf und besuchte die Wallinska skolan.[1] Nach dem Abitur studierte sie an den Malerschulen von Maj Bring und Otte Sköld und dann von 1940 bis 1945 an der Kunstakademie Stockholm, wo Peter Weiss einer ihrer Kommilitonen war. Ihre wichtigsten Lehrer waren Isaac Grünewald, Arvid Fougstedt und Sven Erixson. Sie hatte 1947 ihre erste Einzelausstellung in der Galerie von Louis Hahn in Stockholm, musste für den Lebensunterhalt aber eine Anstellung als Illustratorin beim Verlag Åhlén & Åkerlund annehmen, wo sie zunächst Zeitschriften illustrierte. Bald aber war sie auch als Illustratorin für Bücher gefragt.
Ihren Durchbruch als Bildhauerin brachte die Ausstellung in der Galerie Samlaren 1953. Es folgten Ausstellungen unter anderem im Eskilstuna Konstmuseum 1964, in der Liljevalchs konsthall 1972 und im Kulturhuset 1976. Zum 100. Geburtstag wurde ihr eine Jubiläumsausstellung in der Thielska galleriet gewidmet.[2]
Henschen lebte bis 1961 in Stockholm und zog dann mit ihrem zweiten Ehemann Ralf Parland und dem befreundeten Künstlerehepaar Elsa Munktell und Ulv Kylberg nach Turinge (heute zur Gemeinde Nykvarn). Ab 1976 lebte sie in Duvbo in der Gemeinde Sundbyberg.
Seit den 1960er Jahren war Henschen stark politisch aktiv. Sie trat in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei ein und engagierte sich gegen den Vietnamkrieg.
Werk

Henschen hinterließ ein sehr vielfältiges Werk. Ihre erste Auftragsarbeit hatte sie 1948 als Illustratorin für Evert Taubes Liedersammlung Ballader i det blå. Mit dem Liederbuch Gröna visboken hatte sie 1949 ihren ersten großen Erfolg; es folgten 1953 das Gula visboken und 1969 das Röda visboken. Ab 1951 illustrierte sie mehrere Kinderbücher ihrer Cousine Britt G. Hallqvist, ab 1953 von Gösta Knutsson. Daneben malte sie in Öl und Aquarell, schuf große, meist polychrome Skulpturen, zeichnete Karikaturen und Plakate. Sie ist mit einem Selbstporträt im Schwedischen Nationalmuseum[3] und mit mehreren Werken im Moderna Museet[4] vertreten. 1975 gestaltete sie die U-Bahn-Station Tensta. Für die Lunagallerian in Södertälje schuf sie 1978 die Fontäne Dafne.
Als Autorin debütierte Henschen 1951 mit Dårarna sjunger om natten, einem Bericht über eine Reise über verschiedene Mittelmeerinseln. Auch weitere Bücher (Vägen till Rebella, 1981 über ihre Kindheit und Jugend; Åren med Peter, 1991, über die Ehe mit Peter Weiss; Kvinna, konstnär, alltid Rebella, 1996, als Fazit ihres Lebens) sind autobiografisch. Die Gedichtsammlung Kom älva kom skälva kom häxa (1968) illustrierte sie mit eigenen Zeichnungen. Dazu kommen zwei Kinderbücher (Från Assar till Östen 1985, und Sagan om den konstiga soppan 1992) und mehrere Bände mit Karikaturen.
Literatur
- Barbro Werkmäster (red.): Helga Henschen i Sundbyberg. Sundbybergs stad 2009.
- Birgitta Holm: Som av fåglar genomflugen. Helga Henschen, bildmakare, multikonstnär och aktivist. Bonniers, Stockholm 2017.
Weblinks
- persönliche Homepage
- Birgitta Holm: Anna Helga Henschen. In: Svenskt kvinnobiografiskt lexikon
- Veröffentlichungen in der schwedischen Datenbank LIBRIS