Hellmut Trienekens
deutscher Unternehmer
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Hellmut Trienekens (* 15. Mai 1938 in Boxmeer, Niederlande; † 26. Oktober 2025 in Viersen-Süchteln[1][2]) war ein deutscher Unternehmer. Von 1968 bis 2002 war er Geschäftsführer und Vorstand der Trienekens AG beziehungsweise deren Vorläuferunternehmen.
Leben und Ausbildung
Seine frühe Kindheit verbrachte er in Süchteln (seit 1970 ein Stadtteil von Viersen). Während der Kriegsjahre lebte die Familie vorübergehend in Boxmeer. Nach Schule und Handelsschule in Viersen absolvierte Trienekens dort auch seine Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Er trat 1961 in das Unternehmen seines Vaters Mathias ein und übernahm es nach dessen Tod im Jahr 1968. In den folgenden Jahrzehnten baute er es zu einem in ganz Deutschland tätigen Entsorgungsunternehmen um. Er zog sich 2002 aus dem Unternehmerleben zurück und lebte als Privatier in Süchteln.
Hellmut Trienekens war verheiratet. Das Paar hatte drei Töchter.[1]
Berufliches Wirken
Mit 23 Jahren trat Hellmut Trienekens in das Unternehmen seines Vaters Mathias ein. Dieser hatte 1923 den „Heu- und Strohgroßhandel M. Trienekens“ gegründet.[3] Noch bis 1970 handelte das Unternehmen vor allem mit Heu und Stroh, das Bauern als Viehfutter und Papierfabriken für die Herstellung von Pappe einsetzten. Seit 1954 besaß das Unternehmen auch einen Müllwagen für die örtliche Hausmüllabfuhr und einen ersten Auftrag zur wöchentlichen Abfuhr des Mülls von 3000 Haushalten in Süchteln.
Nach dem Tod seines Vaters 1968 übernahm Hellmut Trienekens die Geschäftsführung. Trienekens errichtete ein modernes Entsorgungsunternehmen. Lag der Schwerpunkt dabei zunächst auf Transportdienstleistungen (Müllabfuhr), gehörten bald auch eigene Mülldeponien, Sortieranlagen sowie Labore für Abfallanalysen dazu, später auch Beteiligungen an Müllverbrennungsanlagen. Das Unternehmen expandierte im Laufe der Jahre durch Zukäufe zahlreicher lokaler Entsorgungsunternehmen kontinuierlich, vor allem im Rheinland. Um das Jahr 2000 galt das Unternehmen als größtes Entsorgungsunternehmen Deutschlands.[4]
Hellmut Trienekens gilt als Pionier eines systematischen Recyclings. Anfang der 1980er Jahre baute sein Unternehmen in Neuss die erste Rohstoffrückgewinnungsanlage Deutschlands.[4]
2002 zog sich Hellmut Trienekens aus dem aktiven Unternehmerleben zurück.[1] Die letzten 50 Prozent der Anteile seines Unternehmens hatte die Familie zuvor an die RWE Umwelt AG verkauft, mit der es bereits seit 1989 ein gemeinsames Joint Venture gab.
Im Zusammenhang mit beim Bau der Müllverbrennungsanlage Köln-Niehl geflossener Bestechungsgelder wurde 2002 ein Strafverfahren gegen die Beteiligten, unter anderen der Trienekens AG, eingeleitet. Gegen Hellmut Trienekens selbst wurde jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht vorgegangen.
2004 wurde Trienekens wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,7 Millionen Euro zu einer zweijährigen, zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von zehn Millionen Euro verurteilt. 2010 wurde er erneut verurteilt: wegen Untreue in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie einer Geldstrafe von einer Million Euro.[5]
Gesellschaftliches und soziales Engagement
Unter anderem ermöglichte Trienekens 1989 mit einer Unterstützung von zwei Millionen Mark die Sanierung des seit dem Zweiten Weltkrieg verfallenden Irmgardisstifts zum ersten Altenheim im Viersener Ortsteil Süchteln.[6] Außerdem unterstützte er den Neubau der Kreismusikschule[7] und den Bau des Vereinsheims des ASV Süchteln.[8]
Literatur
- Geschichte(n) aus 75 Jahren, Trienekens 1923-1998. Viersen 1998
- Weißbuch über das unternehmerische, gesellschaftliche und soziale Engagement des mittelständischen Unternehmers Hellmut Trienekens. Viersen 2004
Weblinks
- Dossier zu Hellmut Trienekens im Spiegel
- Der Mann, der Müll, die Korruption, Die Zeit 17. Februar 2005 von Eva-Maria Thoms