Hellmut Weishaupt
deutscher Pädagoge und Abgeordneter
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hellmut Weishaupt, vollständig Karl Alexander Eduard Franz Hellmut Weishaupt (* 18. Oktober 1895 in Heilsberg; † Dezember 1958) war ein deutscher Pädagoge und Abgeordneter.
Leben
Hellmut Weishaupt besuchte das Gymnasium in Erfurt bis zum Abitur Ostern 1913. Er studierte an den Universitäten Marburg und Tübingen. Von August 1914 bis Januar 1919 diente er als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg im 1. Großherzoglichen Hessischen Feldartillerie-Regiment Nr. 25 und wurde bis 1918 Leutnant und Batterieführer. 1921 bestand er das Staatsexamen in Marburg als Gymnasiallehrer für die Fächer Religion, Geschichte und Deutsch mit Auszeichnung.
Seine erste Stelle als Studienassessor erhielt er in Halle (Saale). 1923 kam er als Studienrat an die Oberschule zum Dom in Lübeck unter dem Reformpädagogen Sebald Schwarz.
Weishaupt war in seiner Marburger Studentenzeit Mitglied der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung sowie der Urzelle der im religiösen Sozialismus verwurzelten Neuwerk-Bewegung.[1] In Lübeck wurde er aktives Mitglied der SPD. Bei der letzten Bürgerschaftswahl in der Weimarer Republik vom 13. November 1932 wurde er Abgeordneter der Lübecker Bürgerschaft, die bis zum Verlust der Eigenstaatlichkeit Lübecks im Groß-Hamburg-Gesetz 1937 den Status eines Landesparlaments hatte.[2] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor er sein Mandat; zudem wurde er durch den neuen Kultursenator Ulrich Burgstaller am 29. April 1933 nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zwangspensioniert.
Weishaupt, der schon zuvor häufiger Referent an der evangelischen Heimvolkshochschule Wislade bei Lüdenscheid gewesen war,[3] entschied sich für ein Vollstudium der Evangelischen Theologie. Er bestand am 23. September 1936 die 1. und am 16. September 1937 die 2. Theologische Prüfung in Hamburg, wurde zum Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Hamburgischen Staate ordiniert und übernahm eine Pfarrstelle in Hamburg-Barmbek. Im Zweiten Weltkrieg leistete er wiederum Kriegsdienst, wurde aber als politisch nicht zuverlässig nur als Flakwehrmann eingesetzt.[4] Nachdem sein Pastorat schon 1942 durch einen Luftangriff zerstört worden war, erlebte er im Sommer den weitgehenden Untergang seiner Gemeinde in der Operation Gomorrha. Anschließend war er bei der Betreuung evakuierter Hamburger in der Oberpfalz eingesetzt.[5]
Zum 1. Januar 1946 kam er in den Lübecker Schuldienst zurück und wurde unter Beförderung zum Oberstudiendirektor zum Direktor des Katharineums ernannt. Zum 1. Januar 1949 wechselte er als Oberschulrat an das schleswig-holsteinische Kultusministerium in Kiel und wurde 1953 zusätzlich Lehrbeauftragter für Didaktik der höheren Schulen an der Universität Kiel.
Auszeichnungen
Werke
- Die katholische Kirche der Gegenwart. Leipzig: Quelle & Meyer 1926 (Religionskundliche Quellenbücherei)
- 2. verbesserte Auflage 1930
- Evangelische Frömmigkeit in unserer Zeit. Leipzig: Quelle & Meyer 1927 (Religionskundliche Quellenbücherei)
Literatur
- Hans Heinrich Mandel: Zwei Direktoren bauen das Katharineum wieder auf – Hellmut Weishaupt, Walter Schönbrunn. In: Festschrift zum 450jährigen Bestehen des Katharineums zu Lübeck 1981. Lübeck 1981, S. 58–66.
Weblinks
- Personalbogen von Hellmut Weishaupt in der Personalkartei der Gutachterstelle des BIL in der Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF)
- Eintrag in der Abgeordneten-Datenbank BIOSOP