Helmut Seckel

deutsch-amerikanischer Arzt From Wikipedia, the free encyclopedia

Helmut Seckel, (vollständiger Name Helmut Paul Georg Seckel; * 16. Mai 1900 in Berlin; † 13. April 1960 in Chicago) war ein deutsch-amerikanischer Kinderarzt und Hochschullehrer. Er war Erstbeschreiber des nach ihm benannten Seckel-Syndroms.

Helmut Paul Georg Seckel, um 1940

Leben

Seckel entstammte einer an bedeutenden Persönlichkeiten reichen Familie. Er wurde als erster Sohn des Juristen und Rechtshistorikers Emil Seckel und dessen Ehefrau Paula, geb. Hinschius, in Charlottenburg geboren.[1] Sein jüngerer Bruder war Dietrich Seckel, später Professor für ostasiatische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg. Helmut Seckel heiratete 1927 Margarete Felicia Blaschko (1902 bis 2003), eine Tochter des Dermatologen Alfred Blaschko und Schwester des Pharmakologen Hermann Blaschko.[2][3]

Helmut Seckel studierte von 1919 bis 1923 Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin, wo er 1925 mit einer Arbeit über erbliche Stoffwechselerkrankungen bei Diabetes mellitus promoviert wurde. Von 1925 bis 1931 arbeitete er als Assistenzarzt an den Universitätskliniken Berlin, Heidelberg, Hamburg und Köln. Seckel habilitierte sich 1932 in Köln bei Hans Kleinschmidt mit einer Arbeit zu Herz-Kreislauferkrankungen in der Pädiatrie. Von 1931 bis 1935 war er als Sekundärarzt an der Kölner Universitäts-Kinderklinik tätig.[4] Im selben Jahr wurde ihm seitens des ärztlichen Leiter der städtischen Gesundheitsverwaltung, zu der damals die Universität mit ihren Kliniken gehörte, nahegelegt, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen, um seine Stellung in der Klinik zu behalten. Als Seckel sich weigerte, wurde er zum 30. September 1935 ohne Angabe von Gründen entlassen.[5] Daraufhin erfolgte 1936 die schon länger geplante Emigration in die USA. Helmut und Margarete Seckel ließen sich in Chicago nieder, wo er bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1960 Professor of Pediatrics an der University of Chicago School of Medicine war. 1943 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger.[6][7]

Bedeutung

Helmut P. G. Seckel war einer der deutschen Wissenschaftler, deren Karriere in Deutschland durch das NS-Regime beendet wurde, der aber in den USA eine neue Heimat fand. Durch die Erstbeschreibung eines seltenen, angeborenen Minderwuchssyndroms, das als Seckel-Syndrom bekannt wurde und heute als Mikrozephaler Osteodysplastischer Primordialer Zwergwuchs Typ II (MOPDII) bezeichnet wird (historisch als Vogelkopf-Zwergwuchs), leistete er einen bleibenden Beitrag zu den medizinischen Wissenschaften.[8][9]

Werke

  • H.P.G. Seckel: Bird-Headed Dwarfs. Studies in Developmental Anthropology including Human Proportions. S. Karger Verlag, Basel — New York, 1960

Literatur

  • Seckel, Helmut. In: Michael Grüttner: Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse, de Gruyter/Oldenbourg, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 272.

Einzelnachweise

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