Hemidesmus indicus
Art der Gattung Hemidesmus
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Hemidesmus indicus ist die einzige Art der Pflanzengattung Hemidesmus innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie kommt in Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Myanmar bis ins nördliche Südostasien vor. In Indien ist sie bekannt als „Anantamul“ oder „Magrabu“ sowie im Englischen als „Indian Sarsaparilla“.[1]
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Hemidesmus indicus | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Hemidesmus | ||||||||||||
| R.Br. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Hemidesmus indicus | ||||||||||||
| (L.) W.T.Aiton |
Beschreibung



Vegetative Merkmale
Hemidesmus indicus wächst als immergrüne, verholzende Schlingpflanze. Die kahlen, schlanken, kriechenden bis kletternden Sprossachsen reichen ein paar Meter weit.
Die heteromophen und kurz gestielten Laubblätter sind gegenständig. Die ganzrandigen, meist spitzen oder bespitzten, selten stumpfen bis eingebuchteten, oft stachelspitzigen und meist kahlen Blätter sind eilanzettlich bis eiförmig oder lanzettlich bis lineallanzettlich bis verkehrt-eilanzettlich, -eiförmig, seltener elliptisch. Die Blätter sind bis zu 12 Zentimeter lang und die junger Sprossen sind manchmal weißlich panaschiert. An der Basis sind sie abgerundet bis leicht herzförmig oder stumpf bis spitz. Die kleinen Nebenblätter sind abfallend.
Generative Merkmale
In kurzen, paarigen bzw. gegen- und achselständigen, doldigen Blütenständen oder Büscheln befinden sich jeweis wenige kurz gestielte Blüten. Es sind jeweils verschiedene kleine, schuppige und dachige Tragblätter vorhanden.
Die relativ kleinenn und zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der kurz verwachsene Kelch besitzt spitze, eiförmige Zipfel. Die kurz verwachsenen, klappigen, eiförmigen, spitzen und fleischigen Kronblätter sind ledrig, innen wellig sowie purpur-rötlich bis orange-gelb, außen grünlich. Innen am Schlund sind kurze Schuppen, Hügel, vorhanden (Corona). Es sind freie, kurze Staubblätter und zwei oberständige, kurze Stempel vorhanden, die in einem Gynostegium zusammenstehen. Die Staubbeutel sind fast frei von der großen, flachen und fünfkantigen Narbe. Es sind Nektartaschen zwischen den Griffeln und Staubblättern vorhanden.
Die paarigen, abstehenden, gespreizten, kahlen Balgfrüchte sind bei einer Länge von 10 bis 12 Zentimetern spindelförmig und schlank; sie enthalten viele Samen. Die bei Reife dunkel-braunen Samen sind bei einer Länge von 6 bis 8 Millimetern länglich und besitzen einen langen Haarschweif.
Vorkommen
Die Art hat ursprüngliche Vorkommen in Pakistan, Indien, Assam, Bangladesch, Sri Lanka, im östlichen Himalaja, Myanmar, Malaysia, Kambodscha, Laos und Vietnam.[2]
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Periploca indica durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 211. Die Neukombination zu Hemidesmus indicus (L.) W.T.Aiton wurde 1811 durch William Townsend Aiton in Hortus Kewensis, 2. Auflage, Band 2, Seite 75 veröffentlicht. Die Gattung Hemidesmus wurde von Robert Brown 1810 in On the Asclepiadeae 45 aufgestellt.
Verwendung
Die schlanken, länglichen und leicht aromatischen Wurzeln werden medizinisch oder als Räucherwerk genutzt.[1][3] Aus den Wurzeln wird auch ein Sirup gewonnen, der zu Getränken verarbeitet wird oder in Chutneys verwendet. Die Wurzeln können als Ersatz für Sarsaparilla genutzt werden.
Literatur
- Eduard Winkler: Vollständiges Real-Lexikon der medicinisch-pharmaceutischen… Erster Band: A–L, Brockhaus, 1840, S. 745 f.
- Robert Bentley, Henry Trimen: Medicinal plants. Volume III, J. & A. Churchill, 1880, Nr. 174, archive.org.
- Joseph Dalton Hooker: The Flora of British India. Volume IV, Reeve, 1885, S. 1, 4 f, eingescannt auf biodiversitylibrary.org.
- P. N. Ravindran: The Encyclopedia of Herbs and Spices. Volume 1, CABI, 2016, ISBN 978-1-78639-114-8, S. 453–456.
- P. H. List, L. Hörhammer (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 4. Auflage, Fünfter Band, Chemikalien und Drogen (H–M), Springer, 1976, ISBN 978-3-642-65644-6 (Reprint), S. 48 f.