Hemidesmus indicus

Art der Gattung Hemidesmus From Wikipedia, the free encyclopedia

Hemidesmus indicus ist die einzige Art der Pflanzengattung Hemidesmus innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie kommt in Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Myanmar bis ins nördliche Südostasien vor. In Indien ist sie bekannt als „Anantamul“ oder „Magrabu“ sowie im Englischen als „Indian Sarsaparilla“.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Gattung ...
Hemidesmus indicus

Hemidesmus indicus

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Periplocoideae
Gattung: Hemidesmus
Art: Hemidesmus indicus
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Hemidesmus
R.Br.
Wissenschaftlicher Name der Art
Hemidesmus indicus
(L.) W.T.Aiton
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Beschreibung

Blütenstand
Jungpflanze mit Laubblättern
Wurzeln zum Verkauf

Vegetative Merkmale

Hemidesmus indicus wächst als immergrüne, verholzende Schlingpflanze. Die kahlen, schlanken, kriechenden bis kletternden Sprossachsen reichen ein paar Meter weit.

Die heteromophen und kurz gestielten Laubblätter sind gegenständig. Die ganzrandigen, meist spitzen oder bespitzten, selten stumpfen bis eingebuchteten, oft stachelspitzigen und meist kahlen Blätter sind eilanzettlich bis eiförmig oder lanzettlich bis lineallanzettlich bis verkehrt-eilanzettlich, -eiförmig, seltener elliptisch. Die Blätter sind bis zu 12 Zentimeter lang und die junger Sprossen sind manchmal weißlich panaschiert. An der Basis sind sie abgerundet bis leicht herzförmig oder stumpf bis spitz. Die kleinen Nebenblätter sind abfallend.

Generative Merkmale

In kurzen, paarigen bzw. gegen- und achselständigen, doldigen Blütenständen oder Büscheln befinden sich jeweis wenige kurz gestielte Blüten. Es sind jeweils verschiedene kleine, schuppige und dachige Tragblätter vorhanden.

Die relativ kleinenn und zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der kurz verwachsene Kelch besitzt spitze, eiförmige Zipfel. Die kurz verwachsenen, klappigen, eiförmigen, spitzen und fleischigen Kronblätter sind ledrig, innen wellig sowie purpur-rötlich bis orange-gelb, außen grünlich. Innen am Schlund sind kurze Schuppen, Hügel, vorhanden (Corona). Es sind freie, kurze Staubblätter und zwei oberständige, kurze Stempel vorhanden, die in einem Gynostegium zusammenstehen. Die Staubbeutel sind fast frei von der großen, flachen und fünfkantigen Narbe. Es sind Nektartaschen zwischen den Griffeln und Staubblättern vorhanden.

Die paarigen, abstehenden, gespreizten, kahlen Balgfrüchte sind bei einer Länge von 10 bis 12 Zentimetern spindelförmig und schlank; sie enthalten viele Samen. Die bei Reife dunkel-braunen Samen sind bei einer Länge von 6 bis 8 Millimetern länglich und besitzen einen langen Haarschweif.

Vorkommen

Die Art hat ursprüngliche Vorkommen in Pakistan, Indien, Assam, Bangladesch, Sri Lanka, im östlichen Himalaja, Myanmar, Malaysia, Kambodscha, Laos und Vietnam.[2]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Periploca indica durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 211. Die Neukombination zu Hemidesmus indicus (L.) W.T.Aiton wurde 1811 durch William Townsend Aiton in Hortus Kewensis, 2. Auflage, Band 2, Seite 75 veröffentlicht. Die Gattung Hemidesmus wurde von Robert Brown 1810 in On the Asclepiadeae 45 aufgestellt.

Verwendung

Die schlanken, länglichen und leicht aromatischen Wurzeln werden medizinisch oder als Räucherwerk genutzt.[1][3] Aus den Wurzeln wird auch ein Sirup gewonnen, der zu Getränken verarbeitet wird oder in Chutneys verwendet. Die Wurzeln können als Ersatz für Sarsaparilla genutzt werden.

Literatur

  • Eduard Winkler: Vollständiges Real-Lexikon der medicinisch-pharmaceutischen… Erster Band: A–L, Brockhaus, 1840, S. 745 f.
  • Robert Bentley, Henry Trimen: Medicinal plants. Volume III, J. & A. Churchill, 1880, Nr. 174, archive.org.
  • Joseph Dalton Hooker: The Flora of British India. Volume IV, Reeve, 1885, S. 1, 4 f, eingescannt auf biodiversitylibrary.org.
  • P. N. Ravindran: The Encyclopedia of Herbs and Spices. Volume 1, CABI, 2016, ISBN 978-1-78639-114-8, S. 453–456.
  • P. H. List, L. Hörhammer (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 4. Auflage, Fünfter Band, Chemikalien und Drogen (H–M), Springer, 1976, ISBN 978-3-642-65644-6 (Reprint), S. 48 f.
Commons: Hemidesmus indicus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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