Hend Sabri

tunesische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Hend Sabri (auch: Hend Sabry; arabisch هند صبري, DMG Hind Ṣabrī; * 20. November 1979) ist eine tunesisch-ägyptische Schauspielerin und Produzentin, die zu den profiliertesten Gesichtern des arabischen Kinos zählt.[1]

Hend Sabri

Leben

Sabry wuchs in Tunesien auf, studierte Jura und spezialisierte sich später auf Urheber- und Immaterialgüterrecht; nach dem Studienabschluss zog sie nach Ägypten, wo sie ihre Schauspielkarriere fortsetzte.[1] Als Botschafterin des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen setzte sie sich über dreizehn Jahre lang für den Kampf gegen den Hunger ein.[2] Im November 2023 legte sie diese ehrenamtliche Funktion aus Protest gegen den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe im Gaza-Krieg nieder.[3] Im Jahr 2019 gehörte sie beim Filmfestival von Venedig der Jury des Lion of the Future – Luigi De Laurentiis Venice Award for a Debut Film an.[4]

Wirken

Sabri spielte seit 1994 verschiedene Rollen in diversen tunesischen Filmen; mit dem Film Mothakarat Morahiqa (Tagebuch eines Jugendlichen, 2001) wurde sie ein bedeutender Filmstar in der arabischen Welt. Aufmerksamkeit erhielt sie als junge Alia in Moufida Tlatlis Samt al-Qusur (The Silences of the Palace, 1994).[5] Mit dem Film The Yacoubian Building wurde sie auch einem internationalen Publikum bekannt und spielt seither auch in französischen Produktionen mit. Einem großen Publikum wurde sie auch durch ihre Darstellung der Bothaina in Omaret Yakobean (The Yacoubian Building, 2006) bekannt.[6]

In Amr Salamas Asmaa (2011) spielte sie eine HIV-positive Frau; ihre Darstellung wurde auf Festivals vielfach ausgezeichnet.[7] Mit der Netflix-Serie Finding Ola (Die Suche nach Ola) knüpfte sie an die von Ghada Abdel Aal populär gemachte Figur Ola aus Ayza Atgawez an; die Serie startete am 3. Februar 2022. Im Jahr 2024 folgte eine zweite Staffel, bei der Sabry neben der Hauptrolle auch als ausführende Produzentin zeichnete.[8]

Im Jahr 2023 war sie in Kaouther Ben Hanias Les filles d’Olfa zu sehen. In Kaouther Ben Hanias Four Daughters (2023) verkörpert Sabry in nachgestellten Szenen die Mutter Olfa, während die realen Töchter sich selbst spielen.[9] Kritiken hoben hervor, wie diese Konstellation das Wechselspiel von Zeugenschaft, Erinnerung und Performance verdeutlicht.[9]

Für ihre kulturellen Verdienste wurde sie 2021 von Frankreich mit dem Rang Officier des Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet; bereits 2014 hatte sie den Rang Chevalier erhalten.

Einzelnachweise

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