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Henker-Museum Sissach

Museum in der Gemeinde Sissach im Kanton Basel-Landschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Henkermuseum Sissach ist ein privat geführtes Museum in der Gemeinde Sissach im Kanton Basel-Landschaft.[1] Es widmet sich der Darstellung und Erforschung der Geschichte der Strafjustiz, der Hinrichtungs- und Folterpraxis aus dem Mittelalter.[2] Das Museum bietet einen umfassenden Einblick in die historischen Methoden der Bestrafung, die Rolle des Henkers sowie die gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung der Todesstrafe.[3]

Schnelle Fakten Daten ...
Henkermuseum Sissach

Das Henkermuseum
Daten
Ort Sissach, Kanton Basel-Landschaft, Schweiz
Art
Historisches Themenmuseum
Eröffnung 1999
Leitung
Guido Varesi (Kurator)
Website
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Die Ausstellung umfasst überwiegend originale Objekte aus der Schweiz und dem europäischen Raum und wird von Fachkreisen als einzigartig in der Schweiz bezeichnet. Der Kurator Guido Varesi trug die Sammlung über Jahre hinweg durch Ankäufe von Privatpersonen, Auktionen und Museen zusammen.[1]

Untergebracht ist die Sammlung in einem historischen Ensemble an der Diegterbachbrücke, in einem Gebäude, das ursprünglich als Brückenzollhaus und später als Gefängnis genutzt wurde.[4] Die exponierte Lage direkt am Brückenkopf trägt zur besonderen Atmosphäre bei. Durch die Verbindung von historischen Räumen, authentischen Objekten und einer sachlich gestalteten Ausstellung gilt das Museum als wichtiger Beitrag zur Bewahrung kulturhistorischer Zeugnisse im Bereich der Rechtsgeschichte.

Die Türe des Henkermuseums

Das Henkermuseum wird von verschiedenen Tourismusorganisationen als eine bedeutende kulturelle Einrichtung gewürdigt und ist sowohl für wissenschaftlich Interessierte als auch für ein breites Publikum zugänglich.[2][5] Es ist an zwei Sonntagen im Monat nachmittags geöffnet.

Geschichte

Das Henkermuseum Sissach wurde 1999 eröffnet.[6] Gründer und Kurator ist Guido Varesi;[7] das Museum zeigt eine umfangreiche Sammlung von Gerätschaften des Strafvollzugs wie Fesseln, Folterinstrumente und Hinrichtungsutensilien.[2] Die Bestände des Museums bestehen überwiegend aus Originalobjekten zur Justizgeschichte und stammen aus verschiedenen Sammlungsquellen, die das Haus im Lauf der Jahre zusammengeführt hat.[1] Seit der Eröffnung wurde die Ausstellung schrittweise ergänzt; 2024/2025 führte das Museum eine Crowdfunding-Aktion zur Anschaffung eines seltenen Richtrads durch.[8] Im Jahr 2025 berichtete die regionale Presse über die Präsentation dieses Richtrads im Museum.[9] Das Museum gilt in der Region als eine bedeutende Institution zur Bewahrung kulturhistorischer Zeugnisse im Bereich der Justizgeschichte.[2]

Gebäude

Das Museum befindet sich an der Kirchgasse 2 in Sissach an der Diegterbachbrücke.[1] Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich diente es als Brückenzollstelle, später wurde es als Gefängnis genutzt. Archivalische Quellen belegen zudem eine Nutzung als Leichenhaus und als Schlachthaus.[4] Das Ensemble gilt als ein schützenswertes Kulturdenkmal im Inventar der Ortsbilder von nationaler Bedeutung und ist ein Beispiel für die Verbindung von Geschichte, Architektur und kultureller Nutzung.

Sammlung und Ausstellung

Die Ausstellung im Henkermuseum Sissach erstreckt sich über drei Etagen strukturiert.[4] Im Untergeschoss werden Kerkerwesen, Haft- und Folterinstrumente gezeigt, unter anderem Daumenschrauben, die sogenannte Folterbirne sowie Käfige, die exemplarisch für Haft- und Züchtigungspraxis stehen.[4] Im Erdgeschoss werden das Berufsbild des Henkers, unterschiedliche Formen der Todesstrafe sowie historische Hinrichtungspraktiken erläutert.[4] Im Obergeschoss werden die Hexenverfolgung und die Guillotine thematisiert. Ein eigener Bereich ist dem in Sissach geborenen Entfesselungskünstler Pius Buser gewidmet, der mit seinen Requisiten und Auftritten internationale Aufmerksamkeit erlangte.[4] Bereits 2014 umfasste die Sammlung rund 450 Objekte, darunter sowohl historische Objekte als auch kuriose und filmhistorische Stücke. Das Henkermuseum dokumentiert damit ein breites Spektrum der Straf- und Justizgeschichte, das von der mittelalterlichen Folterpraxis bis zu modernen kulturellen Bezügen reicht.[3]

Zu den Objekten des Museums zählen eine umfangreiche Sammlung von Richtschwertern, darunter ein Stück, das mit der Hinrichtung Anna Göldis (Glarus, 1782) in Verbindung gebracht wird.[4] Ein Folterkäfig wurde in der Filmproduktion verwendet, unter anderem in Tim Burtons Sleepy Hollow.[3] Auch die Requisiten aus dem Umfeld von Pius Buser (1898–1933)[4] sind nicht nur historische Zeugnisse, sondern verleihen dem Museum überregionale Aufmerksamkeit.

Direktor und Leiter des Museums ist Guido Varesi, Tätowierer und Künstler in Sissach.

Direktor des Henkermuseums Sissach Guido Varesi
Commons: Henker-Museum Sissach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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