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Henneguya zschokkei

Art der Gattung Henneguya From Wikipedia, the free encyclopedia

Henneguya zschokkei ist ein Parasit aus dem Taxon Myxozoa,[1] der bestimmte Lachsfische der Gattungen Oncorhynchus, Salmo und Coregonus befällt.[2][3] Er verursacht milchig erscheinende Flecken im Fleisch, genannt Tapioka-Krankheit (englisch tapioca disease).[4] Laut fishpathogens.net von der Oregon State University (OSU) ist der Artname ein Synonym für Henneguya salminicola Ward, 1919[4][5] (beide Namen werden auf GBIF jedoch getrennt geführt, allerdings mit unterschiedlichen Quellen[6][7]). Die Synonymisierung wird unterstützt von H. Buchtová et al. (2004);[8] ein weiteres Synonym ist Henneguya kolesnikovi Gurley, 1894.[9]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Henneguya zschokkei

Henneguya zschokkei in einem Lachs

Systematik
ohne Rang: Myxozoa
Klasse: Myxosporea
Ordnung: Bivalvulida
Familie: Myxobolidae
Gattung: Henneguya
Art: Henneguya zschokkei
Wissenschaftlicher Name
Henneguya zschokkei
(R.R.Gurley, 1894)
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Myxosporen von H. salminicola
Beispiel eines mit H. zschokkei infizierten Buckellachses.
Beispiel eines mit H. salminicola infizierten Silberlachses.

Henneguya zschokkei ist das erste mehrzellige Tier, das kein mitochondriales Genom (Mitogenom) und auch keine typischen Mitochondrien besitzt, d. h. es nutzt nicht die aerobe Atmung zur Energiegewinnung, sondern einen anderen, noch unbekannten Weg;[10] es atmet also keinen Sauerstoff.[11]

Während Eukaryoten üblicherweise auf aerobe Atmung angewiesen sind, haben einige Einzeller, die sich in hypoxischen Umgebungen entwickeln, diese Fähigkeit verloren. Die Mitochondrien dieser Organismen haben in Abwesenheit von Sauerstoff ihr gesamtes Genom oder Teile davon verloren. Wegen ihrer entwicklungsgeschichtlichen Verwandtschaft zu Mitochondrien nennt man diese MROs (englisch mitochondria-related organelles, wie etwa Hydrogenosomen und Mitosomen). Die Existenz von MROs bei mehrzelligen Tieren (Metazoa) ist dagegen äußerst ungewöhnlich.

Beschreibung

H. salminicola kommt in Fischen als eiförmige Spore mit zwei vorderen Polkapseln (englisch polar capsules) und zwei langen Schwanzanhängseln vor.[12] Die einzelnen Individuen haben einen Durchmesser von 3–6 mm und können an jeder Stelle der Muskelmasse gefunden werden. Der Parasit ist als Nesseltier ein entfernter Verwandter der Quallen.[11]

Wirte

Bekannte Wirte von H. zschokkei sind alle aus der Familie Salmonide (Lachsfische):[13]

Alle Vertreter stammen aus der Unterfamilie Salmoninae, bis auf den Lavaret (Unterfamilie Coregoninae).

Fehlen des Mitogenoms

Die anaerobe Natur von H. zschokkei wurde zufällig von Wissenschaftlern der Universität Tel Aviv entdeckt, die ihre Ergebnisse im Februar 2020 veröffentlichten.[10] Dorothee Huchon und Kollegen stellten fest, dass diesem Parasiten das mitochondriale Genom (Mitogenom) fehlt, dass sich also in den vorhandenen mitochondrienartigen Organellen (MROs) keine Erbsubstanz befindet.[14][15][10]

Siehe auch

  • Knutsjuka hos laxfisk. In: Statens Veterinärmedicinska Anstalt (SVA). (schwedisch).
  • Marianne Lebbad, Michael Willcox: Spores of Henneguya salminicola in Human Stool Specimens. In: Journal of Clinical Microbiology. 36. Jahrgang, Nr. 6, Juni 1998, S. 1820, doi:10.1128/JCM.36.6.1820-1820.1998, PMID 9620434, PMC 104934 (freier Volltext) (englisch).
  • Frederic F. Fish: Observations on Henneguya salminicola Ward, a Myxosporidian Parasitic in Pacific Salmon. In: The Journal of Parasitology. 25. Jahrgang, Nr. 2, 1939, S. 169–172, doi:10.2307/3272359 (englisch). JSTOR:3272359
  • Sharon C Clouthier, Derek J Gunning, Robert W Olafson, William W Kay: Antigenic characterization of Henneguya salminicola. In: Molecular and Biochemical Parasitology. 90. Jahrgang, Nr. 2, Dezember 1997, S. 543–548, doi:10.1016/s0166-6851(97)00200-4, PMID 9476801 (englisch).
  • Stojmir Stojanovski, Zoran Spirkoski, Miso Hristovski, Nikola Hristovski, Dijana Blazhekovikj - Dimovska: First finding of parasitic lesions caused by Henneguya zschokkei (Myxosporidia: Myxobolidae) in frozen market salmon in Macedonia. In: Journal of Hygienic Engineering and Design. 1. Jahrgang, 2012, S. 139–141 (englisch, edu.mk).

Einzelnachweise

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