Henriette Kohlrausch

Deutsche Botanikerin, Naturforscherin, Mitschreiberin der „Kosmos“-Vorlesungen von Alexander von Humboldt und Gesellschaftsdame der Königin Friederike (1781–1842) From Wikipedia, the free encyclopedia

Henriette Kohlrausch (geboren 12. Juli 1781[1][Anm. 1] in Hannover; gestorben 12. November 1842 in Hannover), geborene Eichmann, war eine in zeitgenössischen Berliner Gesellschaftskreisen bekannte Persönlichkeit und hatte Umgang mit Caroline und Wilhelm von Humboldt. Von ihr stammt die einzige derzeit bekannte Nachschrift der Kosmos-Vorlesungen, die Alexander von Humboldt zwischen 6. Dezember 1827 und 27. März 1828 im Haus der Sing-Akademie hielt.

Selbstportrait der Henriette, geborene Eichmann

Leben

Sie wurde als Tochter des Geheimen Finanzrats Johann Wilhelm Eichmann (1747–1829) und seiner Frau Male Eichmann in Hannover geboren, lebte jedoch mehrere Jahre in Berlin, wo sich ihre ältere Schwester Charlotte mit dem Verleger Daniel Friedrich Parthey vermählt hatte. In dieser Zeit lebte sie im sogenannten Nicolaihaus in der Brüderstraße Nr. 13, unterstützte ihre Schwester und deren Ehemann bei der Erziehung der Kinder Lili und Gustav Parthey, und führte als unverheiratete Frau dem Verleger und Buchhändler Friedrich Nicolai den Haushalt. 1815 heiratete sie den Mediziner Heinrich Kohlrausch, der Leibarzt von Caroline und Wilhelm von Humboldt unter anderem bei deren mehrjährigem Rom-Aufenthalt war. Zum Zeitpunkt der Kosmos-Vorlesungen 1827/28 war Heinrich Kohlrausch bereits verstorben.[2]

Henriette Kohlrausch galt als beschlagen in den Naturwissenschaften, speziell in der Botanik. Karl Sigismund Kunth, der über Jahre mit der Publikation der Sammlung von Pflanzen beschäftigt war, die Alexander von Humboldt von seiner amerikanischen Forschungsreise mitgebracht hatte, benannte nach ihr die Gattung Kohlrauschia.[3]

Die sehr begehrten Hörer-Karten für Humboldts Kosmos-Vorlesungen in der Sing-Akademie erhielt Henriette Kohlrausch möglicherweise durch Caroline von Humboldt. Die ohne Autorenangabe in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrte Nachschrift konnte neuerdings durch Schriftvergleich Henriette Kohlrausch zugeordnet werden. So aufschlussreich dieses Material heutzutage für die Forschung ist, konstatiert Dorothee Nolte, so wenig hielt Alexander von Humboldt selbst von solchen Nachschriften: „Nichts ist widerwärtiger, als publiziert zu sehen, was ein Gemisch von Gehörtem und Selbstzugesetztem ist.“[4]

Von König Ernst August von Hannover gestiftetes Grabmal der Henriette Kohlrausch, geborene Eichmann, auf dem Alten St.-Nikolai-Friedhof in Hannover

1837 zog Kohlrausch zurück nach Hannover und wurde enge Vertraute von Königin Friederike von Hannover. Kohlrauschs heute denkmalgeschütztes Grabmal wurde von König Ernst August von Hannover in Auftrag gegeben, um das besondere Verhältnis von Kohlrausch und Königin Friederike zu würdigen.[5]

Werke

Commons: Henriette Kohlrausch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Trotz Nennung des Vornamens in einem der beiden Inschriftenfelder wurde der Vorname in der Abschrift von Mahrenholtz wohl versehentlich nicht mit eingetragen

Einzelnachweise

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