Henry Jamison Handy

US-amerikanischer Schwimmer, Wasserballspieler und Filmpionier From Wikipedia, the free encyclopedia

Henry Jamison „Jam“ Handy (* 6. März 1886 in Philadelphia; † 13. November 1983 in Detroit) war ein US-amerikanischer Schwimmer, Wasserballspieler und Filmpionier. Bei den Olympischen Spielen 1904 belegte den dritten Platz über 440 Yards Brust. 1911 gründete er The Jam Handy Organization.

Henry Jamison Handy (1966)

Leben und Karriere

Henry Jamison Handy studierte kurz an der University of Michigan. Er trat außerdem für den Chicago YMCA, den Chicago AA und den Illinois AC an.[1] Als Mitarbeiter der Chicago Tribune trainierte er morgens um 3 Uhr, wenn die Zeitung fertig war. Um diese Zeit war er allein im Schwimmbad und konnte neue Dinge ausprobieren, ohne dass andere davon vor dem Wettkampftag etwas mitbekamen. Er erfand eine eigene Atemtechnik für Schwimmer, unterschiedliche Beinschläge für verschiedene Renndistanzen und eine andere Schlagtechnik im Rückenschwimmen. Handy war der erste, der Markierungen auf dem Beckenboden anbrachte, damit er sich auch unter Wasser orientieren konnte.[2]

Als Schwimmer nahm Handy an den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis teil. Er belegte den dritten Platz über 440 Yards Brust.[3] Über 880 Yards Freistil wurde er Sechster.[4] Außerdem nahm er an Handicap-Wettbewerben teil, die aus heutiger Sicht nicht zum olympischen Programm zählten. Ab 1907 war Handy dreimal in Folge Meister der Amateur Athletic Union auf der Langstrecke. Nachdem er seine Karriere als Wettkampfschwimmer beendet hatte, spielte er Wasserball. 1924 gehörte er zum erweiterten Kader für die Olympischen Spiele.

Handy war der erste, der Unterwasserfilmaufnahmen zur Stilkorrektur und Technikanalyse benutzte. Er gründete 1911 die The Jam Handy Organization, die Lehr- und Trainingsfilme produzierte. Diese Filme befassten sich nicht nur mit dem Schwimmsport, sondern beispielsweise auch mit dem Autofahren. Während des Ersten Weltkriegs nutzte die Jam Handy Corporation Zeichentrickanimationen, um Schulungsanleitungen für Maschinengewehrschützen, Artilleristen und Bediener elektrischer Geräte zu erstellen.[5] Im 1933 gründete Handy das erste Tonstudio in Detroit, in dem er auch eine Filmbiografie über das Leben seines Freundes Thomas Alva Edison drehte.[5] Handy war auch einer der Pioniere der Verwendung von Filmen, Filmstrips und Dias in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.[5]

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Handy für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar pro Jahr als Berater der US-Regierung und produzierte hunderte von Ausbildungs- und Motivationsfilmen.[5] Für diese Leistung wurde er 1948 von Harry S. Truman mit dem President’s Certificate of Merit ausgezeichnet.

1965 gehörte Handy zu den ersten 21 Personen, die in die International Swimming Hall of Fame (ISHOF) aufgenommen wurden.[2] Handy war der letzte lebende Medaillengewinner der Olympischen Spiele 1904.

Commons: Henry Jamison Handy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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