Henry Sugimoto
amerikanischer Maler der Issei-Generation
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Leben
Henry Sugimoto wurde 1900 in Wakayama geboren. Kurz nach seiner Geburt wanderten seine Eltern in die USA aus, weshalb er von seinen Großeltern aufgezogen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er als Yobiyose zu seiner Familie nach Hanford in Kalifornien. Er besuchte die Hanford High School und anschließend die University of California in Berkeley. Aufgrund seines Interesses für die Kunst wechselte er an die California School of Arts and Crafts, wo er sich auf Ölmalerei spezialisierte und 1928 mit Auszeichnung abschloss. Danach studierte er an der California School of Fine Arts.[2]
Im Jahr 1929 reiste er nach Paris, schloss sich dort japanischen Künstlerkreisen an und studierte an der Académie Colarossi. 1931 wurde eines seiner Werke für den Salon d’Automne angenommen. 1932 kehrte er nach Kalifornien zurück, wo ihm 1933 eine Einzelausstellung im Legion of Honor Museum in San Francisco gewidmet wurde. 1934 heiratete er Susie Tagawa und zog nach Hanford zurück. Studienreisen führten ihn unter anderem nach Yosemite und im Jahr 1939 nach Mexiko. Dort beeinflusste ihn insbesondere die sozialrealistische Kunst von Diego Rivera.[1]
Internierung während des Zweiten Weltkriegs
Nach dem Erlass von Executive Order 9066 wurde die Familie Sugimoto 1942 zunächst im Fresno Assembly Center und anschließend im Internierungslager Jerome in Arkansas interniert. Nach der Schließung dieses Lagers erfolgte 1944 die Verlegung nach Rohwer. Aufgrund des Mangels an Materialien malte Henry Sugimoto dort auf Laken, Kissen- und Matratzenbezügen. Insgesamt dokumentierte er das Lagerleben in über 100 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen. Trotz anfänglicher Zurückhaltung erhielt er schließlich die Unterstützung der Lagerverwaltung und unterrichtete Kunst an der Jerome High School. Im Jahr 1944 zeigte er seine Lagerarbeiten in einer Ausstellung am Hendrix College in Conway, Arkansas.[2]
Nachkriegszeit
Im Jahr 1945 verließ Henry Sugimoto das Lager und zog mittellos nach New York City. Seine vor dem Krieg in San Francisco eingelagerten Werke waren versteigert worden. In New York arbeitete er neben der Malerei als Textildesigner und Buchillustrator. 1949 illustrierte er Songs from the Land of Dawn von Toyohiko Kagawa und 1951 New Friends for Susan von Yoshiko Uchida. Er beteiligte sich an Ausstellungen, darunter 1960 an einer Ausstellung der Smithsonian Institution. 1962 erhielt er eine Einzelausstellung in der Galerie Internationale in New York, 1965 folgte eine weitere. 1974 stellte er neue Arbeiten in der Wiener Gallery aus.[2]
Ab den 1970er-Jahren wurde Sugimotos Werk im Zuge der aufkommenden Asian American Studies und der Auseinandersetzung mit der Internierung neu bewertet. Im Jahr 1972 waren seine Arbeiten zentraler Bestandteil der Ausstellung Months of Waiting, 1942–1945 der California Historical Society. Später fertigte Sugimoto neue Holzschnitte zu Lagerthemen an und engagierte sich in der Redress-Bewegung. 1981 sagte er vor der U.S. Commission on Wartime Relocation and Internment of Civilians aus. Auch in Japan wurde sein Œuvre wiederentdeckt. So zeigte die Zeitung Yomiuri Shimbun 1980 eine umfassende Retrospektive seiner Arbeiten. 1981 veröffentlichte Henry Sugimoto in Japan eine Mappe mit seinen Lagerbildern; 1983 erschien eine englische Ausgabe. 1985 illustrierte er Tetsuro Shimojimas Kinderbuch Sumire no senso. Nach seinem Tod im Jahr 1990 intensivierte sich das Interesse an seinem Werk. Im Jahr 2000 organisierte das Japanese American National Museum eine große Retrospektive. Anlässlich dieser Ausstellung erschienen die Dokumentation Harsh Canvas und der Band Henry Sugimoto: Painting an American Experience. Werke Sugimotos befinden sich unter anderem in der Sammlung der Smithsonian Institution.[2]
Literatur
- Deborah Gesensway, Mindy Roseman: Beyond words : images from America's concentration camps. Cornell University Press 1987.
- Karin Higa: The View From Within : Japanese American Art from the Internment Camps , 1942–1945. Seattle: University of Washington Press, 1992.
- Kristine Kim: Henry Sugimoto: Painting an American Experience. Berkeley: Heyday Books, 2000.
