Herbert Schügerl
österreichischer Künstler
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Herbert Schügerl (* 18. April 1948 in Neudörfl) ist ein österreichischer Künstler.
Leben
Herbert Schügerl wurde am 18. April 1948 in dem burgenländischen Ort Neudörfl geboren.[1] Er besuchte das Bischöfliche Seminar Mattersburg sowie das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Mattersburg, wo er 1967 die Matura ablegte.[2] Ab 1968 studierte er Philosophie an der Universität Wien und absolvierte zugleich die Akademie der bildenden Künste Wien, namentlich die Meisterklasse für graphische Künste bei Prof. Maximilian Melcher. Im Jahr 1974 schloss er sein Kunststudium mit dem Diplom eines akademischen Grafikers ab. In weiterer Folge lebte er in Kemeten im südlichen Burgenland und unterrichtete als Kunsterzieher in Oberschützen.[1] Später war er Direktor der Keramikfachschule Stoob.[3]
Schon früh stellte Schügerl die auch später für sein Werk prägende Vielseitigkeit unter Beweis. Galt er zunächst als Druckgrafiker von seltener Ausschließlichkeit, so vollzog er in seinem Werk sukzessive eine Wandlung vom eher malerischen Grafiker zum grafischen Maler. Zunehmend waren seine technisch ausgefeilten Radierungen und Lithografien von kräftigen, dennoch temperierten, allzu grelle Farben meidenden Artefakten geprägt. Die vielfach der Pop Art nachempfundenen Kompositionen setzten in dieser Phase vorwiegend humorige, bisweilen auch satirische Bilder um und drückten sich auch in unbeschwerten, farbartistischen Aquarellen und Arbeiten auf dem Gebiet der objektnahen Plastik aus.[1]
Schügerl präsentiert seine Ausstellungen unter prägnanten Titeln wie „Von der Freiheit des Tagträumens“, „Satirisch groteske Weltsichten“ oder „Heilige, Ketzer und Pharisäer“. In einer Anzahl seiner Arbeiten geht es um den schleichenden Verlust von Individualität.[4] Über Wien und das Burgenland hinaus gab es Ausstellungen Schügerls unter anderem in Paris, Madrid, London, Valencia, Montevideo, Barcelona und New York.[5] Im Burgenland schuf er eine Reihe von Kunstwerken im öffentlichen Raum.[2]
Seit 1973 ist Herbert Schügerl Mitglied der Künstlergruppe Burgenland.[1][6] Werke des Künstlers befinden sich unter anderem im Besitz der Albertina, des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, des ORF, der Burgenländischen Landesregierung, des Kulturamtes der Stadt Graz und des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien.[7]
Kunst im öffentlichen Raum
- 1981: Altarbild, Pfarrkirche Kemeten[2][7]
- 1985: Dorfbrunnen und Wappen, Kemeten[7][8]
- 1986: Glasfenster Christophorus-Haus Oberschützen[7]
- 1991: Glasfenster, Pfarrkirche Neutal[7][9]
- 1993: Kreuzweg, Pfarrkirche Neutal[2][7]
- 1994: Glasfenster, Leichenhalle Kemeten[7]
- 1995: Brunnengestaltung, Therme Lutzmannsburg[7]
- 1996: Altarraumgestaltung, Pfarrkirche Neutal[7]
- 1996: Informationstafel Naturschutzgebiet, Wolfau[7]
- 1997: Glockenturm, Evangelische Kirche Riedlingsdorf[7]
- 1998: Altarbild, Pfarrkirche Neudörfl an der Leitha[2][7]
Ausstellungen (Auswahl)
- 1971: Galerie Quellenhof, Bad Tatzmannsdorf
- 1972: Art Club, Bad Hofgastein
- 1972: ZB-Galerie, Wien
- 1973: Galerie Kalksburg, Wien
- 1973: Rathaus, Neudörfl
- 1974: Ganggalerie Graz
- 1974: Theseustempel, Wien
- 1975: Galerie Biren, Paris
- 1975: Galerie Quellenhof, Bad Tatzmannsdorf
- 1976: Künstlerhausgalerie, Wien
- 1977: Galerie Rosenau, Zollikofen
- 1978: Galerie im Schloß Eszterházy, Eisenstadt
- 1979: Galerie Basilisk, Wien
- 1980: Galerie Auf der Stubenbastei, Wien
- 1980: Galerie Brechbühl, Grenchen
- 1980: Galerie Fisher, London
- 1981: Galerie Bartenstein, Wien
- 1982: Woodstock Gallery, London
- 1983: Österreichisches Kulturinstitut Warschau
- 1983: KUZ Oberschützen
- 1984: Galerie Freund, Klagenfurt
- 1984: Joanneum, Graz
- 1985: Galerie La Motte, Genf
- 1986: Theseustempel, Wien
- 1987: Neue Galerie, Lienz
- 1987: Galerie Mozartstraße, Köln
- 1987: Galerie Lösekrug, Berlin
- 1987: Schloss Eszterházy, Eisenstadt
- 1988 Galerie Niepel, Düsseldorf
- 1988: Galerie Pannonia, Wien
- 1989: Galerie Galos, Eisenstadt
- 1990: KUZ Oberschützen
- 1991: KUZ Güssing
- 1991: KUZ Mattersburg
- 1992: OHO, Oberwart
- 1993: KUGA, Großwarasdorf
- 1994: Galerie Guénégaud, Paris
- 1996: Galerie Seghaier, Wien
- 1996: Cselley-Mühle, Oslip
- 1997: Kleine Galerie, Oberwart
- 1998: KUGA, Großwarasdorf
- 1998: Galerie Varron, Salamanca
- 1998: Galerie Yves Fay, Paris
- 1999: BEWAG-Galerie, Eisenstadt
- 1999: Galerie Canals, Sant Cugat del Vallès, Barcelona
- 1999: Atelier Museu Joao Fragoso, Caldas da Rainha
- 1999: Galerie Câmara Municipal, Abrantes
- 1999: Galerie im Rathaus, Oberpullendorf
- 1999: Galerie Blue-Pink, Innsbruck
- 1999: Galerie Yves Fay, Paris
- 2000: Galerie Canals, Artexpo 2000, Barcelona
- 2000: Galerie Maria Villalba, Barcelona
- 2000: Galerie Anagma, Valencia
- 2001: Galerie Stricker, Bad Sauerbrunn
- 2001: Galerie Dionís Bennassar, Madrid
- 2001: Galerie im Haus der Begegnung, Eisenstadt
- 2002: Aula de exposiciones Garci-Grande, Salamanca
- 2002: Palacio del Almirante, Medina del Campo
- 2002: Galerie Anagma, Valencia
- 2002: Art-Box, Mattersburg
- 2002: Caja Duero, Béjar
- 2002: Aula de la Cultura, Gernika
- 2013: Kulturzentrum Güssing: Satirisch-groteske Weltsichten
- 2014: Kulturzentrum Oberschützen: Von der Freiheit des Tagträumens
- 2016: Concentrum, Stadtschlaining: Heilige, Ketzer und Pharisäer
Publikationen und Ausstellungskataloge (Auswahl)
- Experimentelle Lithographie und ihre pädagogische Verwendung. Akademie der bildenden Künste Wien, Univ.-Hausarbeit, Wien 1973.
- Herbert Schügerl – Farbgraphik. Ausstellungskatalog, hrsg. von Alfred Sammer, Akademie der bildenden Künste Wien, Wien 1974.
- H. Schügerl. Katalog zur Ausstellung vom 27. April 1976 bis 16. Mai 1976, Künstlerhaus-Galerie. Künstlerhaus, Gesellschaft Bildender Künstler Wiens, Wien 1976.
- Herbert Schügerl. 15. 9.–15. 10. 1978. Landesgalerie im Schloß Esterházy, Amt der Burgenländischen Landesregierung, Eisenstadt 1978.
- Blutdruckbuch. Mit Texten von Josef Dirnbeck. Edition Hesebri, Kemeten 1982.
- Herbert Schügerl – Malerei. Ausstellungskatalog, hrsg. von Alfred Sammer, Akademie der bildenden Künste Wien, Wien 1986.
- Herbert Schügerl. Burgenländische Landesgalerie im Schloss Esterházy, Eisenstadt, 1. Dezember 1987 bis 31. Jänner 1988, hrsg. vom Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesgalerie Eisenstadt, Eisenstadt 1987.
- Skurrile Banalitäten. 99 Radierungen, Edition Hesebri, Kemeten 1994.
Weblinks
- Herbert Schügerl im Österreichischen Verbundkatalog
- Herbert Schügerl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Herbert Schügerl In: 1blick.org, abgerufen am 1. Juli 2026.