Herbert Wentscher (Maler)
Maler
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Herbert Wentscher (* 12. Juni 1900 in Graudenz; † 1994 in Schopfheim) war ein deutscher Maler und Kunsterzieher.
Leben
Herbert Wentscher wurde in Graudenz in Westpreußen geboren. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg 1918/19 absolvierte er ab 1920 in Berlin eine Banklehre und ein Jurastudium. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er von 1926 bis 1928 an der Kunstakademie in Königsberg bei Karl Storch, 1928 bis 1929 an der Werkschule in Hildesheim und von 1929 bis 1931 an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau bei Otto Mueller und Oskar Moll. Nach dem 1931 erfolgten Staatsexamen an der Kunsthochschule Berlin wurde er als Kunsterzieher in Danzig tätig. 1936 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe „Die Kogge“.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Wentscher Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. 1938 wurde er wegen kritischer Äußerungen durch die Gestapo verhaftet. Ab 1939 nahm er am Zweiten Weltkrieg teil. Er lebte bis zur Vertreibung nach dem Ende des Krieges 1945 in Danzig. Die Vertreibung führte zum Verlust fast aller Arbeiten. Über die Stationen Oldenburg und Hannover,[1] wo er neben dem Malen als Kunsterzieher wirkte, gelangte er nach seiner Pensionierung nach Schopfheim im Schwarzwald. 1968 wurde ihm durch die Landsmannschaft Westpreußen e. V. der Marienburg-Preis verliehen.
Mit seiner Ehefrau Clara (1912–2010), die er 1941 heiratete, hatte er eine Tochter und einen Sohn.[1]
Der gleichnamige Sohn Herbert Wentscher (* 1951), ist Videokünstler und Dozent für visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar. Der auch aus Graudenz stammende Julius Wentscher war ein Verwandter.
Ausstellungen (unvollständig)
- 1937 und 1939: Königsberg, Kunsthalle am Wrangelturm – Ostpreußenkunst
- 1944: Hamburger Kunsthalle – Ausstellung Danzig-westpreußischer, pommerscher und mecklenburgischer Künstler
- 1982: Regensburg, Ostdeutsche Galerie – Julius Wentscher – Küsten- und Strandbilder. Herbert Wentscher – Gemälde und Zeichnungen
- 1990: Schopfheim – Ausstellung von Werken Herbert Wentschers sen.
- 1995: Lörrach, Städtische Galerie Villa Aichele – Herbert Wentscher – Fluchtzeichnungen 1944–45.
Literatur
- Wentscher, Herbert. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 112 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Wentscher, Herbert. In: Ingeborg Nolde (Bearb.): Kunstakademie Königsberg 1845–1945 – Biographien der Direktoren, Lehrer und Schüler, S. 65–94, Universität Mainz (PDF; 322 kB; hier S. 94)
Weblinks
- Kurzbiographie bei der Landesbibliographie Baden-Württemberg online ( vom 15. September 2016 im Internet Archive)
- Otto Dikreiter: Der Maler Herbert Wentscher – Schüler von Karl Storch – Träger des Marienburg-Preises 1968. In: Das Ostpreußenblatt. Jahrgang 19, Folge 28, 13. Juli 1968, S. 5.