Hermann Wenhold

deutscher Politiker (FDP), MdBB From Wikipedia, the free encyclopedia

Hermann Wenhold (* 14. März 1891 in Bremen; † 15. März 1976 in Bremen; vollständiger Name: Hermann Heinrich Christian Wenhold) war ein deutscher Kaufmann, Jurist, Sparkassen-Manager und Politiker (FDP) sowie bremischer Senator.

Biografie

Hermann Wenhold wurde am 14. März 1891 als Sohn des Schriftsetzers Johann Hermann Wenhold (1849–1912) und dessen Ehefrau Anna Marie Wenhold geb. Ehlers (1852–1925) in Bremen geboren.[1] Er studierte nach einer kaufmännischen Lehre Rechtswissenschaft und politische Wissenschaften, war von 1922 bis 1931 Direktor der Sparkasse Bremen – in dieser Zeit entstand 1927 sein Wohnhaus, das Haus Wenhold in Bremen-Riensberg, nach Entwurf des Düsseldorfer Architekten Emil Fahrenkamp. Nach seinem Ausscheiden bei der Sparkasse war er als Kaufmann tätig und später Mitinhaber des Handelshauses C. F. Corssen & Co.

Dieses Unternehmen errichtete während des Zweiten Weltkriegs eine Niederlassung in der polnischen Kleinstadt Radzyń Podlaski im Generalgouvernement, wo sie wie eine Reihe anderer deutscher Übersee-Handelshäuser in die ausbeuterische Besatzungswirtschaft eingeschaltet war.[2] Wegen seiner kaufmännischen Leistungen für die deutsche Kriegswirtschaft wurde Wenhold vom Reichswirtschaftsministerium im Jahr 1942 mit dem nationalsozialistischen Ehrentitel Wehrwirtschaftsführer ausgezeichnet.[3]

Wenhold gründete 1945 den Bremer Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes und war bis zum 30. März 1946 dessen Präsident. Er gehörte seit 1947 als Kaufmännisches Mitglied der Stiftung Haus Seefahrt an.[4]

Um 1953/1954 war Wenhold Vorsitzender des Außenhandelsbeirats beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Vizepräsident der Handelskammer Bremen sowie Mitglied mehrerer Ausschüsse des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHT). Von Juli 1955 bis 1958 war er Generalkommissar der Bundesrepublik für die Vorbereitung der Weltausstellung 1958 in Brüssel, von 1958 bis 1975 Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Hermann Wenhold war seit dem 27. Dezember 1918 mit Agnes Marie Emilie geb. Oswald (1893–1993) verheiratet; die Hochzeit fand in Bremen statt.[5] Er starb am 15. März 1976 um 18:50 Uhr in seiner Wohnung im Haus Riensberger Straße 40 in Bremen im Alter von 85 Jahren. Er war evangelisch.[6]

Politik

Wenhold gehörte von 1919 bis 1933 der Bremischen Bürgerschaft an. Zunächst Mitglied der DDP, war er ab 1930 Mitglied von deren Nachfolgepartei Deutsche Staatspartei, deren Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft er von 1930 bis 1933 war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte Wenhold sich an der Gründung der Bremer Demokratischen Volkspartei, aus der Anfang der 1950er Jahre der bremische Landesverband der FDP wurde.

Nur kurze Zeit war Wenhold vom 13. Juni 1945 bis zum 30. März 1946 Senator für Finanzen in Bremen im Senat Vagts und im Senat Kaisen I; ihm folgte Senator Dr. Wilhelm Nolting-Hauff. Von 1951 bis 1955 war Wenhold erneut Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, 1951/1952 war er dabei FDP-Fraktionsvorsitzender und Mitglied im FDP-Bundesvorstand.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI