Hermann von Gerhardt
königlich preußischer Generalmajor (1831–1909)
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Karl Albrecht Gustav Hermann von Gerhardt (* 9. Mai 1831 in Insterburg; † 14. April 1909 in Berlin) war ein preußischer Generalleutnant.
Leben
Herkunft
Seine Eltern waren Karl von Gerhardt (1790–1863) und dessen Ehefrau Charlotte, geborene Neumann (1806–1868). Sein Vater war preußischer Oberst und Kommandeur des 1. Leib-Husaren-Regiments.
Militärkarriere
Gerhardt besuchte die Kadettenhäuser in Kulm und Berlin. Nach seinem Abschluss wurde er als charakterisierter Portepeefähnrich dem 38. Infanterie-Regiment (6. Reserve-Regiment) der Preußischen Armee überwiesen und avancierte bis Mitte Januar 1850 zum Sekondeleutnant. Am 14. Januar 1857 wurde er Adjutant des II. Bataillons, stieg Ende Mai 1859 zum Premierleutnant auf und war ab dem 1. Juli 1859 als Regimentsadjutant tätig. Unter Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 13. April 1861 seine Ernennung zum Kompaniechef. Während des Deutschen Krieges nahm er 1866 an den Kämpfen bei Skalitz, Schweinschädel und Königgrätz teil. Dafür erhielt er am 20. September 1866 den Roten Adlerorden IV. Klasse mit Schwertern. Anschließend wurde er am 30. Oktober 1866 in das neuerrichtete Infanterie-Regiment Nr. 85 versetzt.
Im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges wurde er am 10. März 1870 zum überzähligen Major befördert und als Adjutant zum Generalkommando des X. Armee-Korps kommandiert. Während des Krieges nahm Gerhardt an den Schlachten bei Vionville, Noisseville und Beaune-la-Rolande, der Belagerung von Metz sowie der Gefechte bei La Maxe, Ladonchamps, Joigny und Cravant. Zwischenzeitlich hatte man ihn 22. Oktober 1870 unter Entbindung von seinem Kommando in das 8. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 57 versetzt und am 30. Oktober 1870 zum Kommandeur des Füsilier-Bataillons ernannt.
Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Ehrenritterkreuz I. Klasse mit Schwertern des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig avancierte er nach dem Friedensschluss am 18. Januar 1875 zum Oberstleutnant. Unter Stellung à la suite wurde Gerhardt am 13. April 1878 mit der Führung des 2. Badischen Grenadier-Regiments „Kaiser Wilhelm“ Nr. 110 beauftragt. Am 18. April 1878 wurde er zum Oberst befördert und zwei Tage später zum Regimentskommandeur ernannt. Zum 25. Jahrestag der Ernennung des Kaisers zum Chef des Regiments erhielt er am 3. August 1882 den Kronen-Orden 2. Klasse. Anschließend kam unter Beförderung zum Generalmajor am 12. Januar 1884 als Kommandeur der 57. Infanterie-Brigade nach Freiburg im Breisgau. In dieser Eigenschaft erhielt Gerhardt die Erlaubnis zur Annahme des Kommandeurkreuzes I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen[1] und Wilhelm I. verlieh im anlässlich der Herbstübungen am 16. September 1885 den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Gerhardt am 2. August 1888 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant mit Pension zur Disposition gestellt.
Er starb am 14. April 1909 in Berlin und wurde drei Tage später auf dem dortigen Invalidenfriedhof beigesetzt.
Familie
Gerhardt hatte sich am 31. Oktober 1869 in Korschwitz mit Olga von Chappuis (1849–1928) verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.[2]
Literatur
- Bodenstein: Offizier-Stammliste des 2. Badischen Grenadier-Regiments Kaiser Wilhelm I. Nr. 110. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1902, S. 125.
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1939], DNB 367632829, Band 10, S. 323–324, Nr. 3241.