Heroínas de Sálvora
Mehrzweckschiff von SASEMAR
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Die Heroínas de Sálvora ist ein Mehrzweckschiff der spanischen Seenotrettungsorganisation Sociedad de Salvamento y Seguridad Marítima (SASEMAR). Sie kann bei SAR-Einsätzen, Ölunfällen, zur Brandbekämpfung und als Notschlepper eingesetzt werden und ist Teil des spanischen Notschleppkonzeptes.
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Geschichte
Das vom spanischen Unternehmen Seaplace entworfene Schiff[1] wurde unter der Baunummer C/804 auf der Werft Astelleros Zamakona in Santurtzi gebaut.[2][3] Die Kiellegung fand am 4. März 2022 statt,[4] die Fertigstellung erfolgte am 16. April 2024. Der Bau des Schiffes kostete rund 53,6 Mio. Euro.[5]
Das Schiff ist für das Seegebiet um die Kanarische Inseln zuständig und in Las Palmas de Gran Canaria stationiert.[5] Benannt ist es zu Ehren der „Heldinnen von Sálvora“, die drei jungen Frauen Cipriana Oujo Maneiro, Josefa Parada und María Fernández Oujo, die am 2. Januar 1921 nach dem Schiffbruch des spanischen Dampfschiffs Santa Isabel vor der Insel Sálvora mit einem kleinen Boot rund zwanzig Schiffbrüchige retteten.[2][6]
Technische Daten und Ausstattung
Das Schiff verfügt über einen Hybridantrieb aus dieselmechanischem und dieselelektrischem Antrieb. Im dieselmechanischen Betrieb wird das Schiff von zwei Viertakt-Achtzylinder-Dieselmotoren des Typs Bergen B33:45L8P mit jeweils 4800 kW Leistung angetrieben. Die Motoren wirken über Untersetzungsgetriebe auf zwei Verstellpropeller mit Kortdüse. Für die Stromerzeugung stehen zwei von den Hauptmotoren über einen Nebenabtrieb der Getriebe mit jeweils 2500 kW Leistung angetriebene Wellengeneratoren und drei von MAN-Dieselmotoren des Typs 12V175D mit jeweils 1980 kW Leistung zur Verfügung. Weiterhin wurde ein von einem Volvo-Penta-Dieselmotor des Typs D16MG mit 532 kW Leistung angetriebener Not- und Hafengenerator verbaut. Das Schiff ist mit einem Landstromanschluss ausgestattet, so dass es im Hafen auch mit Landstrom versorgt werden kann.[2] Die Dieselmotoren sind mit SCR-Katalysatoren zur Reduzierung von Stickoxiden ausgestattet.[3]
Die Wellengeneratoren können über die Getriebe für den dieselelektrischen Antrieb des Schiffes verwendet werden und anstelle der Bergen-Antriebsmotoren oder in Kombination mit ihnen auf die Antriebswellen geschaltet werden. Die Kombination aus dieselmechanischem und dieselelektrischem Antrieb dient der Erhöhung der Antriebsleistung insbesondere für eine höhere Geschwindigkeit oder beim Schleppen großer Schiffe. Insgesamt können durch das Hinzuschalten elektrischer Leistung über die Getriebe bis zu 14.600 kW Leistung auf die Antriebswellen wirken.[3] Das Schiff ist mit zwei Bug- und zwei Heckstrahlrudern ausgestattet.[2] Die Querstrahlsteueranlagen werden elektrisch mit jeweils 900 kW Leistung angetrieben. Das Schiff verfügt über ein System zur dynamischen Positonierung (DP2).[3]
Das Schiff ist mit einer Schleppwinde auf dem Achterdeck ausgerüstet. Der Pfahlzug des Schiffes beträgt 213 t. Für das Bewegen von Lasten, das Ein- und Ausbringen von Material oder das Anbordnehmen von im Wasser treibenden Gegenständen ist das Schiff mit zwei Kranen ausgerüstet, die jeweils 20 t heben können. Jeweils ein Kran ist an der Backbord- bzw. Steuerbordseite auf dem Achterdeck installiert.[2][3]
Für Rettungseinsätze ist das Schiff mit zwei Rettungsbooten ausgerüstet. Auf beiden Seiten des Schiffes befindet sich auf dem Achterdeck eine Rettungspforte zur Übernahme geretteter oder im Wasser treibender Personen.[3]

Das Schiff ist mit bis zu zwei Camcopter S-100 ausgestattet. Die Drohnen werden für Sucheinsätze und zur Überwachung bei Rettungseinsätzen genutzt. Sie können auch für den Transport von Material genutzt werden. Für die Nutzung der Drohnen verfügt das Schiff im Vorschiffsbereich über ein Flugdeck, an das sich ein Hangar anschließt.[2][3]
Das Schiff ist auch für die Bekämpfung von Ölunfällen auf See ausgerüstet. Hierfür stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, die bei Bedarf ausgebracht werden und auf der Wasseroberfläche treibendes Öl aufnehmen können. Für die Lagerung des Öls stehen Tanks mit insgesamt 1800 m³ Fassungsvermögen zur Verfügung.[3] Zur Brandbekämpfung stehen zwei Löschmonitore zur Verfügung.
Die Decksaufbauten befinden sich in der vorderen Hälfte des Schiffes. Sie schließen sich direkt an die hochgezogene Back an. Die Back ist gedeckt und mit dem Flugdeck überbaut. Das Schiff ist für den Betrieb mit 16 Besatzungsmitgliedern eingerichtet. Zusätzlich können 24 weitere Personen eingeschifft werden. An Bord stehen 22 Einzel-, zwei Doppel- und vier Vierbettkabinen zur Verfügung.[2] Es gibt einen Aufenthaltsraum für Gerettete, für die Versorgung Verletzter steht eine Krankenstation zur Verfügung. Die Brücke ist über die gesamte Breite geschlossen. Zur besseren Übersicht bei An- und Ablegemanövern, dem Navigieren in engen Fahrwassern und bei Rettungseinsätzen gehen die Nocken etwas über die Schiffsbreite hinaus. Hinter den Decksaufbauten befindet sich auf dem Hauptdeck ein offenes Deck.[7]
Literatur
- Carmen Lorente Sánchez: Bienvenidos a bordo del buque Heroínas de Sálvora. In: Tramos – Revista del Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible, Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible, Nr. 751, Oktober 2024, ISSN 2792-4564 (PDF, 1,4 MB).
Weblinks
- Datenblatt, Seaplace (PDF, 594 kB)
- Bugue polivalente Heroínas de Sálvora, Infografik (PDF, 21 MB)