Het Bildt
Gemeinde der Provinz Friesland, Niederlande
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Het Bildt () (westfriesisch It Bilt) ist eine ehemalige Gemeinde der Provinz Friesland (Niederlande). Sie wurde zum 1. Januar 2018 aufgelöst und mit den Gemeinden Menameradiel, Franekeradeel und einigen Dörfern von Littenseradiel zur neuen Gemeinde Waadhoeke vereinigt. Sie hatte 10.530 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2017).[1] Sie war nach der Landschaft benannt, mit der sie im Wesentlichen identisch war.
Flagge | Wappen |
| Staat | |
| Provinz | |
| Gemeinde | |
| Fläche – Land – Wasser |
116,48 km² 92,33 km² 24,15 km² |
| Einwohner | 10.530 (31. Dez. 2017[1]) |
| Koordinaten | 53° 16′ N, 5° 39′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | |
| Vorwahl | 0518 |
| Postleitzahlen | 9074–9079 |
Sprache
In der Landschaft Het Bildt wird Bildts gesprochen, ein holländischer Dialekt mit westfriesischen Einflüssen. In Minnertsga, das erst seit 1984 der Gemeinde Het Bildts angehörte, wird jedoch die westfriesische Sprache gesprochen.
Lage und Wirtschaft
Het Bildt liegt etwa 15 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Leeuwarden und nördlich von Franeker und wird im Norden von der Wattenmeerküste begrenzt. Auto- und Eisenbahnen gibt es in der Gemeinde nicht. Ein Schnellbusdienst verkehrt zwischen Leeuwarden und St. Annaparochie.
Het Bildt liegt in der „Bouwhoek“, der „Ackerbauecke“ Frieslands. Berühmt sind die hier angebauten Kartoffeln, darunter die nach der Gemeinde benannte Sorte Bildtstar. In zunehmendem Maße siedeln sich, namentlich in St Annaparochie, Pendler an, die in der Stadt Leeuwarden arbeiten. In St. Annaparochie gibt es auch einen Gewerbepark mit mehreren Kleinbetrieben.
Orte

- Sint Annaparochie: (Name auf Bildts: Sint-Anne). Sint Annaparochie war Verwaltungssitz. In diesem etwa 5000 Einwohner zählenden Dorf finden sich auch mehrere Schulen, Geschäfte usw. Das Dorf hat eine achtkantige Kirche, die 1682 erbaut wurde. Im Jahr 1634 heiratete der berühmte Maler Rembrandt van Rijn in diesem Dorf Saskia van Uylenburgh. Ein modernes Denkmal im Dorf erinnert an diese Eheschließung.
Die anderen Orte in der Gemeinde sind:
- Minnertsga (Minnertsgea): mit etwa 1850 Einwohnern; das Dorf ist auf einer Warft (Friesisch: terp) entstanden. Es hat eine mittelalterliche, im 16. Jahrhundert mit einem neuen Turm versehene, Dorfkirche.
- Sint Jacobiparochie (Sint-Jabik): mit etwa 1800 Einwohnern
- Vrouwenparochie (Froubuurt): mit etwa 750 Einwohnern; im Dorf steht eine sehenswerte 1670 erbaute Kirche.
- Oudebildtzijl (Ouwe-Syl): mit einer Einwohnerzahl von etwa 1000; das entlang eines Deiches gelegene Dorf hatte früher einen kleinen Hafen; die alte Schleuse am Siel (zijl) wird in Kürze restauriert werden.
- Nij Altoenna: 725 Einwohner
- Westhoek (De Westhoek): mit etwa 275 Einwohnern
- kleine Weiler in der Gemeinde sind Nieuwebildtzijl (Nije-Syl), Vrouwbuurtstermolen sowie Zwarte Haan
Geschichte

Das heutige Het Bildt war ursprünglich Teil der Middelzee, eines Meeresarms des Wattenmeeres, der im Spätmittelalter durch Eindeichungen allmählich vom Meer abgeschnitten wurde. Die nördlichen Salzwiesen wuchsen dadurch stetig an. Seit dem späten 15. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum friesischen Herrschaftsbereich der sächsischen Herzöge.
Nachdem Herzog Albrecht der Beherzte 1498 die friesischen Lande als kaiserliches Lehen erhalten hatte, ging die Verwaltung auf seine Söhne Heinrich der Fromme und Georg der Bärtige über. Georg ließ 1505 die noch unbedeichten Vorländer planmäßig eindeichen, um neue Pachteinnahmen zu gewinnen. Zu diesem Zweck schloss er Verträge mit erfahrenen Deichbauern und Kolonisten aus Holland, vor allem aus dem Raum Dordrecht und dem Land van Altena.
Die Wahl niederländischer Siedler hatte auch rechtliche Gründe: Nach friesischem Recht wären neu eingedeichte Flächen den bisherigen Nutzern oder Klöstern zugefallen, während nach holländischem Recht der Landesherr Eigentumsansprüche geltend machen konnte. Dadurch sicherte sich Georg größere Einkünfte aus dem neu gewonnenen Land.
1505 wurde innerhalb weniger Monate ein rund 14 Kilometer langer Deich (heute Oudebildtdijk) mit zwei Sielen errichtet. Entlang des Deiches entstanden Siedlungen wie Oudebildtzijl; später folgte im 17. Jahrhundert der Nieuwebildtzijl-Polder. Die mehrheitlich holländischen Kolonisten bildeten eine eigenständige, katholisch geprägte Gemeinschaft, deren niederländischer Dialekt sich deutlich vom Friesischen unterschied.
Die Endung „-zijl“ bezeichnet dabei ein Siel beziehungsweise ein Entwässerungsbauwerk im Deich.
Politik
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Waling Dykstra (* 1821 in Vrouwenparochie; † 1914), friesischer Dichter
- Jan de Vries (* 1944 in Sint Jacobiparochie; † 2021 in Purmerend), niederländischer Motorradrennfahrer
Weblinks
- Website der Stichting Ons Bildt (niederländisch)
