Hexanitroazobenzol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Hexanitroazobenzol (HNAB) ist ein temperaturbeständiger Explosivstoff. Er besitzt eine höhere Sprengkraft als Hexanitrodiphenylamin (Hexyl).[1][5]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Hexanitroazobenzol
Allgemeines
Name Hexanitroazobenzol
Andere Namen
  • HNAB
  • 2,2′,4,4′,6,6′-Hexanitroazobenzol
  • Bis(2,4,6-trinitrophenyl)diazen
  • Dipicryldiazen
Summenformel C12H4N8O12
Kurzbeschreibung

orangerote Kristallnadeln[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 19159-68-3
EG-Nummer 242-850-7
ECHA-InfoCard 100.038.939
PubChem 519640
ChemSpider 453267
Wikidata Q81993038
Eigenschaften
Molare Masse 452,2 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,799 g·cm−3 (Polymorph I)[2]
  • 1,750 g·cm−3 (Polymorph II)[2]
  • 1,703 g·cm−3 (Polymorph III)[2]
Schmelzpunkt

221–222 °C[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Die Herstellung von Hexanitroazobenzol wurde erstmals im Jahre 1906 beschrieben.[6] Die Synthese geht von einer Umsetzung von Trinitrochlorbenzol mit Hydrazin aus. Das resultierende 1,2-Bis(2,4,6-trinitrophenyl)hydrazin wird dann mittels rauchender Salpetersäure zur Zielverbindung oxidiert. Eine effizientere Synthese erfolgt durch die Umsetzung des kommerziell besser verfügbaren 2,4-Dinitrochlorbenzol mit Hydrazin im ersten Schritt. Das resultierende 1,2-Bis(2,4-dinitrophenyl)hydrazin wird dann durch Nitriersäure im zweiten Schritt gleichzeitig zur Zielverbindung oxidiert und vollständig nitriert.[7][1]

Synthese

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Hexanitroazobenzol bildet orangerote Kristalle.[1] Die Verbindung tritt in fünf polymorphen Kristallformen auf.[8] Die Kristallstruktur der Formen I, II und III ist monoklin. Allerdings unterscheiden sich die Raumgruppen mit P21/c für Form I, P21/a für Form II und P21 für Form III.[9][10] Die Formen I und III sind zwischen Raumtemperatur und 185 °C stabil, die Form II ist oberhalb von 185 °C bis zum Schmelzpunkt die stabile Kristallform. Die Formen IV und V wurden nur aus unterkühlten Schmelzen mittels Thermomikroskopie erhalten.[11] Eine DTA-Messung zeigt um 220 °C das endotherme Schmelzsignal und oberhalb von 300 °C eine stark exotherme Zersetzung.[3]

Explosionskenngrößen

Die Verbindung kann durch Schlag, Reibung, Feuer und andere Zündquellen zur Explosion gebracht werden[5] und fällt im Umgang unter das Sprengstoffgesetz.[12]

Tabelle mit wichtigen explosionsrelevanten Eigenschaften:
Sauerstoffbilanz−49,5 %[1]
Stickstoffgehalt24,78 %[1]
Normalgasvolumen888 l·kg−1[1]
Explosionswärme4342 kJ·kg−1 (H2O (l))
4288 kJ·kg−1 (H2O (g))[1]
Spezifische Energie1192 kJ·kg−1 (99,4 mt/kg)[1]
Bleiblockausbauchung37,0 cm3·g−1[2]
Schlagempfindlichkeit5 Nm[2]
Reibempfindlichkeit>355 N[2]
Detonationsgeschwindigkeit7600 m·s−1[2]

Verwendung

Es wird eine Verwendung in Boostern und zusammengesetzten Zündern empfohlen.[8]

Einzelnachweise

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