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Hieronymus Heinrich von Roques

deutscher Offizier und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Hieronymus Heinrich von Roques (* 13. Oktober 1795 in Frankenhain; † 8. Juli 1850 in Kassel) war ein kurhessischer Oberstleutnant und provisorischer Kriegsminister.

Herkunft

Seine Eltern waren der Metropolitan und Hauptpfarrer in Treysa und Frankenhain Jean Christophe François von Roques (* 18. August 1771; † 14. Juli 1829) und dessen Ehefrau Katharine Sophie Göbel (* 14. Februar 1765; † 22. April 1829).

Leben

Roques trat Mitte Mai 1810 in das 6. Linien-Regiment der Armee des Königreichs Westphalen ein und nahm bei der Füsilier-Garde als Unterleutnant im Oktober 1813 an der Völkerschlacht bei Leipzig teil. Nach der Auflösung der Westphälischen Armee trat er in die Preußische Armee über und war zunächst Sekondeleutnant und Regimentsadjutant im 1. Magdeburgischen Infanterie-Regiment. Im Dezember 1813 erfolgte seine Kommandierung zu einer freiwilligen Jäger-Kompanie in Halberstadt, bevor er im Januar 1814 seinen Abschied nahm und in Kurhessische Dienste ging. Roques wurde mit seinem Dienstgrad im Regiment „Kurfürst“ angestellt und machte während der Befreiungskriege 1814/15 die Belagerungen von Thionville, Metz, Mézières sowie Givet mit. Nach dem Krieg wurde er im Mai 1821 in das Leib-Garde-Regiment versetzt und stieg 1826 zum Regimentsadjutanten auf. Zwischenzeitlich zum Kapitän befördert, erhielt er am 12. April 1839 das Ritterkreuz des Hausordens vom Goldenen Löwen.[1]

Im Februar 1840 wurde er Referent im Kriegsministerium, rückte im Oktober zum Major auf und avancierte 1847 als Adjutant des Kriegsministers zum Oberstleutnant. Roques war Vortragender Rat im Kriegsministerium und für fünf Tage im September 1848 sowie von Dezember 1849 bis Februar 1850 provisorischer Kriegsminister. Er wurde zusammen mit Bernhard Eberhard, Carl Wilhelm Wippermann, Philipp von Wintzingerode, Moritz von Baumbach am 22. Februar 1850 bei der Neubildung der Regierung unter dem erneut berufenen Innen- und Justizminister Ludwig Hassenpflug entlassen. Anschließend war Roques wieder im Stab des Leib-Garde-Regiments tätig und verstarb im Dienst an einer Unterleibsentzündung.[2]

Familie

Roques heiratete am 8. Oktober 1823 in Kassel Annette Ludovici (* 31. Januar 1802; † 13. August 1826). Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 27. März 1831 in Kassel Christine Louise Henriette Elisabeth Siebrecht (* 13. Januar 1813; † 24. Mai 1875). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Hermann Theodor Heinrich (* 20. Januar 1832; † 29. Juni 1906), Königlich preußischer Major
⚭ 1857 Wilhelmine (Ina) Dorothea von Sengbusch (* 26. April 1836; † 1. Juni 1863)[3]
⚭ 1865 Caroline (Lina) Henriette Amalie von Sengbusch (* 29. Januar 1840; † 18. Februar 1916)
  • Georg Friedrich Franz (* 20. Juli 1833; † 1. Dezember 1904), Königlich preußischer Generalleutnant ⚭ 1862 Caroline Christiane Wizell (* 29. April 1842; † 14. Januar 1906)
  • Karl Friedrich Wilhelm Louis Emil (* 4. November 1834; † 7. Oktober 1870,) gefallen bei Ladonchamps vor Metz als Hauptmann und Kompaniechef im hessischen Infanterie-Regiment Nr. 81 ⚭ 1862 Franziska Marie Mathilde Charlotte Adelheid von Meding (* 2. Januar 1840; † 5. Februar 1916)[4]
  • Theodor Christian Philipp Heinrich (* 21. Dezember 1841; † 9. Oktober 1917), Königlich preußischer Generalmajor ⚭ 1874 Charlotte Wilhelmine Hedwig von Tallen-Wilczewska (* 16. Juli 1852; † 24. September 1906), Eltern von Karl von Roques

Literatur

  • Marco Arndt: Militär und Staat in Kurhessen, 1813–1866. Das Offizierskorps im Spannungsfeld zwischen Monarchischem Prinzip und liberaler Bürgerwelt. (= Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, Band 102), Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1996, ISBN 3-88443-193-5 (zugl. phil. Diss., Universität Marburg, 1994).
  • Harald Höffner: Kurhessens Ministerialvorstände der Verfassungszeit 1831–1866. phil. Diss., Gießen 1981, S. 274 ff.
  • Neuer Nekrolog der Deutschen. Achtundzwanzigster Jahrgang, 1850, Erster Teil, Verlag Voigt, Weimar 1852, S. 423–424. Digitalisat
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Teil 2, 1942, S. 449

Einzelnachweise

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