Hilary Griffiths
britischer Dirigent
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Hilary Griffiths ist ein britischer Dirigent, der vorwiegend in Deutschland tätig ist. Er war Chefdirigent des Theaters Oberhausen, des Theaters Regensburg, der Eutiner Festspiele, der Prager Staatsoper, und der Wuppertaler Bühnen.[1]

Er hat Uraufführungen zeitgenössischer Opernwerke von Salvatore Sciarrino und Thea Musgrave dirigiert. Hilary Griffiths ist dafür bekannt, Opern bevorzugt auswendig zu dirigieren,[2][3][4] da er sich dadurch besser auf das Orchester und die Bühne konzentrieren könne.[5]
Als Dozent und Dirigent studentischer Opernproduktionen war Griffiths an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim,[6] der Kunstuniversität Graz (2022),[7] und der University of Georgia (2025) tätig.[8]
Ausbildung und Studium
Hilary Griffiths wurde in Leamington Spa, England, geboren.[9] Er studierte Mathematik an der University of Oxford und Musik an der Royal Academy of Music, dem London Opera Centre, der Accademia Chigiana in Siena, und der Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand.[6]
Laufbahn als Dirigent
Sein erstes Engagement als Dirigent in Deutschland war an der Oper Köln, wo er später Leiter des Opernstudios wurde.[10] 1981 führte er die schottische Uraufführung von The Voice of Ariadne (Thea Musgrave) am Edinburgh International Festvial mit Mitgliedern des Kölner Opernstudios auf.[11] 1990 dirigierte er die Uraufführung der Ballettproduktion Lulu (Jochen Ulrich) in Köln.[12][13] Bis 1999 hatte Griffiths mehr als 300 Aufführungen an der Kölner Oper dirigiert[10][14] und kehrte 2019 dorthin zurück, um My Fair Lady aufzuführen.[15]
1986 dirigierte Hilary Griffiths die von Michael Hampe inszenierte Produktion Il matrimonio segreto bei den Schwetzinger Festspielen mit den Sängern Carlos Feller, Georgine Resick, Barbara Daniels, Marta Szirmay, David Kuebler und Claudio Nicolai. Diese Aufführung wurde aufgezeichnet und von EuroArts Music International, dem BR, und dem SWR auf Video veröffentlicht.[16]
Von 1993 bis 1997 war er Generalmusikdirektor des Symphonieorchesters und der Oper am Theater Regensburg[6][17] und dirigierte dort Produktionen von Der Rosenkavalier, Otello, Jenufa, Don Giovanni, Intermezzo, Simón Bolívar, Roméo et Juliette, La fanciulla del west, Peter Grimes, Falstaff, Eugen Onegin und Wozzeck.[18] Er führte außerdem die symphonischen Werke Mahler’s 1. Symphonie, Die Planeten (Holst), Turangalîla-Symphonie (Messiaen) und Bruckner’s 9. Symphonie auf.[6] 1995 dirigierte er die europäische Uraufführung von Simón Bolívar in Regensburg[19], und ist außerdem Co-Autor der deutschen Übersetzung des Librettos.[20]
Von 1991 bis 2006 war Griffiths Chefdirigent der Eutiner Festspiele[21] und führte dort die Opern Die Fledermaus, die Zauberflöte, Fidelio, Il trovatore, Der Freischütz, Zar und Zimmermann, Turandot, Carmen, Der fliegende Holländer, Der Vogelhändler, Die verkaufte Braut, Eine Nacht in Venedig, Madame Butterfly, Der Bettelstudent, Der Zigeunerbaron, Ein Maskenball, Die lustigen Weiber von Windsor, Nabucco, Cavalleria Rusticana und Pagliacci auf.[22]
An der Staatsoper Prag hat er seit 1992 über 200 Aufführungen dirigiert und zwölf neue Produktionen geleitet, unter anderem Salome, Eine florentinische Tragödie, Der Zwerg, Die Zauberflöte, Erwartung, La bohème (Leoncavallo), Tiefland, I vespri siciliani, Death in Venice und Tannhäuser.[23][17] 1996 dirigierte Griffiths die Produktion der Staatsoper Die Zauberflöte auf einer Tournee durch 11 Städte in Japan.[24] Mit der Prager Staatsoper führte er 2006 La bohème bei den „Bartók und Verismo“ Festspielen in Miskolc (Ungarn)[25] und 2008 Nabucco bei den Smetanova Festspielen in Litomyšl (Tschechien) auf.[26]
Er war Chefdirigent der Wuppertaler Oper von 2009 bis 2012 und dirigierte dort die Produktionen Fidelio, L’elisir d’amore, Hänsel und Gretel, The Greek Passion, Idomeneo, La Bohème, Arabella, Eine florentinische Tragödie, Das schlaue Füchslein, Gianni Schicchi, Der fliegende Holländer, La porta della legge und Bluthochzeit.[27] 2009 dirigierte Hilary Griffiths die Uraufführung (Weltpremiere) von La porta della legge (Salvatore Sciarrino) in Wuppertal. Diese Produktion wurde danach 2010 beim Lincoln Center Festival in New York City (amerikanische Premiere)[28] und 2012 beim Festival Iberoamericano de Teatro in Bogotá, Kolumbien, aufgeführt.[29] 2013 wurde die Wuppertaler Produktion von Bluthochzeit aufgezeichnet und von Wergo auf DVD veröffentlicht.
Griffiths ist regelmäßiger Gastdirigent an der Ópera de Colombia in Bogotá und führte dort zwischen 2008 und 2017 die Opern Madame Butterfly, Le nozze di figaro, Il barbiere di Siviglia, Così fan tutte, Fidelio und Otello auf.[27]
Uraufführungen
- Michael Ende / Gerhard Konzelmann: Das Gauklermärchen - Weltpremiere: Oper Köln, 1988[30][6]
- Nino Rota / Jochen Ulrich: Lulu (Ballet) - Weltpremiere: Oper Köln, 1990[12]
- Salvatore Sciarrino: La Porta della legge - Weltpremiere: Oper Wuppertal, 2009[31]
Europa
- Thea Musgrave: The Voice of Ariadne - Schottland Premiere: Edinburgh International Festival, 1981[11]
- Thea Musgrave: A Christmas Carol - Deutschland Premiere: Theater Oberhausen, 1991[11]
- Thea Musgrave: Simón Bolívar - Europa Premiere: Theater Regensburg, 1995[19]
- Thea Musgrave: Concerto for Clarinet - Deutschland Premiere: Theater Regensburg, 1995[11]
Amerika
Diskografie
Als Dirigent
- Cimarosa: Il Matrimonio Segreto (1986) - EuroArts Music International, BR, SWR[32]
- Jommelli: Te Deum & Mass in D Major (2000) - Orfeo Music[33]
- Fortner: Bluthochzeit (2013) - Wergo[34]
Als Pianist
- Weber: Klavierwerke zu vier Händen (2001) - Eutiner Festspiele EF2001[35]