Hilde Hofer-Pittschau
österreichische Theater- und Filmschauspielerin
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Herkunft
Hilda Maria Schützenhofer wurde als viertes Kind von Moriz Schützenhofer (1841–1898), Hauptkassier der Versicherungsgesellschaft Riunione adriatica di sicurità, und Antonia Alexandra Schützenhofer geb. Ansfeld (1852–1942) im Stammhaus der Familie in Wien/Margareten, Kettenbrückengasse 15, geboren.[1]
Bühnenlaufbahn

Nach privatem Schauspielunterricht bei Emil Bürde, Professor am Wiener Conservatorium, spielte sie in einigen kleinen Rollen am K. k. Hofburgtheater, bis sie 1891 als Luise in Schillers Kabale und Liebe am Rudolfsheimer Volkstheater in Wien debütierte. Es folgten eine Reihe anderer klassischer Stücke – etwa Ein verarmter Edelmann nach Octave Feuillet mit Hilda Hofer als Marguerite de Navarre – in der ihre Darstellung bei Publikum und Rezensenten besondere Beachtung fand. In den Jahren bis zu ihrer Hochzeit trat sie fortan unter dem Bühnennamen „Hilda Hofer“ auf.
Residenztheater Berlin, Ischl und Carltheater Wien (1891–1893)
1891 wurde sie von Direktor Sigmund Lautenburg an das Berliner Residenztheater engagiert, an dem sie am 18. Jänner 1892 als Lucienne in der Komödie Madame Mongodin von Ernest Blum und Raoul Roché debütierte. Kurz danach wurde sie als Abigail in Eugène Scribes Das Glas Wasser von der Kritik gefeiert. In diese Zeit fällt auch die deutsche Erstaufführung von Max Halbes Stück Jugend unter der Regie von Lautenburg, in der Hofer die Rolle des Annchen und Rudolf Rittner die Rolle des Hans verkörperten. Es folgten Auftritte in Scribes Ein Maskenball oder als Gräfin Hortense von Mérinville im Einakter Nach zwei Jahren von Almási Tyhamér. Ihr Bühnenpartner Josef Jarno, der das Stück aus dem Ungarischen übersetzt hatte, lud sie danach ein, mit ihm am 18. August 1892 mit diesem Einakter die Festvorstellung zum 62. Geburtstag von Kaiser Franz Josef am Bad Ischler Sommertheater zu bestreiten. Über die Vorstellung heißt es in „Der Humorist“ […] wurde sowohl von Herrn Jarno als auch von Frl. Hofer, die bestechend schön aussah und sehr gut sprach, lebhaft und vorzüglich gespielt.[2] Zum Ende der Saison 1892/93 am Residenztheater Berlin wurde sie – wie „Der Humorist“ am 1. August 1893 berichtet – für die Saison 1893/94 am k.k. Carltheater in Wien unter Vertrag genommen.
Eine hochadelige Soirée und deutsches Theater Riga (1894–1896)
Am 19. April 1894 fand aus Anlass der Hochzeit von Victoria Melitta, Tochter von Queen Victorias Sohn Prinz Alfred, mit Ernst Ludwig von Hessen (ebenfalls Enkel von Queen Victoria), für die hohen Gäste im Riesensaal der Ehrenburg (dem Coburger Schloss), eine Theatersoiree statt: Die Darbietung der beiden Einakter Doctor Robin von Jules de Prémaray mit Ludwig Barnay als Garrick und Hilda Hofer als Nelly und Dir wie mir von Anton Ascher (Pseudonym: Roger) mit Barnay als Dr. Richard Weiß und Hofer als Clara wurde von den Gästen gebührend akklamiert.[3] Unter diesen befand sich Kaiser Wilhelm II. (Enkel von Queen Victoria), Prinz Edward (Victorias ältester Sohn) sowie Zarewitsch Nikolaus, der Sohn des Zaren Alexander III. (ebenfalls mit den Sachsen-Coburgern verwandt), vor dem Hofer noch mehrfach auftreten sollte.
Noch 1894 wurde Hofer für zwei Jahre an das Deutsche Theater in Riga verpflichtet. Mit der Rolle des Klärchen in Goethes Egmont gab sie ihren Einstand, hierauf wurde sie als Cordelia in König Lear gefeiert. Im Frühling 1895 brachte ihr die Darstellung der Figur der Thekla in Schillers Wallensteins Tod von der Presse hohes Lob ein. Schließlich heißt es über ihre Leistung in der Erstaufführung von Sakuntala von Kalidasa (deutsche Fassung: Alfred von Wolzogen) im Dezember 1895: „[…] zeichnete sich ganz besonders Frl. Hilda Hofer eine Wienerin, in der Titelpartie und Herr Otto als König besonders aus und errangen nachhaltigen Erfolg“ (Der Humorist, 20. Dezember 1895).
Tournee nach Moskau und Sankt Petersburg (1895)

Im Sommer 1895 bestritt Hofer für ihre verhinderte Kollegin Agnes Sorma ein dreiwöchiges Gastspiel in Moskau und Sankt Petersburg. Einige ihrer Aufführungen – wie Heinrich Laubes Die Karlsschüler mit Hilda als Laura – wurden vom mittlerweile zum Zar gekrönten Nikolaus II. und Familienmitgliedern besucht.
Berliner Theater (1896)


1896 kehrte sie nach Berlin zurück und spielte für eine Saison am Berliner Theater, in der sie u. a. in Ludwig Anzengrubers G’wissenswurm mit Josef Kainz auftrat. 1897 stand sie erstmals mit ihrem späteren Ehemann Ernst Pittschau sen. auf der Bühne. Zu dieser Zeit war Adalbert Matkowsky ihr bevorzugter Bühnenpartner, dem mit ihr in den Titelrollen von Shakespeares Romeo und Julia die Kritiker Rosen gestreut hatten. Matkowsky lud sie hierauf oft zu Gastspielen ein, so im Juli 1897 an das Leipziger Carola-Theater,[4] die ihr als Rosaura in Calderóns Leben ein Traum, als Desdemona in Shakespeares Othello und als Julia in Kean oder: Genie und Leidenschaft von Alexandre Dumas (Vater) hervorragende Kritiken einbrachten.
Hamburger Thalia-Theater (1897–1899), Rückkehr ans Berliner Theater
Ab der Saison 1897/98 am Thalia-Theater in Hamburg engagiert, gab sie ihr Debüt in Franz von Schönthans Lustspiel Comtesse Guckerl. Wilhelm Wolters’ Die törichte Liebe im April 1898 trug Hofer in der Rolle der Sophie als Partnerin von Robert Nhil ebenso wie diesem beachtliches Lob ein. Aber auch in Stücken, die bei der Kritik schlecht ankamen – so etwa in Georg Engels Der Hexenkessel mit Robert Nhil im Jänner 1899 – wurde Hofers Leistung gewürdigt.
Ende der Saison 1898/99 verließ Hofer Hamburg und übernahm neuerlich eine Verpflichtung am Berliner Theater. Über die dortige Neuinszenierung von Goethes Faust im September 1899 – die in der Presse eine vernichtende Kritik erntete – ist zu lesen: „Der einzige Lichtblick an diesem Abend war das Gretchen des Frl. Hilda Hofer, welche die Gestalt und den herzgewinnenden Ton besitzt, den diese Rolle erheischt; der Typus des deutschen Gretchens wie ihn kein Maler besser ausdenken könnte.“ (Der Humorist, 10. September 1899)
Heirat und Familie (1901–1916)

In Bjørnstjerne Bjørnsons Stück Über unsere Kraft (2. Teil) trat Hilda Hofer im Jänner 1901 nach Faust I wieder mit Ernst Pittschau – sie als Rahel Sang, er als Fabrikbesitzer Holger – auf, einer Produktion, in der offenbar zwischen ihnen ein „privater Funke“ übersprang. Nach einer Tournee Hilda Hofers mit Frank Wedekind in die Schweiz heiratete das Paar am 10. September 1901 in Berlin.[5] Ab ihrer Eheschließung führte Hilda zunächst den Künstlernamen „Hilde Pittschau“, später „Hilde Hofer-Pittschau“. Pittschau war seit zwei Jahren nach seiner ersten Ehefrau Caroline (geb. Binder; verstorben am 4. Mai 1899) verwitwet.[6] Pittschaus erster Ehe entstammten fünf Kinder: Ernst junior (1883–1951), Walther (1889–1946), Trude, Käthe und Lotte. Beide Söhne machten sich als Bühnen- und Filmschauspieler einen Namen. Der Ehe Pittschaus mit Hilda entsprangen zwei weitere Söhne – der früh bei einem Autounfall verstorbene, international höchst erfolgreiche Bühnen- und Filmschauspieler Werner Pittschau (1902–1928) und der unbedeutendere Filmschauspieler Hermann Pittschau (1909–1945).
Rückkehr auf die Bühne: Prag, Nürnberg, Berlin (1916–1932)

Am 19. November 1916 starb ihr Mann nach schwerer Krankheit in Wien, wo er ab 1905 am Burgtheater gewirkt hatte. Noch im September 1916 war er ausnahmsweise zum k. k. Hofschauspieler ernannt worden, obwohl während des Weltkrieges sonst keine Ernennungen erfolgten. Das hatte zur Folge, dass Hilde Hofer-Pittschau nach ihrer kinderbedingten Bühnenabstinenz ab 1904 – nicht nur aus Existenzgründen – ihre Rückkehr zur Bühne anstrebte. Ihr und ihres verstorbenen Mannes Bühnenpartner Harry Walden verhalf ihr zu einer Einladung zu einem einmonatigen Gastspiel an das Neue Deutsche Theater in Prag, der eine siebenjährige Verpflichtung an das Haus folgte. Es ist erstaunlich, wie Hilde Pittschau – wie sie sich damals nannte – nach zwölfjähriger Unterbrechung mühelos in ihren Beruf zurückfand und wieder beste Kritiken erntete. Dies bewirkte, dass sie im September 1918 für die Darstellung der Frau Bergmann in Henrik Ibsens Frühlings-Erwachen als Gast an das Königlich-deutsche Landestheater Prag engagiert wurde. Darauf folgten an ihrem Stammhaus unterschiedlichste Rollen wie in Anton Wildgans' Armut (Dezember 1918), im Mai 1921 in Robert Stolzs Operette Das Sperrsechserl, in Frank Wedekinds Marquis von Keith, 1922 in Goethes Faust (Rolle der Hexe) oder etwa 1923 in Bert Brechts Trommeln der Nacht. Des Öfteren stand sie in diesen Jahren mit Paul Hörbiger, Hermine Medelsky, (die 1930, als einzige deutschsprachige Schauspielerin, mit dem tschechoslowakischen Staatspreis ausgezeichnet werden sollte)[7], Erika Glässner, Fritzi Massary oder Oskar Sima, aber auch immer wieder ab 1921 mit ihrem Sohn Werner Pittschau, ab der Saison 1922/23 auch mit Stiefsohn Walther Pittschau auf der Bühne. So spielte sie mit ihrem Sohn Werner am 14. Mai 1922 in der Festvorstellung aus Anlass des 60. Geburtstages von Arthur Schnitzler in Der Ruf des Lebens, mit ihrem Stiefsohn Walter Pittschau 1923 in Der Widerspenstigen Zähmung und Egmont oder 1924 in Peer Gynt und Faust I als Hexe – mit Walther in der Titelrolle und Werner als Raphael – mit dem sie z. B. in Victorien Sardous Madame Sans-Gêne die Rolle der Frau von Bülow erfolgreich verkörperte, nachdem sie im April 1923 bei einem Gastspiel des Neuen deutschen Theaters Prag am Wiener Raimundtheater mit Franz Werfels Tragödie Schweiger in ihrer Heimatstadt von der Presse besonderes Lob geerntet hatte[8].
Durch die ab 1923 zunehmenden politischen Unruhen motiviert sah sich Hilde Pittschau−Hofer nach anderen Engagements um, gastierte 1924 in Nürnberg ebenso wie in Berlin an der Kleinen Bühne. In Prag war sie jedoch weiterhin – etwa in Der eingebildete Kranke neben Richard Romanowsky als Argan, in der Rolle dessen Frau Béline – zu sehen. In der Prager Inszenierung von Oscar Blumenthals Lustspiel Im weißen Rößl (Premiere 1. Juli 1924), das für Ralph Benatzkys spätere gleichnamige Operette die Handlung lieferte, verkörperte sie – neben Hermine Medelsky und Richard Romanowsky – die Rätin Schmidt, und ihre Schwester Adele Lhotzky[9], mit der sie des Öfteren auf der Bühne stand, die Nichte. Während Adele Lhotzky bis in die frühen 1930er Jahre in Prag blieb und so – meist in Nebenrollen, jedoch in so manchen Erstaufführungen mit prominenter Besetzung – mitwirkte (etwa am 12. September 1926 in Robert de Flers’ und Francis de Croissets Die neuen Herren als Julie mit Paula Wessely, Attila Hörbiger und Leopold Kramer[10]), verließ Hilde Pittschau−Hofer gegen Ende 1924 endgültig Prag. 1925 trat sie ein Engagement am Berliner Rose-Theater an, das mit volkstümlichen Stücken als auch aktuellen Gesellschaftsstücken ein abwechslungsreiches, „durchmischtes“ Programm bot.
1926 machte sie ihren ersten „Ausflug“ in die Filmwelt: Nachdem ihr älterer Sohn Werner Pittschau sich nach drei sehr erfolgreichen Theaterjahren in Prag und Berlin im Jahr zuvor mit einem fulminanten Start in der Welt des Films etabliert hatte und 1926 in nicht weniger als neun Filmen in Hauptrollen zu sehen war, erhielt Hilde Hofer-Pittschau für den Streifen Der Liebe Lust und Leid – Kellerkavaliere (Regie: Kurt Gerron) ihr erstes Filmengagement, blieb aber weiterhin an das Rose-Theater gebunden.
Während einer Vorstellung am 28. Oktober 1928 traf Hilde Pittschau-Hofer die Nachricht vom tödlichen Autounfall ihres Sohnes Werner Pittschau und seiner Freundin auf einer Fahrt an die Ostsee bei Gerdshagen (dessen Ursache trotz zahlreicher, jedoch sehr widersprüchlicher Zeitungsberichte, letztlich rätselhaft blieb) wie ein Blitz. Um diesen tragischen Einschnitt in ihr Leben zu bewältigen, stürzte sie sich noch mehr in die Bühnenarbeit und überzeugte z. B. 1931 in Breakdown around midnight (Text: Hanns Dekmer, Musik: Harry Waldau) mit Blanka Verbenji ebenso, wie in „klassischen“ Operetten, in denen sie Gesangsrollen – darunter in Der Graf von Luxemburg, Gräfin Mariza oder Opernball – die Kritiker.
Filmschauspielerin, Synchronsprecherin und Potsdam (1932–1940)
1932 wechselte sie vom Rose-Theater an das Schauspielhaus der Residenzstadt Potsdam, (an dem ihr Stiefsohn Walther Pittschau sechs Jahre später die Intendanz übernahm). 1933 wurde sie erstmals als Synchronsprecherin für den Film Cavalcade des britisch-US-amerikanischen Regisseurs Frank Lloyd (nach Noël Coward) gewonnen. 1934 spielte sie die „Tante“ im Film Der Vetter aus Dingsda. 1936 wirkte sie neben Paul Hörbiger als Frau Bruneder im Film Drei Mäderl um Schubert mit.
Ab ihrem Eintritt in das Schauspielhaus der Residenzstadt Potsdam findet sich der Name Hilde Pittschau-Hofer in zahlreichen Produktionen, so etwa in Gerhart Hauptmanns Der Biberpelz, in Paul von Schönthans Der Raub der Sabinerinnen, in Heinrich Laubes Die Karlsschüler, in Goethes Faust, in Hermann Bahrs Das Konzert und nicht zuletzt in der Komödie Das lebenslängliche Kind von Robert Neuner alias Erich Kästner, der 1934 von der Reichsschrifttumskammer mit Publikationsverbot belegt worden war. Das Stück war 1940 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt und von vielen deutschen Bühnen so auch in Potsdam gespielt worden, bis es mitten im Erfolg verboten wurde, nachdem ein Journalist Kästner als Autor enttarnt hatte …
Späte Theaterjahre und Kriegsschicksale (1941–1949)

Aus Anlass ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums und ihrem Wunsch entsprechend wurde 1941 die Komödie Die Nacht in Siebenbürgen (ungar. Originaltitel Alterego) von Nikolaus Asztalos gegeben. Das Stück des jungen Autors war 1919 an den Budapester Kammerspielen uraufgeführt worden, in dessen deutscher Fassung von Friedrich Schreyvogl Hilda Hofer-Pittschau als Darstellerin von Kaiserin Maria Theresia gefeiert wurde.[11] Auch wenn man zunächst diesen thematischen Rückgriff als nostalgisch auffassen könnte – ausgerechnet die Erzrivalin Friedrichs von Preußen, sozusagen in „seiner Residenzstadt“, im schönsten Licht erscheinen lassen zu wollen – machte das Programmheft deutlich, dass damit in der Zeit des Nationalsozialismus ein Statement beabsichtigt war: Darin wird der Rückblick auf Hilde Hofer-Pittschaus Karriere von zwei faksimilierten Zeitungsausschnitten aus ihrer Anfangszeit begleitet, in denen ausgerechnet ihr „Entdecker“ Sigmund Lauterburg bzw. ihr Kollege Josef Jarno – beide Juden – gewürdigt wurden.[12] In einem weiteren Programmheft der Saison wird dieser Standpunkt noch mittels des vieldeutigen Frontispiz-Zitats von Gotthold Ephraim Lessing bestärkt: „Der Komödie ist genug – wenn sie keine verzweifelten Krankheiten heilen kann –, die Gesunden in ihrer Gesundheit zu befestigen. Auch den Freigiebigen ist der Geizhals lehrreich.“
Kurz danach beeindruckte sie einmal mehr Publikum und Kritiker in der Rolle der Steuerinspektorswitwe Hergentheim in Hermann Sudermanns Die Schmetterlingsschlacht.
1943 beging sie – von Presse und Publikum gefeiert – ihren 70. Geburtstag mit der Darstellung der „Geheimrätin Seefeld“ in Roderich Benedixs Lustspiel Der Störenfried (1861).[13]
Wenige Monate vor der mit Erlass von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ab 1. September 1944 verordneten kriegsbedingten Schließung aller deutschen Theater (in denen Hilde Hofer-Pittschau durch Bombentreffer zwei Mal ihre Wohnung verlor) findet sich Paul von Schönthans Erfolgsstück Der Raub der Sabinerinnen mit Hilda Hofer-Pittschau in der Rolle der Professorengattin Friederike Gollwitz bei vollem Haus noch einmal auf dem Spielplan ...
Hilde Pittschaus späte Lebensjahre werden von familiären Todesfällen überschattet:
1945 fiel Hermann Pittschau, der jüngere Sohn Hilde Pittschaus, am 20. April – wenige Tage vor Kriegsende – in Neuhäuser b. Pillau/Ostpreußen[14].
1946 verstarb ihr Stiefsohn Walther Pittschau am 20. Februar in Potsdam.
1948 holte der italienische Regisseur Roberto Rossellini den fast vergessenen, ältesten Stiefsohn Hilde Pittschaus, Ernst Pittschau jun., noch einmal vor die Kamera. In dem Überlebensdrama Deutschland im Jahre Null (Originaltitel Germania anno zero) mimte er den bettlägerigen Familienvater. Er verstarb am 2. Juni 1951 in Berlin-Schöneberg[15].
1949 engagierte Paul May Hilde Pittschau für eine kleine Rolle in dem G.-W.-Pabst–Filmdrama Duell mit dem Tod (in dem der österreichische Widerstand im Dritten Reich thematisiert wird), in der sie von der Presse gewürdigt wird. So heißt es etwa in Der Abend vom 2. Dezember 1949: „Und noch eine Persönlichkeit bringt dieser Film: In zwei Szenen die Menschlichkeit einer Schauspielerin namens Hilde Pittschau, die als verfolgte Jüdin die Größe einer Frieda Richard erreichte.“
Galerie
- Hilde Pittschau-Hofer, Porträtkarte, 1905
- Ernst Pittschau sen. und Hilde Hofer-Pittschau, Privatfoto, Halensee/Berlin, 1914
- Hilde Hofer-Pittschau, Privatfoto, Berlin, 1927
- Die Nacht in Siebenbürgen, Theaterproramm, Potsdam, 1. März 1941
- Störenfried, Theaterprogramm, Potsdam, 1. März 1943
- Der Raub der Sabinerinnen, Szenenfoto, Potsdam, 1944
Lebensabend
Ihren Lebensabend verbrachte Hilde Hofer-Pittschau in Wien. Am 6. Juli 1961 verstarb sie im 89. Lebensjahr im Wiener Frauenheim in Penzing und wurde am 11. Juli 1961 auf dem evangelischen Friedhof Simmering (Wien) an der Seite ihres 1916 verstorbenen Mannes beigesetzt[16].
Filmografie
- 1926: Der Liebe Lust und Leid
- 1934: Der Vetter aus Dingsda
- 1936: Drei Mäderl um Schubert
- 1949: Duell mit dem Tod
Weblinks
- Heinz P. Adamek: Hilde Pittschau-Hofer. Eintrag in die Datenbank biografiA, biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen
