Himmel und Kölle

deutsches Musical From Wikipedia, the free encyclopedia

Himmel und Kölle – Das Comedy Musical ist ein deutsches Musical. Es ist das erste Musical, das in Köln spielt, und es wurde am 26. Oktober 2020 in der Volksbühne am Rudolfplatz uraufgeführt.

Schnelle Fakten Musicaldaten, Rollen/Personen ...
Musicaldaten
Titel Himmel und Kölle – Das Comedy Musical
Originalsprache Kölsch / Deutsch
Musik Andreas Schnermann
Buch Dietmar Jacobs
Moritz Netenjakob
Liedtexte Dietmar Jacobs
Moritz Netenjakob
Originalregie Gil Mehmert
Uraufführung 26. Oktober 2020
Ort der Uraufführung Volksbühne am Rudolfplatz
Ort und Zeit der Handlung Gegenwart
Rollen/Personen
  • Elmar – Priester
  • Kathy – schwangere Braut
  • Moni – Pfarrhaushälterin
  • Mattes – Bräutigam
  • Schwaadlappe – Freund von Mattes
  • Maike – Brautjungfer
  • Jenny – Brautjungfer
  • Taxifahrer
Schließen

Geschichte

Die Uraufführung von Himmel und Kölle fand am 26. Oktober 2020 in der Volksbühne am Rudolfplatz statt.[1] Nachdem es weitere drei Male gespielt worden war, mussten weitere Aufführungen wegen der COVID-Maßnahmen bis Februar 2021 abgesagt werden. Im Oktober 2025 wurde es zum vierten Mal wiederaufgenommen.[2]

Bis dahin hatte es 450 Aufführungen des Stücks gegeben, die von rund 140.000 Zuschauern besucht worden waren.[2] Prominente, die in Gastrollen mitwirkten, waren Henning Krautmacher, Jürgen Becker, Mirja Boes, Tom Gerhardt, Tanja Schumann, Isabel Varell und Kalle Pohl.[3]

Handlung

Der junge, naive Priester Elmar aus dem Schwabenland wird gegen seinen Willen in das „heilige“ Köln versetzt; er hatte sich ein friedliches, frommes Dorf als Wirkungsstätte gewünscht. Empfangen wird er von der resoluten Pfarrhaushälterin, die sich als „et Moni“ vorstellt und sämtliche Bistumsgeheimnisse zu kennen scheint. An seinem ersten Tag in der Stadt trifft er auf der Domplatte Kathy, die am nächsten Morgen heiraten will. Sie hat aber herausgefunden, dass sie von einem Seitensprung schwanger geworden ist. Elmar beschließt, Kathy zu helfen: Er überzeugt die junge Frau, ihrem künftigen Ehemann Mattes die Wahrheit zu sagen, und ist sich sicher, dass dieser ihr verzeihen wird. Kathy bittet Elmar, sie auf ihrer schwierigen Mission zu begleiten. Als sie ihm beichtet, sie habe es nicht so mit Gott, antwortet er: „Gott ist ein wenig wie der ADAC, der kommt auch raus, wenn man nicht Mitglied ist.“ Elmar wiederum erfährt die kölsche Losung: In der Not helfe es in Köln, zu behaupten, er kenne Lukas Podolski persönlich – was später tatsächlich funktioniert.

Mattes, begeisterter Kachelverkäufer von Beruf, ist allerdings mit seinem Freund Schwaadlappe („Schwätzer“) durch Köln unterwegs. Kathy und Elmar folgen ihm quer durch die Stadt und erleben das wilde Kölner Nachtleben mit seinen Höhen und Tiefen. Sie werden von einem Taxifahrer aus Sachsen chauffiert, der sich bitterlich darüber beklagt, dass man in Köln nicht links abbiegen könne. Nachts sind sie allein im Kölner Dom, wo die Skelette der Heiligen Drei Könige aus ihrem Schrein springen, einen schmissigen Stepptanz hinlegen und dazu „bekloppter als man glaubt“ singen. Während dieser Irrfahrt wird Elmar immer lockerer und legt gar einen Striptease hin, um einer brisanten Situation zu entkommen. Bei der ersten priesterlichen Handlung von Elmar in Köln, der Trauungszeremonie von Kathy und Mattes, kommt es zum Showdown.

Lieder

  • Mein Auftrag
  • Willkommen in Kölle
  • In einer Melodie
  • Da bin ich locker
  • Netz Oriental
  • Links abbiegen
  • Die Liebe braucht kein Schloss
  • Nimm doch meinen Schwager
  • Im Zölibat
  • Wenn ich singen will
  • Bekloppter als man glaubt
  • Wir kacheln die Welt
  • Dat ruckelt sich zurecht
  • Nach vorn oder zurück
  • Ich wollte Priester sein
  • In Köln will ich leben

Kritik

Thorsten Wulf schrieb in musicals – Das Musicalmagazin: „[…] ‚Himmel und Kölle‘ ist eine wahre Liebeserklärung an die Stadt Köln, mit einer witzigen Story, einer handvoll Ohrwürmer, von einer 4-Mann-Band unter der Leitung von HC Petzold gespielt und vom Ensemble bestens interpretiert.“[4]

Im Express schrieb Christof Ernst: „Wenn es Engel gibt, werden sie auf Wolke sieben Beifall klatschen. Das erste Köln-Musical ‚Himmel und Kölle‘ […] ist ein wahrhaft göttliches Vergnügen! Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die zu Deutschlands Top-Comedy-Autoren gehören, haben sich die sehr kölsche Story ausgedacht […] Regisseur Gil Mehmert macht aus dem Stoff eine bildgewaltige, urkomische und temporeiche Achterbahnfahrt durch Kölns Lebenszentren.“[4]

Annika Schmitz von der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Doch im Grunde ist das Stück nicht nur eine Hommage an die Stadt Köln, sondern auch an jenen rheinischen Katholizismus, der nach dem Prinzip ‚leben und leben lassen‘ funktioniert. Und so entsteigen dann auch des Nachts die Heiligen Drei Könige singend und tanzend ihrem Schrein: ‚Auch hier in Köln kennt man die Bibel sehr sehr gründlich. Aber man glaubt hier viel gesünder – unverbindlich.‘“[5]

Auszeichnungen

Beste Darstellerin in einer Nebenrolle (Vera Bolten)
Bester Darsteller in einer Nebenrolle (Mark Weigel)
Sonderpreis der Jury für die Beste Ensemble-Leistung
Sonderpreis für Personen, die in der Corona-Pandemie finanziell und ideell andere unterstützt haben: Frank Blase (Unternehmer und Produzent von „Himmel und Kölle“)[6]
  • 12. Kölner Kulturpreis 2021: Kulturereignis des Jahres 2021[7]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI