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Hinderking (Burg)

Burg in Soest, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Hinderking ist eine abgegangene und durch archäologische Grabungen in das elfte Jahrhundert datierte Turmhügelburg (Motte) im nördlichen Vorland der Stadt Soest in Nordrhein-Westfalen. Sie war zugleich Mittelpunkt der Herrlichkeit Hinderking.[1]

Schnelle Fakten
Hinderking
Staat Deutschland
Ort Soest
Entstehungszeit 11. Jahrhundert
Burgentyp Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand Burgstall, Turmhügel erhalten
Ständische Stellung Adlige
Geographische Lage 51° 35′ N,  7′ O
Höhenlage 90 m ü. NN
Hinderking (Nordrhein-Westfalen)
Hinderking (Nordrhein-Westfalen)
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Geschichte

Der zur Burg gehörige Herrschaftsbezirk (auch „Bifang Hinderking“, … Henrikinch) war eine so genannte Herrlichkeit in Westfalen. Dieser 506 Morgen (ca. sechs Quadratkilometer) große Bezirk hatte eine gesonderte Gerichtsbarkeit inne.[2][1] Die Herkunft des Namens „Hinderking“ ist vergleichsweise unstrittig und bedeutet so viel wie zu Henrik (= Heinrich) gehörend.

Möglicherweise handelt es sich beim Gebiet Hinderking um das ursprüngliche Herkunftsgebiet derer von Volmarstein/Volmerstein; denn bevor die Volmersteiner mit ihrem namensgebenden Stammsitz belehnt wurden, waren sie bereits im Besitz kölnischer Lehensgüter nördlich von Soest.[3] Auch ist der Name „Heinrich“ ein häufiger Name der Volmersteiner. Obwohl die Möglichkeit gut begründet ist, ist es bisher jedoch nicht zu beweisen, dass die Herrlichkeit Hinderking ein Lehen der Edelherren von Volmerstein war.[4] Zur Herrlichkeit gehörten folgende Gebiete:

  • die Burg Hinderking
  • der Ort Katrop ohne Hof Schmerbrock[1]
  • der Ort Rithus (heute eine Wüstung)[5]
  • die Bauerschaft Lühringsen
  • die Bauerschaft Wehringsen (heute zu Thöningsen gehörig)

Das Hochgericht dieses Gebietes befand sich in Katrop.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden Teile des Beifangs verkauft (so bereits 1227 der Einzelhof Ruphoff an das Soester Stift St. Walburgis[6]) und an Soester Patrizierfamilien verlehnt, so dass der Beifang Hinderking bis zum Ende des Mittelalters de facto in der Soester Börde, genauer: der Niederbörde, aufging.

Baulichkeiten

Die Turmhügelburg bestand neben dem auf einem künstlichen Hügel errichteten Wehrturm und einem Wassergraben aus einigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. In dieser Vorburg des Hinderking befand sich auch eine Kapelle.[7] Der Abbruch der Kapelle erfolgte in der Reformationszeit, sie wurde noch vor 1543 niedergelegt, was zu einem langwierigen Rechtsstreit zwischen den Herren von der Recke als Nachfolgern der Edelherren von Volmerstein und dem Soester Magistrat führte.[8][9][10]

Gegenwärtige Situation

Das ehemalige Herrschaftsgebiet teilten sich bis zur kommunalen Neuordnung 1969 die Gemeinden Soest, Katrop und Thöningsen. Seit dem 1. Juli 1969 gehört das Gebiet des gesamten Beifangs zur Stadt Soest. Heute findet sich von der Turmburg nur noch ein auf Privatbesitz gelegener Hügel am westlichen Ende des Weges „Am Hinderking“, welcher bereits 1881 Ziel erster archäologischer Ausgrabungen war.

Literatur

  • Albert von Viebahn: Die Ausgrabungen am Hinderking. In: Soester Zeitschrift 1, 1881/82, S. 20–23
  • Marga Koske: Der Hinderking. Beispiel für eine Neubruchsiedlung im Weichbild der Stadt Soest. In: Soester Zeitschrift 107, 1995, S. 39–50, hier als PDF
  • Marga Koske: Geschichte der eingemeindeten Soester Stadtteile. In Soester Zeitschrift. 112 2000, S. 23–78
  • Eduard Vogeler: Einige geschichtliche Nachrichten über die sogenannte Herrlichkeit Hinderking und die zu derselben gehörige Kapelle. In: Soester Zeitschrift 1, 1881/82, S. 23–40.
  • Adelbert Graf von der Recke von Volmerstein: Lehndienst und adelige Wirtschaftsführung im Spätmittelalter, dargestellt am Leben Dietrichs von Volmerstein. Dissertation 2002, hier als Volltext
  • Eberhard G. Neumann: Wohntürme und Motten zwischen Lippe und Ruhr (westfälischer Teil) In: Château Gaillard; études de Castellologie européene, S. 137–145.
  • Hubertus Schwartz: Turmhügel. In: Soest in seinen Denkmälern, III. Band; Westf. Verlagsbuchhandlung Mocker & Jahn, Soest 1957; S. 174–175.

Einzelnachweise

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