Historische Innenstadt von Paramaribo

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Die Historische Innenstadt von Paramaribo ist der historische Kern der surinamischen Hauptstadt Paramaribo und gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Der Stadtteil geht auf eine ehemalige niederländische Kolonialstadt des 17. und 18. Jahrhunderts zurück, deren ursprünglicher und sehr charakteristischer Straßenplan bis heute erhalten geblieben ist. Die Bauten – überwiegend Holzbauten – zeugen von der allmählichen Verschmelzung niederländischer Architektureinflüsse mit lokalen Techniken, Materialien und Elementen kreolischer Kultur.[1]

Schnelle Fakten UNESCO-Welterbe, Geschichte der Einschreibung ...
Historische Innenstadt von Paramaribo
UNESCO-Welterbe

Denkmalgeschützte Holzhäuser der Innenstadt
Vertragsstaat(en): Suriname Suriname
Typ: Kultur
Kriterien: (ii)(iv)
Fläche: 2,66 ha
Pufferzone: 103 ha
Referenz-Nr.: 263
UNESCO-Region: Lateinamerika und Karibik
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2002  (Sitzung 26)
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Lage und Stadtentwicklung

Die historische Innenstadt liegt am linken Ufer des Suriname-Flusses und wird im Norden durch den Sommelsdijkse Kreek und im Süden durch den Viottekreek begrenzt. Das Kulturgut umfasst den ältesten, aus dem 18. Jahrhundert stammenden, Teil der historischen Innenstadt, zwei Pufferzonen – die städtischen Erweiterungen aus dem 18./19. Jahrhundert – sowie eine Reihe von wesentlichen denkmalgeschützten Bauwerken.[2] Der historische Grundriss folgt seit 1683 einem rechtwinkligen Raster, das sich von Fort Zeelandia und dem dahinterliegenden Onafhankelijkheidsplein aus nordwestwärts erstreckt. Die Hauptstraßen verlaufen entlang natürlicher „Muschelrücken“ (englisch shell ridges), die einen erhöhten, gut drainierten Baugrund boten. Im späten 18. Jahrhundert wurde das historische Stadtzentrum mithilfe niederländischer Ingenieurtechnik über zuvor sumpfige Flächen nach Norden erweitert.[3.1]

Architektur und wichtige Bauwerke

Wichtige in der Innenstadt liegende Gebäude sind beispielsweise das Präsidentenpalais Suriname, die Kathedrale St. Peter und Paul, De Waag, das Finanzministerium, Fort Zeelandia und die Reformierte Kirche. Außerhalb der Schutzzone liegen die Lutherische Kirche sowie die Synagoge. Fort Zeelandia (ab 1667), das Präsidentenpalais (1730, Erdgeschoss in Stein, Obergeschoss in Holz), das Finanzministerium (1841, monumentaler Ziegelbau mit klassizistischem Portikus und Uhrturm), die reformierte Kirche am Kerkplein (1837, neugotisch‑klassizistische Ziegelkirche) und die römisch‑katholische Kathedrale St. Peter und Paul (1885, vollständig aus Holz errichtet) veranschaulichen die Entwicklung von den frühen steinernen Regierungsbauten hin zu späteren, großmaßstäblichen Holz- und Ziegelkonstruktionen. Der überwiegende Teil der Wohn- und Geschäftshäuser in der Innenstadt besteht aus vollständig in Holz errichteten, rechteckigen Bauten mit symmetrischen Fassaden, steilen Dächern und aufgemauerten Sockelzonen, die nach den Stadtbränden von 1821 und 1832 in traditioneller Bauweise durch lokale Handwerker neu errichtet wurden.[3.2] Zu den prägenden Elementen der Innenstadt gehört zudem der unmittelbar nördlich von Fort Zeelandia gelegene Palmentuin (Palmengarten), ein großer öffentlicher Park mit Palmenbestand, der die Festung, das Regierungsviertel und die Uferzone verbindet.

Denkmalbestand

In der historischen Innenstadt von Paramaribo sind insgesamt 291 Bauwerke als Denkmale gelistet. Bereits zum Zeitpunkt der Einschreibung verzeichnete die Stadt über 250 geschützte Gebäude. Trotz hoher Authentizität des Stadtgefüges ist der Bestand aufgrund der leichten Entflammbarkeit der Holzbauten, mangelnder Instandhaltung und städtebaulicher Eingriffe – etwa am Onafhankelijkheidsplein und an der Uferfront – als vulnerabel eingestuft.[1]

UNESCO-Welterbe

Die Stätte wurde auf der Grundlage der Kriterien (ii) und (iv) in die Welterbeliste aufgenommen, da Paramaribo als herausragendes Beispiel für die allmähliche Verschmelzung europäischer Architektur- und Bautechniken mit indigenen Materialien und Handwerkstechniken gilt (Kriterium ii) und als einzigartiges Zeugnis des Kontakts zwischen der europäischen Kultur der Niederlande und den indigenen Kulturen Südamerikas während der intensiven Kolonisierung im 16. und 17. Jahrhundert (Kriterium iv). Die Kernzone des Welterbes umfasst eine Fläche von 30 Hektar, die zugehörige Pufferzone misst 60 Hektar.[1]

Galerie

Commons: Binnenstad (Paramaribo) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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