Hitzekrebs
Haut- oder Schleimhaut-Karzinom
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Als Hitzekrebs bezeichnet man Haut- beziehungsweise Schleimhaut-Karzinome, die durch jahrelange Einwirkung von Hitze verursacht werden.
Beispiele und Pathogenese
Die bekannteste durch chronische Hitzeeinwirkung induzierte Krebserkrankung ist der Kangri-Krebs.[1] Dabei handelt es sich um ein im Kaschmir-Tal beobachtetes Hautkarzinom, das als Folge lang andauernder Hitzeeinwirkung eines unter der Kleidung getragenen Kohlenöfchens – des Kangri – verursacht wird. Die Hitzeeinwirkung erzeugt zunächst netzartige Pigmentierungen der Haut, ein sogenanntes Erythema ab igne bzw. Buschke-Hitzemelanose. Wird das Erythema ab igne chronisch, so kann sich daraus nach vielen Jahren ein Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) bilden.[2] Diese Tumoren sind hochaggressiv.
Auch die chronische Anwendung von Wärmflaschen auf dem Bauch kann über viele Jahre hinweg und die Zwischenstufe Erythema ab igne Plattenepithelkarzinome erzeugen.[3][4]
In Irland gab es bis in die 1960er Jahre hinein Krebserkrankungen, die durch die Hitze von Torf-Öfen induziert wurden.[5]
In einer epidemiologischen Studie aus dem Iran konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Konsum von sehr heißem Tee (>70 °C) und dem Auftreten von Speiseröhrenkrebs festgestellt werden.[6][7] Die Provinz Golestan hat weltweit eine der höchsten Erkrankungsraten an Speiseröhrenkrebs.[8][9] Eine diskutierte mögliche Ursache für die kanzerogene Wirkung sind die chronischen Irritationen und Entzündungen der Mucosa der Speiseröhre.[7] Andere Studien, beispielsweise aus Südamerika,[10] kommen zu ähnlichen Ergebnissen.[11]
Die Hitze ist in den genannten Fällen gerade noch erträglich. Es entstehen keine Verbrennungen.[12] Dies ist der wesentliche Unterschied zum Brandnarbenkarzinom, das sich aus Brandnarben heraus entwickelt.