Hjelmshoved

Insel in Dänemark From Wikipedia, the free encyclopedia

Hjelmshoved ist eine seit Ende der 1960er Jahre unbewohnte[1] dänische Insel in der „Dänischen Südsee“, südlich von Fyn (dt.: Fünen) und unmittelbar nördlich der Insel Hjortø gelegen. Die Insel gehört zur Kirchspielsgemeinde (dän.: Sogn) Drejø Sogn, die bis 1970 zur Harde Sunds Herred im damaligen Svendborg Amt gehörte, danach zur „alten“ Svendborg Kommune im Fyns Amt, und seit der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 zur „neuen“ Svendborg Kommune in der Region Syddanmark.

Schnelle Fakten
Hjelmshoved
Gewässer Ostsee
Inselgruppe Dänische Südsee
Geographische Lage 54° 58′ N, 10° 30′ O
Hjelmshoved (Syddanmark)
Hjelmshoved (Syddanmark)
Länge 600 m
Breite 400 m
Fläche 18 hadep1
Höchste Erhebung 3 m.o.h.
Einwohner unbewohnt
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Geographie und Etymologie

Hjelmshoved liegt etwa drei Meter über dem Meeresspiegel und ist eine rund 18 Hektar große Moräneninsel, die nur durch eine etwa 150 Meter breite, sehr flache Meeresstraße von der südlichen Nachbarinsel Hjortø getrennt ist.[2] Bei niedrigem Wasserstand ist die Meeresstraße teilweise durch Watten erforschbar. Die Insel besteht überwiegend aus flachen Strand- und Salzwiesen sowie moränalen Erhebungen.

Der Name Hjelmshoved ist seit etwa 1690 dokumentiert. Er setzt sich zusammen aus dem dänischen Wort hjelm (für eine helmartige, gewölbte Topographie) und hoved (für einen ins Meer ragenden Vorsprung oder eine Landzunge).

Geschichte

Eine dauerhafte Besiedlung der Insel begann ab den 1830er Jahren mit der Errichtung zweier kleinerer landwirtschaftlicher Hofstellen im südlichen Inselteil. Die Inselbewohner lebten hauptsächlich von der Viehzucht und dem Fischfang. Bei Niedrigwasser nutzten die Landwirte die seichte Passage zwischen Hjortø und Hjelmshoved regelmäßig für den Viehtrieb durch das Flachwasser, um die Tiere auf den nährstoffreichen Salzwiesen der Nachbarinsel grasen zu lassen.

Die Fährverbindung Marstal–Birkholm zwischen Marstal und der Insel Birkholm wurde bereits 1882 als Postbootlinie eingerichtet. Das Boot transportierte auch Vorräte und Fahrgäste. Postbootführer Jørgen Rasmussen bediente mit seinem Postboot in dieser Zeit die damals noch bewohnte Insel Hjelmshoved regelmäßig auf Wunsch, um Güter des täglichen Bedarfs zu liefern.[3]

Aufgrund der isolierten Lage und des Strukturwandels in der Landwirtschaft verließen die letzten ständigen Bewohner die Insel Ende der 1960er Jahre. Die verbliebenen zwei Hofgebäude im Süden der Insel befinden sich heute in Privatbesitz und werden als Ferienhäuser genutzt. Eine öffentliche Infrastruktur, ein Hafen oder befestigte Straßen existieren auf der Insel nicht.

Natur und Naturschutz

Obwohl die Insel klein ist, besitzt sie eine hohe ökologische Bedeutung für die Fauna und Flora des Dänischen Südmeers:

  • Vogelschutz: Der gesamte nördliche Teil von Hjelmshoved dient als wichtiges Brut- und Rastgebiet für Küstenvögel (darunter Säbelschnäbler, Eiderenten, Graugänse und Küstenseeschwalben). Aus diesem Grund gilt für den Norden der Insel jedes Jahr vom 1. März bis zum 1. Juli ein striktes Betretungsverbot während der Brutzeit.
  • Rotbauchunken: In der Inselmitte liegt ein Süßwasserteich, der bereits 1951 unter Naturschutz gestellt wurde, um das seltene Vorkommen der Rotbauchunke (Bombina bombina) zu sichern. Nach einem lokalen Rückgang wurden dort Erhaltungsprogramme zur Wiederansiedlung durchgeführt.
  • Flora: Die Vegetation ist durch salztolerante Pflanzen dominiert. Auf den Strandwiesen wachsen unter anderem der Halligflieder (Limonium vulgare), die Strand-Grasnelke (Armeria maritima) sowie verschiedene geschützte Hahnenfußarten.

Einzelnachweise

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