Hochschule Nordhausen

Bildungseinrichtung in Nordhausen, Thüringen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Hochschule (HS) Nordhausen – University of Applied Sciences (auch: HSN), bis zum 31. Dezember 2014 Fachhochschule Nordhausen (auch: FHN), wurde in der jetzigen Form im Jahr 1997 gegründet und liegt in Nordhausen[5], Thüringen. Die Gesamtstudierendenanzahl lag zuletzt (Wintersemester 2024/25) bei 1753 Studenten.[1] Das Studienangebot umfasst 15 Bachelorstudiengänge und 15 Masterstudiengänge (davon fünf weiterbildende Masterstudiengänge) in den beiden Fachbereichen Ingenieurwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.[6]

MottoPersönlich – Innovativ – Vielfältig
Gründung1997
Trägerschaftstaatlich
Schnelle Fakten Motto, Gründung ...
Hochschule Nordhausen
Motto Persönlich – Innovativ – Vielfältig
Gründung 1997
Trägerschaft staatlich
Ort Nordhausen
Bundesland Thüringen
Land Deutschland
Präsident Jörg Wagner
Studierende 1753 (Wintersemester 2024/25)[1]
Mitarbeiter ca. 300
davon Professoren 42 (mit Vertretungsprofessuren am 16. Oktober 2025)[2][3]
Jahresetat 15 Mio. €[4]
Netzwerke Hochschulrektorenkonferenz, Nationale Forschungsdateninfrastruktur, Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes
Website www.hs-nordhausen.de
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Geschichte

Logo bis zum 31. Dezember 2014

Die ersten Planungen für eine Hochschule in Nordthüringen wurden 1991 getroffen und wurden ab 1993 konkreter.[7] Neben Nordhausen waren zu diesem Zeitpunkt noch andere Standorte im Gespräch, zum Beispiel Mühlhausen. Ziel einer solchen Hochschule war unter anderem die Stärkung der Region gegenüber der Thüringer Städtekette.[8] Die Planungen für eine Fachhochschule in Nordthüringen führten 1997 zur Gründung der Fachhochschule Nordhausen.[9] Das Gelände des Weinbergs hat jedoch schon eine bis 1906 zurückliegende Geschichte mit verschiedenen Bildungseinrichtungen. Seinerzeit erfolgte der Beschluss des Sächsischen Provinziallandtags zum Bau einer Landeserziehungsanstalt, die 1910 eröffnet wurde, von 1914 bis Kriegsende als Lazarett genutzt wurde,[10] ebenso wie im Zweiten Weltkrieg, und beim Bombenangriff auf Nordhausen im April 1945 teilweise zerstört wurde.[11][12] Das gesamte Grundstück des ehemaligen Landes-Erziehungsheimes, Weinberg 15, wurde Ende April 1950 aus der Straßenbezeichnung herausgenommen und in Weinberghof umbenannt.[13] 1951 wurde die „Fachschule für Landwirtschaft“, 1956–1994 „Ingenieurschule für Landtechnik“ genannt, auf dem Gelände gegründet.[7][14]

Mit Beschluss des Landtages von Thüringen 1997 gegründet, nahm die Hochschule 1998 ihren Studienbetrieb mit etwa 140 Studierenden[9] in den Studiengängen: Betriebswirtschaft, Sozialmanagement und Technische Sanierung auf.[7] Das Studienangebot wurde über die Jahre hinweg immer weiter ausgebaut, so dass die Hochschule heute 30 Bachelor- und Masterstudiengänge mit etwa 2000 Studierenden vorweist. 2015 wurde die Fachhochschule Nordhausen in „Hochschule Nordhausen“ umbenannt.

Gliederung

Hochschule Nordhausen mit dem Mensagebäude, Audimax, Studienkolleg, Studentenrat und Verwaltung / Präsidium
Mensa Weinberghof – Gebäude 10

Präsidium

Die Hochschulleitung (Präsidium) setzt sich zusammen aus dem Präsidenten, der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, dem Vizepräsidenten für Forschung und Entwicklung sowie dem Kanzler.[15]

Hochschulversammlung

Die Bibliothek u. zentrale Einrichtungen (links) und Gebäude 19

Die Hochschule Nordhausen stellt im Bereich der Gliederung eine Besonderheit in der Thüringer Hochschullandschaft dar. Die Hochschulversammlung ist das zentrale Kollegialorgan der Hochschule Nordhausen. Sie berät über die Profilbildung und Schwerpunktsetzung in der Forschung.[16][17]

Forschung

  • August-Kramer-Institut (AKI), ingenieurwissenschaftliche Lehr- und Forschungseinrichtung mit den Arbeitsfeldern Energiesysteme, Werkstoff- und Verfahrenstechnik und Geoengineering.[18]
  • in.RET – Institut für Regenerative Energietechnik soll Unternehmen, Einrichtungen sowie Behörden durch Beratung, Energieforschung und Weiterbildung unterstützen. Es organisiert die Bachelorstudiengänge Regenerative Energietechnik und Wirtschaftsingenieurwesen für Nachhaltige Technologien sowie die energietechnischen Profilierungsrichtungen innerhalb des Masterstudiengangs Systems Engineering.[19]
  • Institut für Informatik, Automatisierung und Elektronik (IAE). Als Lehr- und Forschungsinstitut deckt es die Bereiche Informatik, Web-Technologie, Automatisierungstechnik und Elektronik an der HS Nordhausen ab.[20]
  • Institut für Public Management und Governance (IPMG),[21] wissenschaftliche Einrichtung des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Hochschule Nordhausen. Mit der Bündelung von Qualifikationen in den Bereichen der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um Handlungsoptionen bei kommunalen Steuerungsproblemen zu entwickeln und Lösungen zu erzielen. In den Feldern „Moderne Regulierung“, „Organisation und Personal“ und „Rechnungswesen und Controlling“ werden u. a. Leitbilder, Nachhaltigkeits- oder Demografie-Strategien, Marketing-Strategien sowie Fördermittelkonzepte für Kommunen erarbeitet.[21]
  • Institut für Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und Versorgungsforschung (ISRV): Hier liegt der Schwerpunkt in der Forschung in den Bereichen der rehabilitativen, therapeutischen Sozialen Arbeit, Heilpädagogik, Transdisziplinären Frühförderung, Systemischen Beratung und Therapie.[22]
  • Sensoriklabor für sensorische Produktforschung.[23]
  • Das Schülerforschungszentrum (SFZ) begleitet projektorientiertes Forschen und Entwickeln.[24] Dabei erhalten Jugendliche einen Überblick in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

2019 erweiterte sich der Campus um einen ersten externen Standort, da Forschung im Technikumsmaßstab die Platzkapazitäten am Weinberg ausreizten. Das neu gegründete Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe (ThIWert) dient insbesondere der Forschung und Entwicklung im Bereich der Wertstoff- und Kreislaufwirtschaft.[25]

  • Das Ressourceninstitut Nordhausen (ResIn) wurde 2024 gegründet und erweitert den Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule Nordhausen. Es dient als Anlaufstelle für regionale und überregionale Unternehmen, um wissenschaftliche Auftragsforschung zu fördern. In diesen Prozess werden die am ThIWert assoziierten Professorinnen und Professoren aktiv eingebunden.[26]

Des Weiteren verfügt die Hochschule über das Referat für Forschung und Wissenschaftstransfer.[27]

Ausgründungen

Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen sind Teil der gewollten Strategie zur Steigerung wissensbasierter Gründungsideen. An solchen Ausgründungen beteiligen sich in der Regel Mitarbeiter der Einrichtungen und ggf. die Institute selbst. Bisher gab es bei der HS Nordhausen 25 Gründungen,[28] beispielsweise wurde 2020 HIKE – Der Hochschulinkubator an der Hochschule gegründet, welcher Studierende und Mitarbeiter bei der Verwirklichung von Gründerideen unterstützen soll.[29]

Einzelnachweise

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