Hof Hiester
ehemaliger Bauernhof in der Gemeinde Südheide in Niedersachsen
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Der Hof Hiester in der niedersächsischen Gemeinde Südheide, Ortschaft Hermannsburg, Hiesterhof 1, im Landkreis Celle besteht aus Bauten der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Ältestes Gebäude ist ein Treppenspeicher von 1586. Aktuell (Stand 2025) wird die Hofanlage zum Wohnen und landwirtschaftlich genutzt.

Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz;[1] siehe auch Liste der Baudenkmale in der Gemeinde Südheide.
Geschichte und Beschreibung
Der Hof Hiester gehört zu den bedeutendsten Einzelhofanlagen der Südheide.[1] Eine erste Ansiedlung am Hof wird bereits in der Zeit vor 900, zur Zeit von Herzog Hermann Billung, überliefert. Im herzoglichen Lehnsregister ist die Zehntabgabe Johann van Hister von 1330 erstmals urkundlich erwähnt. Über Generationen hinweg befand sich der ungeteilte Hof in Familienbesitz, da zumeist der älteste Sohn den Hof erbte.






Die Hofanlage befindet sich am Rand des Klosterforsts Miele, umgeben vom ca. 3500 Hektar Grundbesitz an Ackerland, Wiesen, Weiden, Mooren, Heideflächen und Wald. Sie besteht aus
- dem eingeschossigen, giebelständigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1768 (Inschrift), als Zweiständer-Hallenhaus auf Backsteinsockel in Fachwerk mit Ausfachungen in Stein, reet- und ziegelgedecktem Krüppelwalmdach, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch, Pferdeköpfen und der Grooten Door mit Rundbogen, Südseite mit Fenster aus dem 19. Jh. sowie Zugang zum Wohnteil; Wohnteil 1936 massiv verlängert, Innengefüge der Diele und des Fletts (Küchenbereich) blieben dabei unverändert,[1]
- dem eingeschossigen, traufständigen Wohnhaus von 1857 (Inschrift) auf hohem Kellersockel in Zyklopenmauerwerk mit Werksteineinfassung der Fenster, ansonsten in Fachwerk mit Steinausfachungen und im Giebel auf gerundeten Füllhölzern und Balkenköpfen leicht vorstehend, sowie mit überstehendem ziegeldedeckten Satteldach, Hauptzugang über Holztreppe,[1]
- dem eingeschossigen, giebelständigen Schafstall aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in verbohltem Fachwerk, mit reetgedecktem Walmdach mit Uhlenloch und Pferdeköpfen als Giebelschmuck,[1]
- dem eingeschossigen, giebelständigen Pferdestall aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als verbohlter Zweiständerbau mit reetgedecktem Walmdach und offener Unterfahrt am hofseitigen Giebel, das Dach kragt an einer Längseite vor,[1]
- dem eingeschossigen Speicher von 1852, in verbohltem Fachwerk und mit vorstehendem reetgedeckten Krüppelwalmdach, Uhlenloch und Pferdeköpfen,[1]
- dem eingeschossigen, giebelständigen Großspeicher von 1835 in verbohltem Fachwerk, mit reetgedecktem Walmdach, Uhlenloch und Pferdeköpfen sowie Quereinfahrt, Treppenzugang und giebelseitige Dachvorkragung über geschweiften Kopfbändern,[1]
- dem zweigeschossigen Treppenspeicher von 1586 in verbohltem Fachwerk mit Unterrähm, reetgedecktem Satteldach sowie allseitig vorkragendem Obergeschosse mit Ankerbalken auf profilierten Knaggen und Außentreppe zum Obergeschoss,[1]
- und einem Bienenzaun.
Die Familien Hister, tom Hister und dann ab etwa 1660 Hiestermann waren Eigentümer des Hofes. Seit 2003 befindet sich der Hof im Eigentum von Stefan Findel aus Wolfenbüttel, einem der Jägermeister-Dynasten.[1]
Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege beschreibt in seiner Denkmalbegründung u. a., dass sich die Hofanlage pittoresk in die landschaftliche Umgebung einfüge. An der Erhaltung des Hofes Hiester bestehe aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte, als Zeugnis- und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte, für die Siedlungsgeschichte sowie für die Geschichte der Kulturlandschaft, aufgrund seiner künstlerischen Bedeutung als Erlebniswert für pittoreske Arbeit, wie auch aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Landschaftsbild ein öffentliches Interesse.[1]
Auf dem Gelände des Hofes steht östlich der Alten Celler Heerstraße auch eine Traubeneiche als geschütztes Naturdenkmal, die 250–300 Jahre alt ist und einen Umfang von 5,36 Meter hat.
Weblinks
- Peter Hiestermann: Hof Hiester ... Hiestermann - die Geschichte einer Familie, auf zuttermeister.de