Hof von Holland (Solingen)
ehemaliges Hotel in Solingen, Nordrhein-Westfalen
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Der Hof von Holland ist ein ehemaliges Hotelgebäude in der bergischen Großstadt Solingen. Im 19. Jahrhundert lebte und praktizierte dort der berühmte Gräfrather Augenarzt Friedrich Hermann de Leuw.[1]
| Hof von Holland | |
|---|---|
Hof von Holland, daneben das Fabrikgebäude (2016) | |
| Daten | |
| Ort | Wuppertaler Straße 249 42653 Solingen |
| Baustil | Klassizismus |
| Baujahr | um 1825 |
| Koordinaten | 51° 12′ 35,3″ N, 7° 4′ 11,4″ O |
Geschichte
Das Gebäude wurde um 1825 als Hotel Hof von Holland nördlich und außerhalb der Gräfrather Altstadt erbaut. Es wurde an der Provinzialstraße Essen–Solingen errichtet, die heute als Bundesstraße 224 ausgewiesen ist. Ab 1830 praktizierte in dem Hotel der Gräfrather Augenarzt Friedrich Hermann de Leuw, der das Hotel später auch erwarb. Seine zahlreichen nationalen wie internationalen Patienten residierten in den Zimmern im Hotel. In der englischen Presse von 1853 hieß es über das Hotel:
„[Es gilt als] modernes Gebäude, das zwar nicht den Anspruch auf Eleganz erhebt, aber komfortabel und viel sauberer als die meisten anderen deutschen Hotels ist.“
De Leuw zog 1843 in den Gräfrather Ortskern um und bezog dort das Patrizierhaus In der Freiheit 25. Seine Praxis behielt er zunächst im Hof von Holland bei und ließ 1859 ein eigenes Operationshaus neben seinem Wohnhaus errichten. Nach 1843 verkaufte de Leuw das Hotel an den Hotelier Flick, der es als Hotel zunächst weiterbetrieb.[1]
Im Jahr 1912 wurde angrenzend an das Hotel ein Ziegelgebäude im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Es handelt sich dabei um das Fabrikgebäude der ehemaligen Stahlwarenfabrik Von Brosy-Steinberg.[1] In der Fabrik war bis zuletzt das Unternehmen Lutz Blades ansässig, das 2020 in einen Neubau an den nahen Piepersberg umzog.[3]
Am 27. November 1984 wurde das ehemalige Hotel unter der Nummer 233 in die Denkmalliste der Stadt Solingen eingetragen. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht der angrenzende Ziegelbau von 1912.[4]
Architektur
Der Hof von Holland ist ein massives Gebäude im klassizistischen Stil und bildete damit einen großen Kontrast zum damals vorherrschenden Stadtbild aus Fachwerk und Schiefer, das im Bergischen Land verbreitet war. Über einem hohen Sockel erhebt sich das zweigeschossige, fünfachsige Bauwerk mit Krüppelwalmdach. Die drei Mittelachsen sind als Risalit leicht vorgezogen und werden durch einen Dreiecksgiebel betont. Die mittlere Achse schließt im Dreiecksgiebel mit einem Halbrundfenster ab, das ein Lyra-Ornament zeigt – ein sehr beliebtes Gestaltungselement der Biedermeierzeit. Das umlaufende Traufgesims zeigt ein Zahnschnittmuster.[1]
Literatur
- Lutz Peters: Gräfrath. Spaziergänge in die Geschichte. Hrsg. vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., aktualisierte Neuauflage, Solingen 2012, S. 71.