Holste
Gemeinde am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen in Deutschland
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Holste ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen (Deutschland).
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 22′ N, 8° 51′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Osterholz | |
| Samtgemeinde: | Hambergen | |
| Höhe: | 24 m ü. NHN | |
| Fläche: | 35,37 km² | |
| Einwohner: | 1398 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 40 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 27729 | |
| Vorwahl: | 04748 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 56 004 | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bremer Str. 2 27729 Hambergen | |
| Website: | www.hambergen.de | |
| Bürgermeister: | Dieter Gloddek (Freie Holster Liste FHL) | |
| Lage der Gemeinde Holste im Landkreis Osterholz | ||
Geografie
Geografische Lage

Die Gemeinde Holste liegt in der norddeutschen Tiefebene nördlich von Bremen.
Gemeindegliederung
Die vier Ortsteile der Gemeinde sind:
- Hellingst
- Oldendorf
- Paddewisch
- Steden
Der Name Holste leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der vormaligen Gemeinden Hellingst, Oldendorf und Steden ab.
Geschichte
Vorgeschichte
In der Gemeinde befindet sich ein Vorgeschichtspfad, der zahlreiche Funde aus prähistorischer Zeit präsentiert. Der Landkreis Osterholz richtete den Pfad im Jahr 1976 in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesverwaltungsamt ein. Der ausgeschilderte Weg führt unter anderem an einem Grab aus der Jungsteinzeit vorbei. Zudem ist ein Schalenstein zu sehen, der in der Hellingster Feldmark entdeckt wurde.[2]

Erste urkundliche Erwähnung
Die erste urkundliche Erwähnung und die erste vollständige Darstellung der Hofstellen der Orte Hellingst, Steden, Paddewisch und Oldendorf findet sich im Vörder Register. Dieses ließ der Bremer Erzbischof Johannes Rohde als eine Art Bestandsaufnahme aller Güter im Jahre 1500 anlegen. Für „Stedenn“ sind die Vollhöfner Wilkens, Muller und Greuere sowie ein Teilhof und eine Kate aufgeführt, in „Hellingkstede“ drei Vollhöfe (Witbalke, Bullenwinkell und Welingen) sowie drei Halbhöfe und eine Kate und in „Oldendorppe“ drei Vollhöfe (Bolte, Bolte und Wittepeninck) und ein Teilhof. In „Paddewysck“ wird der Vollhof des Johan tore Paddewysck erwähnt.[2]
Schwarze Dörfer
Für die Bezeichnung Schwarze Dörfer, mit der die Ortsteile der Gemeinde Holste seit langem verbunden sind, gibt es verschiedene Erklärungen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Name auf die Herstellung von Holzkohle und Schmiedekohle in den Ortschaften zurückgeht. Quellen belegen, dass die Bewohner nicht nur Holzkohle erzeugten, sondern auch die damals seltene Fähigkeit besaßen, aus Torf Schmiedekohle herzustellen.[2]
In der Hellingster Schulchronik vermerkte der damalige Lehrer Theodor Seba, dass es noch im Jahr 1909 einen Köhler gab. Seba hielt die Köhlerhütte zudem in einer Zeichnung fest und verewigte sie in der Chronik. Der Hellingster Schützenverein wählte dieses Motiv später als Vereinswappen.[3]
Waldheim Oldendorf
In Oldendorf gab es ein Flüchtlingslager, in dem im Jahre 1945 200 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten von der Osterholzer Kreisbehörde untergebracht wurden. Das Lager wurde 1968 geräumt. Heute gibt es keine sichtbare Spur mehr davon.
Die Quartiere waren 1938 vom Reichsarbeitsdienst errichtet worden und fungierten bis zum Kriegsende als „Maidenlager“.[4] „Es war kein tristes Elendslager“, meint Siegfried Begatik, der die „Heimat der Schicksalsgemeinschaft“ erforscht hat.[5]
Gründung der heutigen Gemeinde
Die Gemeinde Holste wurde am 1. März 1974 aus den vormals selbständigen Gemeinden Hellingst, Oldendorf und Steden gebildet.[6] Der Gemeindename setzt sich aus den drei Ortsnamen zusammen: H-ellingst-OL-dendorf-STE-den. Die neue Gemeinde Holste bildete im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Axstedt, Lübberstedt und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen.
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Holste besteht aus zehn Ratsfrauen und Ratsherren.[7]
- FHL: 7 Sitze
- Fraktionslos: 2 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)
Bürgermeister
Der erste ehrenamtliche Bürgermeister war Heinz Dullweber, der das Amt 17 Jahre lang bis 1991 ausübte.[8] Im November 1991 übernahm Gottfried Puckhaber, zuvor stellvertretender Bürgermeister, die Amtsführung.[9] Derzeitiger Bürgermeister ist Dieter Gloddek (Freie Holster Liste, FHL), seine Stellvertreter sind Günter Drews (FHL) und Gerhold Puckhaber (FHL).
| Zeitraum | Bürgermeister | Ortschaft |
|---|---|---|
| 1974–1991 | Heinz Dullweber | Hellingst |
| 1991–2001 | Gottfried Puckhaber | Oldendorf |
| 2001–2002 | Werner Raddatz | Hellingst |
| 2002–2011 | Gerhard Müller | Steden |
| 2011– ? | Eckehardt Schütt | |
| 2021 - | Dieter Gloddeck |
Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten
Im Ortsteil Steden gibt es den Wochenendplatz Stedener Forst, der am Stedener See, einem Baggersee, gelegen ist. Das Wochenendgebiet ist auch überregional bekannt.
In Hellingst befindet sich das Segelfluggelände Hellingst.
Gebäude
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude Schulstraße 12 von 1848 in Fachwerk
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Verkehrsmäßiger Anschluss besteht an die Zugverbindungen Bremen – Bremerhaven – Cuxhaven (Bahnhof Oldenbüttel und Lübberstedt) und an die Autobahn 27 (Walsrode – Cuxhaven). Die Hauptverkehrsachse bildet die Bundesstraße 74 Bremen – Stade.
Ansässige Unternehmen
Im Jahre 1975 gründete Richard Weize die Bear Family Records GmbH, ein international tätiges Label für Musikveröffentlichungen.
Kirche
Die Gemeinde Holste gehört kirchlich zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Beverstedt.
Literatur
- Manfred Kück: Geest und Moor - LEBEN DAMALS UND HEUTE. Hrsg.: Samtgemeinde Hambergen. Eigenverlag LandLebt, Vollersode 2024.
