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Homolog (Linguistik)

in der Linguistik ein sprachlicher Ausdruck, der durch seine Form ein Beispiel für seine Bedeutung darstellt From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Homolog bzw. homologer Terminus (von altgriechisch ὁμολογία homología, deutsch ‚Übereinstimmung‘) ist ein Ausdruck, der durch seine Form ein Beispiel für seine Bedeutung darstellt. Damit zählen Homologe zu den Autologen.

Beispiele

  • Der Terminus „Bindestrich-Name“ ist homolog, indem er selbst vorführt, was er bezeichnet (zwei mit Bindestrich verbundene Namenwörter).
  • Das Wort „achtzehnbuchstabig“ ist homolog, da es selbst 18 Buchstaben besitzt (ebenso z. B. „dreisilbig“, „deutsch“, „kleingeschrieben“ und „Substantiv“).
  • Der Ausdruck Schibboleth dient in einer biblischen Geschichte als Schibboleth und ist in dieser Verwendung ein Homolog.
  • Der phonologische Begriff „Assimilation“ ist selbst Beispiel für eine phonologische Assimilation (lat. assimilis aus ad + similis).
  • Das altindische bahuvrihi in der Bedeutung ‚viel Reis habend‘ ist selbst ein Bahuvrihi (Possessivkompositum)[1]
  • Der englische Ausdruck haplogy („Haplologie“) ist selbst ein Beispiel für Haplologie (Silbenschwund).[2]
  • Der Ausdruck „tote Metapher“ (d. h. lexikalisierte/verblasste Metapher) ist ein reziprokes Homolog oder Heterolog, nämlich eine lebendige Metapher.
  • Das Wort Oxymoron, eine rhetorische Figur, die das Verbinden zweier Gegensätze beschreibt, ist selber ein Oxymoron. Es setzt sich zusammen aus ὀξύς oxys „scharf[sinnig]“ und μωρός mōros „stumpf[sinnig], dumm“.
  • Das Wort „achatisieren“ stand im Duden von 1880, ist aber heute nicht mehr gebräuchlich, sondern eine altertümliche Form von „archaisieren“ und somit homolog.

Literatur

  • Homolog. In: Metzler Lexikon der Sprache, 2. Aufl. 2005, S. 280.
Wiktionary: Homolog – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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