Homosalat

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Homosalat (von Homomenthylsalicylat) ist eine organische Verbindung, die in einigen Sonnencremes Verwendung findet. Es handelt sich um einen Ester entstanden aus Salicylsäure und 3,3,5-Trimethylcyclohexanol (Homomenthol). Es wird als chemischer UV-Filter in einer Konzentration bis zu 10 %[4] eingesetzt.[5] Der Salicylsäureanteil des Moleküls absorbiert UV-Licht mit einer Wellenlänge von 295 nm bis 315 nm. Der hydrophobe Cyclohexanolanteil verhindert eine Lösung in Wasser.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Homosalat
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Homosalat
Andere Namen
  • Salicylsäure-3,3,5-trimethylcyclohexylester
  • 3,3,5-Trimethylcyclohexyl-2-hydroxybenzoat
  • (1R*,5R*)-3,3,5-Trimethylcyclohexyl-2-hydroxybenzoat
  • (1R*,5S*)-3,3,5-Trimethylcyclohexyl-2-hydroxybenzoat
  • HOMOSALATE (INCI)[1]
  • Homomenthylsalicylat
Summenformel C16H22O3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 118-56-9 (Gemisch von vier Stereoisomeren)
  • 1834605-04-7 (cis-Form, Racemat)
  • 1834605-05-8 (trans-Form, Racemat)
EG-Nummer 204-260-8
ECHA-InfoCard 100.003.874
PubChem 8362
ChemSpider 8059
DrugBank DB11064
Wikidata Q2260189
Eigenschaften
Molare Masse 262,34 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

1,05 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

< −20 °C[3]

Siedepunkt
  • 165 (0,5 kPa)[2]
  • 181–185 °C[3]
Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser und Propylenglycol[4]
  • mischbar mit Paraffinöl, Isopropylmyristat und Ethanol[4]
Brechungsindex

1,516–1,519[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[3]
Toxikologische Daten

>5000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Schließen

Homosalat ist eine chirale Verbindung mit zwei Stereozentren und somit eine Mischung von vier Stereoisomeren. Dabei überwiegt laut älterer Literatur in den eingesetzten Produkten das trans-Diastereomer [(1R*,5R*)-Form], wobei zwei Homosalat-Isomerengemische existieren: normalerweise eine Mischung aus 15 % cis- und 85 % trans-Form sowie eine aus 40 % cis- und 60 % der trans-Form.[6] Es sind jedoch auch Isomergemische mit 85 % oder mehr der cis-Form [(1R*,5S*)-Form] herstellbar.[7] In neueren Sonnenschutzmitteln vom deutschen, US-amerikanischen und kanadischen Markt, sowie im technischen Homosalat zweier Hersteller wurden in einer Stichprobe Anteile der cis-Form zwischen 87 % und 92 % gemessen.[8]

Gewinnung und Darstellung

Homosalat kann durch eine Umesterung von Salicylsäuremethylester mit 3,3,5-Trimethylcyclohexanol dargestellt werden.[7]

Eigenschaften

Homosalat ist eine brennbare, schwer entzündbare, farblose Flüssigkeit, die praktisch unlöslich in Wasser ist.[3]

Sicherheitshinweise

Wie bei anderen UV-Filter-Verbindungen,[9] wird Homosalat stärker in die Epidermis des Gesichts absorbiert (25 %) als in die Epidermis des Rückens.[10] Für Homosalat wurde In vitro eine Wirkung als Antiandrogen festgestellt,[11] und zugleich östrogene Aktivität auf Östrogenrezeptoren,[12] und allgemeine in vitro Östrogenaktivität.[13] Homosalat zeigt in vitro Eigenschaften an Androgen- und Östrogenrezeptoren zu koppeln.[14] Daneben gibt es Hinweise, dass Homosalat in toxische Produkte zerfallen kann.[15]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI