Hoppegarten

Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland From Wikipedia, the free encyclopedia

Hoppegarten (amtlich: Rennbahngemeinde Hoppegarten) ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg, Deutschland.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Hoppegarten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hoppegarten hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 40′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 31,98 km²
Einwohner: 18.218 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 570 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15366
Vorwahlen: 03342, 030
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 227
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenallee 14
15366 Hoppegarten
Website: www.gemeinde-hoppegarten.de
Bürgermeister: Sven Siebert (parteilos)
Lage der Gemeinde Hoppegarten im Landkreis Märkisch-Oderland
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Geografie

Das Gemeindegebiet ist durch einen nach Osten hervorragenden „Sporn“ des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf zweigeteilt: im Norden der Ortsteil Hönow, im Süden die Ortsteile Dahlwitz-Hoppegarten und Münchehofe. Die Gemeinde grenzt im Nordwesten und Norden an die amtsfreie Gemeinde Ahrensfelde, im Osten an die amtsfreie Stadt Altlandsberg und an die amtsfreie Gemeinde Neuenhagen bei Berlin, im Südosten an Schöneiche bei Berlin, im Süden an den Berliner Bezirk Treptow-Köpenick und im Westen an den Bezirk Marzahn-Hellersdorf (Berlin).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde gliedert sich laut Hauptsatzung[2] in die drei Ortsteile

und die Wohnplätze Heidemühle, Hönow Dorf, Hönow Nord, Hönow Süd, Mönchsheim, Neubirkenstein und Ravenstein.[3]

Geschichte

Der Name Hoppegarten leitet sich vom Wort Hopfen her.

Die Geschichte der Gemeinde Hoppegarten ist bis 2003 die Geschichte von ursprünglich vier, später drei ehemals selbstständigen Gemeinden und weiteren kleineren Siedlungen (heute Gemeindeteile und Wohnplätze) (siehe: entsprechende Ortsartikel).

Die Orte gehörten seit 1451 zum Niederbarnimschen Kreis, ab 1815 zum Kreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Strausberg im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.

Zur Verwaltung der vielen, z. T. sehr kleinen Gemeinden wurde 1992 in Brandenburg die Ämterverwaltung eingeführt. Am 11. September 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Hoppegarten.[4] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 15. September 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten und bestand zunächst aus drei Gemeinden im damaligen Kreis Strausberg:

  • Hönow
  • Dahlwitz-Hoppegarten
  • Münchehofe

Zum 26. Oktober 2003 wurden die drei amtsangehörigen Gemeinden per Gesetz zur neuen Gemeinde Hoppegarten zusammengeschlossen. Das Amt Hoppegarten wurde aufgelöst und die Gemeinde Hoppegarten amtsfrei.[5] Die ehemaligen Gemeinden Dahlwitz-Hoppegarten und Hönow klagten erfolglos gegen den „Zusammenschluss von oben“ vor dem Landesverfassungsgericht; die Klagen wurden zurückgewiesen.[6][7]

Am 22. März 2018 beschloss die Gemeindevertretung den Namenszusatz „Rennbahngemeinde“.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Hönow ...
JahrHönowDahlwitz-
Hoppegarten
MünchehofeJahrHoppegarten
18750.6070.465240200313.958
19101.5930.546224200514.715
19393.7992.618346201016.802
19463.5442.351309201517.636
19504.0612.426350202018.202
19714.2862.487287202118.322
19903.8442.203236202218.202
19954.5542.565260202318.300
20005.7416.122358202418.218
20026.0916.990401
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),[9][10][11] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Hoppegarten besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde[12] aus 28 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 69,8 % zu folgendem Ergebnis:[13]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2014 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2014[14]
Sitze
2014
Stimmenanteil
2019[15]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
AfD13,7 %423,8 %6
CDU20,6 %618,1 %519,3 %6
Die Linke29,2 %822,1 %611,9 %3
SPD15,5 %408,5 %211,1 %3
Bündnis 90/Die Grünen07,3 %216,8 %510,1 %3
Freie Mitte[16]07,1 %2
Siedlergemeinschaft Birkenstein05,0 %103,0 %104,9 %1
FDP03,2 %104,5 %104,0 %1
Bündnis Hoppegarten für Vernunft und Gerechtigkeit03,9 %1
Bündnis für Hoppegarten05,1 %103,0 %103,9 %1
Freie Wähler Hoppegarten03,5 %102,7 %1
Vereinigte Bürgerbewegung Hoppegarten03,5 %102,6 %1
Initiativgruppe der Eigenheimbesitzer Hoppegarten02,9 %102,0 %1
Bürgerkomitee02,3 %101,7 %
Einzelbewerber Sven Siebert01,5 %
Pro Zukunft Märkisch-Oderland01,8 %1
Insgesamt100 %28100 %28100 %27
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Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD sieben Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil die Partei nur sechs Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister

Rathaus
Gemeindesaal
  • 2003–2011: Klaus Ahrens (CDU)[17]
  • 2011–2019: Karsten Knobbe (Die Linke)[18]
  • seit 2020: Sven Siebert (parteilos)

Siebert wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 mit 67,5 % der gültigen Stimmen gewählt.[19] Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.[20]

Am 11. September 2024 fand ein Bürgerentscheid über die Abwahl Sieberts statt. Mit 51,5 % der gültigen Stimmen wurde die Abwahl abgelehnt.[21] Am 23. Februar 2025 gab es erneut einen Bürgerentscheid. Die Gemeindevertretung hatte zum zweiten Mal ein Abwahlverfahren eingeleitet und mit Kritik an Sieberts Amtsführung und an der Umsetzung von Beschlüssen begründet.[22] Mit 57,0 % der gültigen Stimmen wurde die Abwahl wiederum abgelehnt.[23]

Wappen

Wappen von Hoppegarten
Wappen von Hoppegarten
Blasonierung: „Halb gespalten und im Dornenschnitt geteilt von Grün, Silber und Blau; Feld 1: ein nach oben geöffnetes silbernes Hufeisen, Feld 2: eine grüne Hopfendolde mit Stiel und Blatt, Feld 3: eine schräglinke silberne Schildkröte.“[24]

Das Wappen wurde am 3. Juli 2006 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

„Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:4:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift GEMEINDE HOPPEGARTEN • LANDKREIS MÄRKISCH-ODERLAND.

Gemeindepartnerschaften

Hoppegarten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu den Gemeinden Iffezheim in Baden-Württemberg, wo es ebenfalls eine Pferderennbahn gibt, sowie zu Rzepin in Polen.

Sehenswürdigkeiten

  • Am Bahnhof Hoppegarten (Mark) befindet sich das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Gebäude vom ehemaligen Kaiserbahnhof, welches umfassend saniert wurde und unter Denkmalschutz steht. Heute beherbergt das repräsentative Gebäude die Touristeninformation des Vereins „Märkische S5-Region“.
  • In Hoppegarten befinden sich zahlreiche Villen, welche oft mit Stallanlagen verbunden sind. Sie wurden im Zuge der Entwicklung des Pferdesports in der Linden- und Goetheallee erbaut. Die Bauzeit der oft mehrstöckigen Villen und Wohnhäuser begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Bauten sind für die Entwicklung zu einem Zentrum des Rennsports und die damit in Verbindung stehenden Belange der Pferdezucht charakteristisch.
  • Auf dem Friedhof Hoppegarten wurden namhafte Trainer, Jockeys, Futtermeister, Tierärzte und Stallburschen vieler Nationen, die im Rennsport beschäftigt waren, bestattet. Man findet dabei auch viele Grabmale, die in Englisch beschriftet sind. Einige der historischen Grabstätten gelten heute als wichtiges Zeugnis der Rennbahngeschichte von Hoppegarten sowie des Pferdesports.
  • siehe dazu auch: Liste der Kulturdenkmale in Hoppegarten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Eingang zum Bahnhof Hoppegarten (Mark)
Busbahnhof am Bahnhof Hoppegarten (Mark)

Hoppegarten liegt an der Bundesstraße 1 / 5 zwischen der Berliner Stadtgrenze (Ortsteil Mahlsdorf) und Müncheberg. Die Landesstraße L 339 zwischen Ahrensfelde und der Berliner Stadtgrenze (Ortsteil Friedrichshagen) durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.

Hoppegarten liegt an der Bahnstrecke Berlin–Küstrin-Kietz Grenze und besitzt zwei Stationen (Birkenstein und Hoppegarten (Mark)) der Linie S 5 der S-Bahn Berlin. Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Hoppegarten–Altlandsberg wurde 1965 eingestellt.

Über die U-Bahn-Linie U5 ist der Ortsteil Hönow an das Berliner U-Bahn-Netz angeschlossen. Zudem ist Hoppegarten durch einige Buslinien an das Umland angebunden.

Behörden

In Hoppegarten, auf dem ehemaligen Gelände des Zentralen Chiffrierorgans (ZCO) des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), hat das Bundesarchiv seit 1997 ein Zwischenarchiv für die obersten Bundesbehörden in Berlin. In einem Spezialmagazin sind auch Teile des Bundesfilmarchivs mit rund 70.000 Rollen Zellulosenitratfilme gelagert. Der Magazinneubau kann 65.000 laufende Meter Akten aufnehmen.

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg hat seinen Sitz ebenfalls in Hoppegarten.

Im Ortsteil Hönow befindet sich eine Geschäftsstelle der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Gesundheit

Im Ortsteil Dahlwitz-Hoppegarten befindet sich die Median Klinik Hoppegarten, eine Rehabilitationsfachklinik für Orthopädie, Rheumatologie, Unfallverletzungen und Schmerztherapie.

Sport

Der Ortsteil Dahlwitz-Hoppegarten wurde durch die 1868 eröffnete Galopprennbahn Hoppegarten berühmt. Sie entwickelte sich bis zum Ersten Weltkrieg zur wichtigsten deutschen Rennbahn. Jetzt finden pro Jahr unter internationaler Beteiligung bis zu elf Renntage statt.

1976 gewannen der Schütze Norbert Klaar und 1980 der Judoka Dietmar Lorenz eine olympische Goldmedaille. Beide traten für den SC Dynamo Hoppegarten an.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

  • Magda-Lena Eppinger: Hoppegarten. Die Rennbahn – moderne Sport- und Freizeitstätte der ersten Stunde. In: Brandenburgische Denkmalpflege. Neue Folge, Jahrgang 8, Heft I (2022), S. 43–55
  • David Misselwitz: Hoppegarten. Die Landschaft der Rennbahn – Geschichte, Bedeutung und Ausblick für Rennbahngeläuf und Umfeld. In: Brandenburgische Denkmalpflege. Neue Folge, Jahrgang 8, Heft I (2022), S. 56–68

Einzelnachweise

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