Hornburg (Mansfelder Land)

Ortsteil der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land From Wikipedia, the free encyclopedia

Hornburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt und liegt rund 8 km südsüdöstlich von Eisleben unweit der B 180.

Schwarzweiß-Bild, ein wappenähnlicher Rahmen, in der Mitte ein liegendes Füllhorn, aus seiner offenen, linken Seite ragen viele kleine Blumen-Blüten heraus
Siegelbild von Hornburg
Schnelle Fakten Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land ...
Hornburg
Koordinaten: 51° 27′ N, 11° 35′ O
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 11 km²
Einwohner: 267 (8. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06317
Vorwahl: 034776
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Karte
Lage von Hornburg in Seegebiet Mansfelder Land
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Geographie und Geologie

Hornburg liegt im Südosten des Landkreises Mansfeld-Südharz, ca. 500 m nördlich der Bundesautobahn 38. Nach diesem Dorf ist der sich von hier aus in Richtung Nordwesten erstreckende Höhenzug des Hornburger Sattels benannt, der den östlichsten Ausläufer des Mittelgebirges Harz darstellt. Hornburg liegt dabei nahe der Wasserscheide zwischen der Rohne im Westen und der Salza im Osten. Das Gelände erreicht am Talberg westlich des Dorfes Höhen von 242,5 m ü. NHN. Die Dorfkirche steht auf einer Höhe von ca. 205 m ü. NHN.[2]

Zum Ortsteil Hornburg gehört die Siedlung Holzzelle, das etwa zwei Kilometer nördlich von Hornburg liegt, und das Vorwerk Äbtischrode, das 2,5 Kilometer nördlich liegt.

Die Geologie von Hornburg wird maßgeblich durch den sogenannten Hornburger Sattel geprägt. Dabei handelt es sich um einen langgestreckten, bis etwa 320 m hohen Bergrücken im südöstlichen Harzvorland. Geologisch bildet der Sattel eine tektonische Aufwölbung (Antiklinale), die die Mansfelder Mulde im Nordosten von der Sangerhäuser Mulde im Südwesten trennt. Durch tektonische Bewegungen wurden die Gesteinsschichten hier angehoben und teilweise entlang der Hornburger Tiefenstörung versetzt, die die Südostbegrenzung des Sattels darstellt.[3]

Hornburger Sattel

Der Hornburger Sattel besteht überwiegend aus Sedimentgesteinen des Perm und der frühen Trias (vor etwa 300-250 Mio. Jahren). Dazu gehören vor allem Zechstein- und Buntsandstein-Schichten, die aus diversen Sandsteinen und Tonsteinen bestehen. Der rote und weiße Sandstein schmückt heute auch die Fassaden vieler Hornburger Bauwerke. In den sogenannten Hornburger Schichten treten unter anderem Quarzitansammlungen, Schieferton und Sandsteine auf. Darüber folgen jüngere Ablagerungen, unter anderem die Eislebener Schichten und der Untere Zechstein.

Hervorstehendes Gestein am Galgenberg

In einigen Bereichen ist auch der Kupferschiefer aufgeschlossen, der im Mansfelder Land eine wichtige Rolle für den historischen Bergbau spielte. Zusätzlich werden viele Gesteinsschichten von eiszeitlichen Ablagerungen wie Löss, Sanden und Kiesen überdeckt.

Geschichte

Die Ursprünge der Besiedlung reichen zurück bis in der Jungsteinzeit, vor rund 7000 bis 5000 Jahren. Funde von Linienbandkeramik und Randscherben belegen, dass sich frühe germanische Siedler in dieser Gegend niederließen. Eine ungleichmäßig wachsende Vegetation deckt im Sommer Kreise auf dem Feld südwestlich des Fichtenberges auf, die ebenfalls auf Grabfelder aus dieser Zeit hindeuten. Diese frühen Gemeinschaften verschwanden jedoch spätestens mit der Zeit der Völkerwanderung.

Erst im frühen Mittelalter, etwa im 8. Jahrhundert, gewann die Region wieder an Bedeutung. Vermutlich ließ sich ein Ritter oder Edelmann von den bewaldeten Hügeln und der markanten Landschaft begeistern und errichtete auf dem heutigen Fichtenberg eine hölzerne Burganlage, geschützt durch Erdwälle. Archäologische Funde von Schutt und Mauerresten bestätigen diesen Standort. Der Berg selbst, dessen Form an ein Horn erinnert, gab der Anlage ihren Namen, „Hornee“ oder „Horneie“, also die Burg auf dem Horne. Einer Überlieferung zufolge trug der Burgherr ein wundersames goldenes Horn bei sich, das heute noch als Symbol mit Blumen gefüllt im Ortswappen zu finden ist sowie die Fassade des Dorfgemeinschaftshauses ziert.

Da der Burgplatz jedoch begrenzt war, siedelte sich das Gefolge im Südosten entlang eines Wasserlaufs, dem Hornburger Graben an, der als Lebensader diente. In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Hornburg als zehntpflichtiger Ort Hornberc im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt und musste Abgaben an dieses entrichten. Interessanterweise wird darin keine Burg mehr erwähnt, was darauf hindeutet, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits verfallen oder zerstört war. Das Holz könnte dann genutzt worden sein, um Gebäude im Ort zu errichten.

Mit der Gründung des Benediktiner Klosters Holzzelle im 9. Jahrhundert, womöglich durch die letzte Besitzerin der Burg, eine Dynastin der Hornee, die in der Chronik genannt wird, brach eine neue Zeit an. Auch der Bau der Dorfkirche St. Ulrich geht auf diese Zeit zurück. Ihr ungewöhnlich nach Osten ausgerichteter Turm deutet darauf hin, dass er ursprünglich als eigenständige Kapelle diente. Erst in der Romanik musste dann das Kirchenschiff Richtung Westen angebaut werden, da östlich ein steiler Abhang klafft. Es gab sogar Pläne, einen weiteren mit Schiefer verkleideten Turm im Westen anzubauen, die jedoch wegen baulichen Schwierigkeiten verworfen werden mussten.

Pläne zur Kirchenerweiterung von 1914

Im Umfeld, nordöstlich der heutigen Ortslage entstanden in dieser Zeit die weiteren kleinen Siedlungen Klein-Hornburg, welches in das heutige Hornburg eingepfarrt war, Westdorf, Hornberg und Pohlingen. Diese verschwanden jedoch im Laufe des Mittelalters wieder. Die Bewohner zogen vermutlich nach Hornburg und aus den Siedlungen wurden Wüstungen. Ihre Existenz ist heute nur noch durch Flurnamen wie dem Polischen Grund und archäologische Spuren belegt.

Um 1200 hatten dann Edelherren von Querfurt den Besitz des Dorfes inne. 1217 schenkten die Gebrüder Burchard und Gebhart zu Querfurt dem Sankt Marienhospital an der Brücke zu Halle mehrere Gehölze bei Hornburg.

Die folgenden Jahrhunderte waren von Krisen geprägt. Pestepidemien suchten die Region immer wieder heim, besonders zwischen dem späten 16. und 17. Jahrhundert. Zwischen 1636 und 1639 war das Dorf nahezu menschenleer, es sollen nur noch zwei Bauernhöfe bewohnt gewesen sein, da viele Bewohner in den nahegelegenen Wäldern Schutz vor dem schwarzen Tod suchten. Auch der Fichtenberg erhielt in dieser Zeit eine düstere Bedeutung. Auf seiner Spitze soll ein Galgen errichtet worden sein, weshalb er in einigen Quellen als Galgenberg benannt wurde. Er sollte abschreckend wirken, diente aber wohl auch als Grabhügel, was durch unzählige gefundene Urnen belegt wird. Es lässt sich leicht erkennen, dass der Berg von Menschenhand bearbeitet und später auch als Obstplantage genutzt wurde.

Spätestens ab dem 16. Jahrhundert stand der Ort Hornburg unter der Herrschaft der Grafen von Mansfeld, die es dem Kloster Holzzelle unterstellten. Das Dorf, das nun von drei Windmühlen umringt war, blühte in der Landwirtschaft wieder auf, bis der Dreißigjährige Krieg im Jahr 1618 ausbricht und damit diese Entwicklung unterbrach. Kriegszüge, Plünderungen und Seuchen führten zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang.

Auch in den folgenden Jahrhunderten blieb die Gegend nicht von Konflikten verschont. Immer wieder zogen preußische, französische und schwäbische Truppen durch den Ort, forderten Einquartierungen, Abgaben von Tausenden Talern und Versorgung. Erst mit dem Sieg Preußens wurde das Gebiet neu geordnet und dem damaligen Mansfelder Seekreis in der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet. Ein interessantes Zeugnis aus dem Jahr 1854 ist eine Porzellantellersammlung, die von allen Städten und Gemeinden des Seekreises dem Landrat von Kerßenbrock zum Dienstjubiläum überreicht wurde. Darauf sind Darstellungen aller Ortschaften aus unserer Region zu sehen, unter anderem auch von Hornburg und Äbtischrode.

Gedenkkreuz für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1872

Mit dem 20. Jahrhundert kamen erneut Herausforderungen. Der Erste Weltkrieg forderte 18 Opfer aus der Gemeinde, deren Namen auf einer Granitsäule vor der Kirche verewigt sind. 1928 wird dann die Domäne Holzzelle noch an die nun eigenständige Gemeinde Hornburg angeschlossen. Im Nationalsozialismus wird zusätzlich Alberstedt der Ortsgruppe Hornburg hinzugefügt. Der Zweite Weltkrieg hinterließ jedoch noch tiefere Spuren. 27 Hornburger verloren ihr Leben. Zwar blieb der Ort von Bombenabwürfen verschont, doch Luftkämpfe über der Region führten zu mehreren Flugzeugabstürzen. 1944 brachten US-Begleitjäger eine Messerschmitt zum Absturz, dabei kommt der Pilot und Obergefreite Hermann Röge um und wird auf dem Alten Friedhof in Hornburg beigesetzt. Ein Jahr darauf stürzte dann eine amerikanische Spitfire ab, der Pilot Robert James Dixon überlebte und wurde gefangen genommen. Nachdem Hornburg zunächst von den amerikanischen Streitkräften besetzt wurde, zog dann die Rote Armee ein und so stürzte in den 1960ern eine sowjetische MiG auf dem Hügel Richtung Erdeborn ab, wenige Flugzeugteile werden heute in der Kirche aufbewahrt.

Denkmal der im 2. Weltkrieg Gefallenen

Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau unter völlig neuen politischen Vorzeichen. 1950, im Zuge der Gebietsreformen, wurde die Gemeinde dem Kreis Querfurt zugeordnet, bis sie 1994 in die Verwaltungsgemeinschaft „Am Hornburger Sattel“ im Kreis Eisleben eingeordnet wurde. Die Eingliederung in die DDR brachte die Gründung eines demokratischen Blocks aus KPD und SPD in Hornburg mit sich. Landwirtschaftliche Betriebe wurden kollektiviert, eine LPG wurde gegründet, und durch die Aufnahme von Vertriebenen stieg die Einwohnerzahl auf einen Höchststand von etwa 1300 Menschen.

Die kommenden Jahrzehnte brachten dann durch Förderprogramme vom Land einige Neubauten, Umbauten und Abrisse mit sich. Einrichtungen wie die Feuerwehr, die Kirche, das Pfarrhaus, das Dorfgemeinschaftshaus und das Schulgebäude überdauerten die Zeit und stehen heute noch.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hornburg, Amsdorf, Aseleben, Erdeborn, Lüttchendorf, Neehausen, Röblingen am See, Seeburg, Stedten und Wansleben am See zur Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land zusammen.[4] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Seegebiet Mansfelder Land, zu der Hornburg gehörte, aufgelöst.

Die Gemeinde verfügte vorher über kein genehmigtes Wappen. Lediglich im Siegelinnenraum zeigt sich ein blumengefülltes Füllhorn.

Holzzelle und Äbtischrode

Der seit 1928 zu Hornburg gehörende Ortsteil Holzzelle entstand durch die Gründung des, der Jungfrau Maria geweihten Benediktinerinnen-Klosters Zelle. Das Kloster wurde vermutlich bereits im 9. Jahrhundert gegründet, erste urkundliche Erwähnungen finden jedoch erst 1147 statt. Es wurde im Baueraufstand von 1525 verwüstet und niedergebrannt, es erinnern nur noch zwei Steinsäulen und die Kapelle an das einst mächtige Kloster. Erhalten gebliebene Gebäude wurden erst zu einem gräflichen Amt, dann 1780 zur preußischen Domäne und von 1808 bis 1814 Dotationsort des frz. Marschalls Davout. In der DDR wurde Holzzelle von einem Volksgut bewirtschaftet und ein Wagen wurde vom Konsum Querfurt aufgestellt. Bis 2003 existierte im ehemaligen Gut auch ein Reiterhof. Heute wird der Hof zur Pferdezucht und Landwirtschaft genutzt. In Holzzelle stehen heute neben dem Hof noch vier Wohnhäuser.

Siedlung Holzzelle

Der Ortsteil Vorwerk Äbtischrode wurde 1817 als Klostergut gegründet und wurde ebenfalls vom Forst genutzt. Der ehemalige Besitzer Schobes wurde mit seinem Schwiegervater in einem Mausoleum im nahegelegenen Wald beigesetzt. Nach einigen Besitzwechseln und verschiedenen Pächtern kaufte es 1898 der preußische Staat. Nach der Ende wurde Äbtischrode privatisiert. Heute ist das alte Wohn- und Wirtschaftsgebäude unbewohnt und ein neues Wohnhaus wurde gegenüber erbaut. Darin leben die einzigen drei Einwohner von Äbtischrode, die die Ackerflächen bewirtschaften.

Vorwerk Äbtischrode

Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen

Blick auf Hornburg und die Dorfkirche

Die Dorfkirche St. Ulrich wurde um 1200 errichtet und im Jahre 1725 deutlich erweitert. Sie ist unter der Nummer 094 05787 als Baudenkmal verzeichnet. Nachdem sie in den 1930er-Jahren wegen ihres stark baufälligen Zustands abgerissen werden sollte, wurde sie zunächst saniert und im Inneren ausgemalt. Während der deutschen Teilung zerfiel sie weiter. Seit der Wende wird die Kirche von einem Förderverein wieder instand gesetzt.[5]

Dorfgemeinschaftshaus „Faules Ei“

Das Dorfgemeinschaftshaus am Bachgraben 3 wird heute als Veranstaltungsort für verschiedene Feste und Veranstaltungen genutzt und kann für private Feiern gemietet werden. Errichtet wurde es als Vereinssitz des Geflügelzüchtervereins Hornburg.

Pfarrhaus
ehemaliger Kindergarten, danach Schule, danach Gemeindebüro
ehemaliges Gutshaus der Familie Wolff

Bevölkerung

Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
historisch
Datum Einwohner
1784343
1864520
1875517
1880554
1885601
1890586
1895603
1900639
1919656
1925673
1927665
1950919
1964732
1974688

(Quelle: Mansfelder Heimatkunde, April 1927 und Werte unserer Heimat, Mansfelder Land)

aktuell
Datum Einwohner
31.12.2016290
31.12.2017282
31.12.2018279
31.12.2019279
31.12.2020277
31.12.2021279
31.12.2022276
31.12.2023279
31.12.2024269
08.12.2025267

(Quelle: Einwohnermeldeamt in Röblingen am See, Seegebiet Mansfelder Land)

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Vereine

Kleingartenverein seit 27. Juli 1947

Jagdgenossenschaft Hornburg seit 28. Oktober 1991

Heimatverein Goldenes Horn e.V. seit 07. Juli 1994

Kirchenförderverein seit 31. Mai 2005

Förderverein der freiwilligen Feuerwehr seit 2011

Schulwesen

Von Anfängen einer schulischen Unterrichtung in Hornburg ist bereits im Mittelalter etwa um 1692 die Rede. Anfangs unterrichteten Küster oder Geistliche die Kinder im Singen, Lesen und kirchlichen Tugenden, erst ab der Reformation spricht man von Schulmeistern oder Schuldienern. Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Schüler deutlich an, 1852 gab es bereits über 120 Schulkinder, da nun auch die 20 bis 30 Kinder aus Holzzelle und Äbtischrode den über drei Stunden langen Weg bis zur Hornburger Schule zurücklegten. Zeitweise wurden bis zu 100 Kinder gleichzeitig unterrichtet, bevor dann eine Gliederung in mehrere Klassen entstand. 1887 wurde die Schule in eine Dreiklassenschule mit drei Lehrern umgewandelt, wobei die Schülerzahlen zwischen etwa 136 und 153 schwankten. Rückschläge gab es durch Epidemien wie 1866/67 sowie durch den Ersten Weltkrieg, der den Unterricht einschränkte. 1905 wird ein größerer Unterrichtsraum erbaut. Im 20. Jahrhundert folgten weitere Reformen, etwa die staatliche Schulaufsicht ab 1912 und ab 1938 geht die Schule aus Küsterbesitz in den der Gemeinde über. nach dem 2. Weltkrieg zieht die Schule in die ehemalige Schulstraße 5 und schließlich 1954 in das ehemalige Gutshaus von Fritz Holze. 1969 wurde die Schule in Hornburg schließlich aufgelöst und in das System der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule in Rothenschirmbach überführt.

Hornburger Schüler in den 1920er-Jahren

Verkehr und Infrastruktur

Hornburg ist über die Landesstraße 223 mit Erdeborn und Rothenschirmbach verbunden, parallel verläuft ein Radweg Richtung Rothenschirmbach. Weitere teilweise asphaltierte Wege im Süden verbinden Hornburg mit Alberstedt und Farnstedt. Über einen asphaltierten Weg im Norden, der sich an die Straße am Windberg anschließt, ist die Siedlung Holzzelle erreichbar. Zudem verfügt Hornburg über gute Anbindungen an die A38 und die B180. Der Bahnhof in Erdeborn ist 4 km entfernt. Die nächsten Einzelhändler befinden sich 3,5 km im Westen sowie 7 km im Osten bei Röblingen am See.

Bushaltestelle an der Rothenschirmbacher Straße
Fahrradweg zwischen Hornburg und Rothenschirmbach

Flora und Fauna

Europäische Gottesanbeterin

1756 erstmals in Deutschland nachgewiesen, gelang es 2004, eine sich vermehrende Population der Europäischen Gottesanbeterin (mantis religiosa) auch in Sachsen-Anhalt nachzuweisen. Sie ist die einzige Fangschreckenart in Mitteleuropa und kam vermutlich über Tschechien oder das Elbetal hierher. Regelmäßige Funde sowohl von ausgewachsenen Exemplaren als auch von Ootheken, welche Ende September an klimatisch günstige Orte gelegt werden, in Gärten, an Wegesrändern und vor allem auf dem Galgenberg (Fichtenberg), bestätigen eine feste Population in Hornburg.

Gottesanbeterin in Hornburg
Galgenberg (Fichtenberg)

Am Südwesthang des Galgenberges erstreckt sich eine ausstreichende Zechstein-Kupferschieferschicht. Das darin enthaltene Kupferschieferflöz und die verschiedenen Schwermetalle lassen auf einer Fläche von zwei Hektar einen Schwermetallrasen gedeihen. Dieser verschafft Hornburg eine botanische Besonderheit. Die Strandgrasnelkenart Armeria Maritima Hornburgensis wurde 1912 erstmals beschrieben und ist hochgradig gefährdet, da sie nur auf dem Galgenberg wächst.

Armeria Maritima Hornburgensis

Weitere Lebensraumtypen beherbergen Arten wie Steppen-Trockenrasen mit Pfriemengras (Stipa capillata), Gelber Skabiose (Scabiosa ochroleuca), Hügelmeier (Asperula cynanchica), Dänischem Tragant (Astragalus danicus), Steppen-Segge (Carex supina), Felsen-Goldstern (Gagea bohemica ssp. saxatilis) und dem ausdauernden Knäuel (Scleranthus perennis). Sehr kleinflächig ist auch der Silikatfelsen mit Pionierrasen zu finden.

Schwermetallrasen am Galgenberg

Am Nordhang, der von Laubbäumen bewaldet wird, blühen von März bis Mai die Buschwindröschen, die den gesamten Waldboden bedecken.

Adonisröschen

Auf dem Kirschberg im Nordosten Hornburgs wächst das gefährdete Adonisröschen. Von April bis Mai bildet die krautige Pflanze leuchtend gelbe Blüten aus, die sich im Sonnenlicht öffnen.

Adonisröschen auf dem Kirschberg

Literatur

Auch in der Literatur findet Hornburg Eingang, so beschreibt Christoph Hein in seinem Roman „Von allem Anfang an“ seine Sommeraufenthalte bei seinen Großeltern in Holzzelle und auch Karl Leberecht Immermann erwähnt in seinen Memorabilien Besuche bei seinem Onkel Georg Ferdinand Reinsdorf, der Pächter auf Holzzelle war.

Des Weiteren wird Hornburg in der Buchserie „Werte unserer Heimat-Mansfelder Land“ im Band 38 beschrieben und das Fotobuch „Alte und Neue Ansichten Hornburg, Holzzelle und Vorwerk Äbtischrode“ illustriert die Entwicklung des Ortes.

Commons: Hornburg (Mansfelder Land) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land: Hornburg. Abgerufen am 14. Februar 2025.

Einzelnachweise

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