Horst Drinda

deutscher Regisseur und Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Horst Eckart Drinda (* 1. Mai 1927 in Berlin; † 21. Februar 2005 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur.

(v. links) Inge Keller, Irma Münch, Horst Drinda und Alexander Abusch im Jahr 1962

Leben

Herkunft und Anfänge

Horst Drinda, Sohn eines Angestellten, besuchte die Schule in Berlin und die Fliegertechnische Vorschule Köthen. Drinda absolvierte bei den Junkers-Werken eine Ausbildung als Flugzeugmotorenschlosser und begann im Herbst 1944 ein Studium an der Kriegsschule Gotenhafen, um sich auf eine Laufbahn als technischer Offizier bei der Wehrmacht vorzubereiten. Am 30. Januar 1944 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April 1944 aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.692.759).[1][2] Ab Januar 1945 wurde er bei der Infanterie eingesetzt, bei der Schlacht um Berlin verwundet und schließlich gefangen genommen. Er konnte entfliehen und half bei den Aufräumungsarbeiten.

Karriere als Schauspieler

Im Spätsommer 1945 sprach er bei Gustav von Wangenheim vor und wurde durch dessen Vermittlung als Stipendiat in die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin aufgenommen, wo er 1946 bis 1947 engagiert war und am 3. April 1946 in dem Stück Wir heißen euch hoffen von Fred Denger debütierte. In der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Dramen Agamemnons Tod und Elektra spielte er den Orest. Von 1948 bis 1950 wirkte er am Landestheater Halle und dann wieder bis 1971 am Deutschen Theater, später noch als Gast. Drinda entwickelte sich zu einem der meistbeschäftigten Darsteller des Theaters in den 1950er-Jahren.[3]

Sein Filmdebüt hatte Drinda im Jahr 1948 in Und wieder 48, doch blieb das Kino für ihn lange Zeit eine Nebenbeschäftigung. Bedeutende Filmrollen hatte er 1956 als Prinz Eitel in dem DEFA-Märchenfilm Das tapfere Schneiderlein und 1964/1965 in Die besten Jahre als Arbeiter und Kommunist Ernst Machner, der aus dem Krieg zurückkehrt und Lehrer wird, wodurch an seinem Aufstieg 15 Jahre bildungspolitische Entwicklung in der DDR dargestellt werden. Danach gehörte er zum Schauspielerensemble des DFF, wo er auch als Regisseur arbeitete. Eine bedeutende Aufgabe erhielt er 1967 als Titelfigur der propagandistisch ausgerichteten Serie Ich – Axel Cäsar Springer.[4]

Hohe Popularität erreichte Drinda vor allem als weltgewandter „Kapitän Hans Karsten“ und engagierter Mitbürger „Gerhard König“ in den Fernsehserien Zur See (1977) und Unser Mann ist König (1980). Seine Beliebtheit wurde auch für die Rolle des Titelhelden in der Serie Scharnhorst (1978) zur Anerkennung der Preußischen Reformen nach 1807 als positive Vorgeschichte der DDR genutzt. In der Arztserie Berühmte Ärzte der Charité spielte er 1982 in der Folge Arzt in Uniform den Oberarzt Georg Friedrich Nicolai.[5]

Horst Drinda war auch als Synchronsprecher tätig und lieh dabei unter anderem Forrest Tucker seine Stimme.[6][7]

Nach der Wiedervereinigung spielte er in mehreren Filmen und Fernsehserien, so war er neben Helga Piur in der Hauptrolle des Clowns Nanü in der Zirkusserie Aerolina besetzt und übernahm Gastrollen in Serien wie Ein Bayer auf Rügen und Leinen los für MS Königstein.[8][9][10]

In den 1990er-Jahren lehnte Drinda laut eigener Aussage mehrere Rollenangebote ab, die keinerlei Tiefe und sozialen Hintergrund hätten. Darunter befand sich auch die Rolle des Kapitäns in der seit 1981 bestehenden ZDF-Reihe Das Traumschiff.[11]

Seine letzte Rolle spielte Drinda im Jahr 2003 in der 193. Episode mit dem Titel Am Ende siegt die Liebe der ARD-Arztserie In aller Freundschaft als Unternehmer Bernhard Schirmer.[12]

Insgesamt wirkte Drinda im Laufe seiner fünf Jahrzehnte lang andauernden Karriere in über 90 Film- und Fernsehproduktionen mit.[13]

Privates

Horst Drinda war ab Juli 1953 mit seiner Ehefrau Ingeburg verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, die später beide als Ärzte tätig waren.[14] Drinda hatte vier Enkelkinder, darunter Lea Drinda, die später ebenfalls den Schauspielberuf ergriff.[15]

Grab von Horst Drinda

Im Mai 2003 erlitt Drinda zwei Schlaganfälle und war seither gelähmt.[16] Er starb am 21. Februar 2005 im Alter von 77 Jahren. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Pankow IV in Berlin-Niederschönhausen.[17]

Filmografie (Auswahl)

Theater

Hörspiele

Synchronrollen

  • 1958: Du Deh-fu in Es kommt die Stunde als Lau Hou

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Horst Drinda – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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