Horst Martini
deutscher Mathematiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Horst Martini (* 3. Mai 1954 in Großröhrsdorf[1]) ist ein deutscher Mathematiker.
Nach dem Abitur 1972 und dem Wehrdienst studierte Martini ab 1974 an der PH Dresden Mathematik und Geographie mit dem Abschluss als Diplomlehrer (1978). Da Martini nicht Mitglied der SED war, bekam er zunächst nicht direkt die Möglichkeit, eine befristete Promotionsstelle anzutreten. Somit begann er seine Arbeit als Lehrer für Mathematik, Geographie und Astronomie. 1980 erhielt er dann doch eine Stelle als wissenschaftlicher Assistent an der PH Dresden und promovierte 1984 ebenda. 1988 folgte die Habilitation an der FSU Jena (Über Minkowskische Streckensummen), und Martini erhielt auch die Lehrbefähigung (Facultas Docendi). Von 1989 bis 1993 folgte eine Anstellung als ordentlicher Hochschuldozent an der PH Dresden (während dieser Zeit aufgegangen in der TU Dresden), und schließlich wurde Martini 1993 auf den Lehrstuhl für Geometrie an der Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz[1][2] berufen.
Forschungsgebiete von Martini sind hauptsächlich die konvexe und diskrete Geometrie sowie auch die Geometrie endlich-dimensionaler reeller Banachräume. Unter seinen über 300 publizierten Arbeiten finden sich auch sieben Lehrbücher bzw. forschungsnahe Monographien.
Martini hat längere Forschungsaufenthalte am Mathematischen Institut der Akademie der Wissenschaften in Budapest (Ungarn), an der Hebrew University in Jerusalem (Israel), der Harbin University of Science and Technology (VR China), der University of South Africa in Pretoria (Südafrika), am Forschungsinstitut CIMAT in Guanajuato (Mexiko) und an der Universidad de Extremadura in Badajoz (Spanien) absolviert. Er ist Humboldt-Stipendiat sowie Ehrenprofessor der Harbin University of Science and Technology in Harbin, Volksrepublik China[3]. Von 2007 bis 2022 war Martini Editor-in-Chief der Springer-Zeitschrift Contributions to Algebra and Geometry.
Schriften (Auswahl)
- mit Vladimir G. Boltyanskij und Petru Soltan: Excursions into combinatorial geometry. Universitext. Berlin: Springer (1997).
- mit Vladimir G. Boltyanskij und Valeriu Soltan: Geometric methods and optimization problems. Combinatorial Optimization. 4. Dordrecht: Kluwer Academic Publishers (1999).
- mit Konrad J. Swanepoel und Gunter Weiß: The geometry of Minkowski spaces – a survey. I. Expo. Math. 19, No. 2, 97–142 (2001).
- mit Javier Alonso und Senlin Wu: On Birkhoff orthogonality and isosceles orthogonality in normed linear spaces. Aequationes Math. 83, No. 1–2, 153–189 (2012).
- mit Luis Montejano und Deborah Oliveros: Bodies of constant width. An introduction to convex geometry with applications. Cham: Birkhäuser/Springer (2019).
- mit Hiroshi Maehara: Circles, spheres and spherical geometry. Birkhäuser Advanced Texts: Basler Lehrbücher. Cham: Birkhäuser/Springer (2024).
- mit Vitor Balestro und Ralph Teixeira: Convexity from the geometric point of view. Cornerstones. Cham: Birkhäuser/Springer (2024).
- mit Hiroshi Maehara: Geometry of frameworks. Compact Textbooks in Mathematics. Cham: Birkhäuser/Springer (2026).
Weblinks
- Autoren-Profil in der Datenbank zbMATH
- Horst Martini im Mathematics Genealogy Project (englisch)