Horst Schlämmer sucht das Glück
Filmkomödie aus dem Jahr 2026 mit Hape Kerkeling in der Titelrolle
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Horst Schlämmer sucht das Glück ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 2026 mit Hape Kerkeling in der Titelrolle. Kerkeling brachte damit seine Kunstfigur Horst Schlämmer zum zweiten Mal ins Kino, nach Horst Schlämmer – Isch kandidiere! (2009), Regie führte Sven Unterwaldt.[2][3]
| Film | |
| Titel | Horst Schlämmer sucht das Glück |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 93 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Honeybird Film |
| Stab | |
| Regie | Sven Unterwaldt |
| Drehbuch | Claudius Pläging |
| Produktion | |
| Kamera | Stephan Schuh |
| Schnitt | Zaz Montana |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Horst Schlämmer ist stellvertretender Chefredakteur einer fiktiven Lokalzeitung, des Grevenbroicher Tagblatts. Eines Abends geht ihm auf, dass den Menschen nach dem Ende des Corona-Geschehens das Glück abhandengekommen ist. Mit dem früheren Wirt Günni der beliebten Stammkneipe "Der Wilddieb" schließt er eine Wette ab: Wenn es Schlämmer gelingt, einen Film über Menschen zu drehen, die das Glück gefunden haben, muss dieser den Waschsalon, den er inzwischen betreibt, wieder in die Kneipe zurückverwandeln.
Schlämmer geht mit seiner Online-Praktikantin Anna als Kamerafrau auf eine Deutschlandreise: von Süddeutschland bis Sylt und von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. Zwischen verschiedenen Episoden von Lachyoga, SM-Studio und Reichenpartiesaus besucht Schlämmer auch reale Prominente, so den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in seiner Staatskanzlei, den durch Missbrauchsskandale in seinem Bistum belasteten Kölner Erzbischof und Kardinal Rainer Maria Woelki sowie den „echten“ Hape Kerkeling. Zwischen den einzelnen Szenen werden immer wieder Ausschnitte aus fiktiven Filmen von Schlämmers (ebenso fiktiver) Lieblingsschauspielerin Gabi Wampel gezeigt, in denen Hape Kerkeling in weiteren Rollen zu sehen ist.
Musik
Der Soundtrack stammt vom Komponisten Philipp Noll, einige Songs werden von Hape Kerkeling selbst gesungen. Als Motto zieht sich durch den Film das Lied Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines bisschen Glück von den Comedian Harmonists aus dem Jahr 1932.
Veröffentlichung
Der Film kam am 26. März 2026 in die deutschen Kinos.[4]
Rezeption
Josef Wirnshofer von der Süddeutsche Zeitung schreibt "Es hat seinen Grund, warum Hape Kerkeling die Pandemie an den Anfang seiner neuen Komödie HORST SCHLÄMMER SUCHT DAS GLÜCK setzt. Ist sie doch der Nukleus zwar nicht aller, aber doch vieler Nervositäten, Verwerfungen und Totalverwerfungen, die das Land im Moment so im Griff haben. Und es hat seinen Grund, warum Kerkeling gerade jetzt, nach so vielen Jahren, seine Paradefigur Horst Schlämmer aus der Schublade holt." Er resümiert "Es liegt in der flüchtigen Natur des Glücks, dass auch Horst Schlämmer nicht die eine Antwort darauf findet, was genau nun glücklich macht. Ihn nach all den Jahren wieder auf der Leinwand zu sehen, gehört aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu. Und so schräg er einst wirkte, so daneben sein Grunzen früher klang, so warm und versöhnlich klingt es heute. Was zumindest eine Menge darüber sagt, was sich getan hat in der Welt."[5]
Laut Wolfgang M. Schmitt ist der Film ein „durch und durch deprimierender“, der sich der „Arroganz der alten Bundesrepublik“ bediene. Kerkeling nutze die Figur Horst Schlämmers nicht mehr, um Ideologiekritik zu betreiben und zur Gelassenheit aufzurufen, sondern arbeite selbst „mit dem Ressentiment“, der Schlämmer zu einer „Stütze der Macht“ umfunktioniere. So gehe der Film anhand der wenigen Straßeninterviews nicht auf die ökonomischen Ursachen des fehlenden Glücks ein, sondern bemühe sich im Austausch mit kritikwürdigen Personen des öffentlichen Lebens, dass „stets das Subjekt zur Rechenschaft gezogen wird“.[6]
Nicole Ankelmann schreibt bei ntv.de, man frage sich „ein ums andere Mal, was uns dieser Film erzählen will.“ Sie kritisiert den „flauen Smalltalk“ mit den prominenten Interviewpartnern und kommt zum Urteil, der Film sei „ein unproblematischer Film in problematischen Zeiten, der humorige Banalitäten aneinanderreiht und an Tiefe vermissen lässt.“[7]
Arno Frank meint in Der Spiegel, dass Hape Kerkeling auch deshalb „ein Großer“ sei, weil „er seine Größe gerade nicht gegen politisches Sendungsbewusstsein verpfändet hat“. Anstatt wie Stromberg – Wieder alles wie immer Zeitgeistdebatten aufzugreifen und unter dieser Last zusammenzubrechen, bleibe die Figur Horst Schlämmer auch in diesem Film ein „reaktionäres Relikt, das von einer Peinlichkeit in die nächste poltert“. Horst Schlämmer sucht das Glück sei deshalb „eine Komödie, wie sie in dieser reinen Form nur noch selten gedreht wird“, und Kerkeling mache „exakt die heitere, leicht anarchische, augenzwinkernde Unterhaltung, für die er zu Recht berühmt geworden ist“.[8]
Der Film erreichte rund 640.000 Kinobesucher. Der Vorgänger „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ hatte 2009 1,4 Millionen Besucher.[9][10]