Horst Taubmann
deutscher Opernsänger (lyrischer Tenor)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Horst Taubmann (geb. 14. Februar 1912 in Pirna; † 28. November 1991 in München) war ein deutscher Opernsänger (lyrischer Tenor). Er wurde zum Kammersänger ernannt.
Leben und Laufbahn
Taubmann wurde am 14. Februar 1912 im sächsischen Pirna geboren. Er studierte in Dresden und debütierte 1933 als Lyonel in Flotows Oper Martha in Chemnitz.[1] Er war auch Mitarbeiter der NSDAP-Theaterfachgruppe Dresden.
Seine Karriere führte ihn 1935 nach Stuttgart und 1937 nach Freiburg i.Br. 1940 folgte der Ruf an die Münchner Staatsoper, damals geleitet von Clemens Krauss. Ihm wurden mehrere Wagner-Rollen übertragen, einen besonderen Erfolg konnte er in der Titelpartie des Lohengrin erringen. Bei den Salzburger Festspielen der Jahre 1942 und 1943 verkörperte er den Matteo in der Arabella von Richard Strauss. Am 28. Oktober 1942 war er in der Uraufführung des Capriccio desselben Komponisten in München besetzt, und zwar als Flamand. Im Dezember 1943 debütierte er als Apollo in der Daphne an der Wiener Staatsoper. Die Uraufführung der Liebe der Danae, ebenfalls von Richard Strauss, sollte bei den Salzburger Festspielen 1944 stattfinden, gelangte allerdings aufgrund des Kriegsverlaufes nur zu einer öffentlichen Generalprobe. Taubmann sang in dieser Inszenierung den Midas.
Der Sänger stand auf der Gottbegnadeten-Liste (Wunsch von Martin Bormann), der Liste jener Künstler, die vom Dienst in der Wehrmacht freigestellt waren. Er überlebte auch die Bombardements von München.
Nach dem Untergang des NS-Regimes gastierte er in Wien, München und Salzburg. Von 1946 bis 1950 war er an der Volks- und Staatsoper Wien in 17 verschiedenen Opern und Operetten zu sehen und zu hören – u. a. 36-mal als Sándor Barinkay, 33-mal als Max im Freischütz, 18-mal als Turridu und 15-mal im Bettelstudenten.[2] In Wien sang er auch den Pinkerton (in Madame Butterfly), den Don José (in Carmen), den Erik (im Fliegenden Holländer) und die Titelpartie im Lohengrin. 1947 war er bei den Salzburger Festspielen erneut als Matteo besetzt, 1949 spielte er im Film Dreimal Komödie. 1955 beendete er seine sängerische Laufbahn und übernahm eine Leitungsfunktion bei der Deutschen Grammophon.
Er starb am 28. November 1991 in München.
Tonträger (Auswahl)
- Arabella, 1942 Salzburger Festspiele – Clemens Krauss, mit Theo Herrmann (Graf Waldner); Luise Willer (Adelaide); Viorica Ursuleac (Arabella); Trude Eipperle (Zdenka); Hans Reinmar (Mandryka); Horst Taubmann (Matteo); Franz Klarwein (Graf Elemer); Else Böttcher (Die Fiakermilli). Myto
- Idomeneo, Titelpartie, Nixa
- Nelson-Messe, Haydn Society
Quellen
- Kutsch/Riemens, Band 7, S. 4659f