Hotel Duisburger Hof
Hotel in Duisburg, Deutschland
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Das Hotel Duisburger Hof (in den 1990er Jahren Steigenberger Duisburger Hof; seit 2013 Wyndham Duisburger Hof; Adresse Opernplatz 2) ist eine denkmalgeschützte Hotelanlage im nordrhein-westfälischen Duisburg. Im Haus wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die britischen Besatzungsbehörden untergebracht.

Geschichte
Das Hotel Duisburger Hof geht auf die unmittelbare Nachkriegszeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück. In Duisburg hatte man den Bau der Stadthalle in der Nachbarstadt Stadthalle Mülheim an der Ruhr verfolgt, die vom Architektenbüro Pfeifer & Großmann realisiert worden war. Im Jahr 1922 wurde vonseiten der Hotel- und Bürohaus Duisburg AG, unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Karl Jarres ein Wettbewerb gestartet, an dem sich in der Region geborene oder hier ansässige Architekten beteiligen durften. Ziel war eine Hotelanlage, die als „Treffpunkt für die Großindustrie und ihre Gäste“ dienen sollte. Einsendungen umfassten unter anderem Entwürfe von Emil Fahrenkamp und Martin Dülfer. Hans Großmann aus Mülheim wurde schließlich mit der Bauausführung beauftragt.[1]
Zwischen 1926 und 1927 wurde das Hotel errichtet. Insgesamt wurden für das Haus fast sieben Millionen Reichsmark ausgegeben. Die Einweihung fand am 28. Juni 1927 statt. Im Jahr 1928 wurde das Gebäude um ein Drittel vergrößert, als man einen dritten Flügel entlang der nördlich gelegenen Lahnstraße im Wasserviertel anbaute. Vonseiten der Deutschen Rundschau wurde der Bau als eines der „schönsten und elegantesten Hotels des Kontinents“ bezeichnet. Dabei wurden zunächst nur zwei der drei Geschosse vom Hotel genutzt. Im dritten Geschoss waren Teile der städtischen Verwaltung untergebracht.
Für die Ausstattung des Hauses griff man auf verschiedene Künstler zurück. So schuf Victor Lurje die Jahreszeiten-Bilder in der großen Tee-Halle, Paul Speck ergänzte hier die Keramikkamine und die Düsseldorfer Maler Fritz Burmann, Richard Gessner und Werner Peiner malten die Wandbilder im Weekend-Saal auf japanischer Rohseide. Der Duisburger Hof gehörte zu den wenigen Gebäuden in der Duisburger Innenstadt, die während des Zweiten Weltkriegs nicht zerstört wurden. In der Folge wurde hier 1945 die örtliche Besatzungsverwaltung der Amerikaner und später der Briten untergebracht. Hier war auch die sogenannte Brücke zu finden, in der die Deutschen nach dem Krieg an die Errungenschaften der Demokratie herangeführt wurden. Damit ist das Hotel eng mit der Städtepartnerschaft Duisburg-Portsmouth verbunden.[2]
Nach dem Abzug der Briten wurde das Hotel komplett umgebaut. Hierbei entfernte man auch die Ausstattung der Errichtungszeit weitgehend. Unter anderem wurden auch die Raumhöhen durch Absenken der Zimmerdecken verändert. Zu den Gästen des Hotels zählten in den 1990er Jahren Götz George, Richard Clayderman, Harry Belafonte, Thomas Gottschalk, Milva, Heidi Kabel, Lew Kopelew, Michail Gorbatschow, Ivan Rebroff und Eberhard Feik. In dieser Zeit war die Anlage Teil der Steigenberger Hotel Group. Im Jahr 2013 ging das Hotel an die US-amerikanische Kette Wyndham Worldwide über. Derzeit (Stand: 2026) wird die Außenfassade des Hotels renoviert. Das Hotel ist seit dem 24. November 2006 unter der Nummer 558 in die Denkmalliste der Stadt Duisburg eingetragen.
Beschreibung

Der Duisburger Hof präsentiert sich als dreiflügeliger Hotelbau in Stahlbetonbauweise. Insgesamt weist die Anlage vier Geschosse auf, für die Decken verwendete man den noch kaum getesteten Gussbeton. Der Komplex erstreckt sich entlang der Neckarstraße und wird von einer Front mit 24 Achsen gebildet. Über die unterschiedlichen langen Seitenflügel an der Lahn- und der Landfermannstraße entsteht ein Innenhof. Besondere Bedeutung für die Einordnung als Baudenkmal hat die Außenfassade, die aus gesägten Muschelkalkplatten besteht. Dabei wurde die mindere Luftqualität im Ruhrgebiet mit einberechnet, durch die die Oberflächen eine metall-braune Patina erhalten sollten.
Die Fassadengliederung übernimmt ein über die gesamte Breite laufender Rautenfries, der in regelmäßigen Abständen von kleinen Köpfen unterbrochen wird, die die vier Erdteile symbolisieren. Darüber finden sich halbrunde Lünetten, wie sie auch in der Mülheimer Stadthalle verbaut wurden. Die hohe Sockelzone wird durch ein umlaufendes Gesims von den Geschossen getrennt. Es wird von mehreren plastischen und stilisierten Palmetten sowie floralen Arrangements unterbrochen. Ursprünglich schloss der Bau mit einem flachen Walmdach ab, das von Schleppgauben durchsetzt war. Den Haupteingang an der Neckarstraße betritt man durch einen kubischen Portikus.
Von der ursprünglich belegten Ausstattung der Räumlichkeiten hat sich heute nur noch wenig erhalten. Mehrere Hallen im Inneren waren mit Langensalzaer Travertin ausgestattet, daneben spielte Kelheimer und Solnhofener Kalkstein eine herausragende Rolle. Immer wieder griff man auch auf Venezia-Spiegel zurück, um die Raumwirkung zu vergrößern. Die Holzarbeiten wurden von den „Deutschen Holzkunstwerkstätten“ in Bremen vorgearbeitet. Besonders Kirschbaum- und kaukasisches Edelnussholz wurde im Inneren verbaut. Der Innenhof war mit Majolikafliesen versehen. Daneben war die Anlage für ihre modernen Einbauten bekannt. So wurde unterhalb des Innenhofs in einer Zisterne Wasser gesammelt.[3]
Literatur
- Monika von Alemann-Schwartz: Die Architekten Pfeifer & Großmann. Bauten und Entwürfe 1905–1949. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 2022, ISBN 978-3-402-24818-8.
- Paul Joseph Cremers: Das Hotel „Duisburger Hof“. Architekten Pfeiffer & Grossmann – Mülheim-Ruhr. In: Innendekoration, 38. Jahrgang 1927. S. 404–424. (Digitalisat)
- Ohne Autor: Sympathische Eleganz. In: Duisburger Jahrbuch 1993. S. 76–79.