HuCow
Sexualfetisch, in dem Frauen als menschliche Kühe dienen
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HuCow (etwa menschliche Kuh) ist der Ausdruck für eine sexuelle Fantasie und BDSM-Subkultur, bei der Frauen zum Zwecke der erotischen Laktation wie Milchkühe gehalten und ihre Brüste gemolken werden. Der Begriff HuCow (Menschenkuh bzw. menschliche Kuh) ist ein Neologismus und setzt sich aus den englischen Wörtern Human (Mensch) und Cow (Kuh) zusammen.[1]
Fetischmotive
Der Hucow-Fetisch vereint mehrere große Fetische und Kinks: Laktation, Dominanz, Unterwerfung, Objektifizierung, teils sogar Schwangerschaftsfetische und Zuchtfantasien.[1][2] Diese können seitens der Fetischsten sehr unterschiedlich priorisiert werden.[1][2] Während manche Frauen die Bruststimulation durch das Melken als erregend empfinden,[1][2] können manche der Fetischisten durch das Milchtrinken den Wunsch nach Infantilisierung stillen.[1][2] Andere sehen den Reiz darin, dass die erotische Laktation transkulturell stark tabuisiert ist.[1][2] Der Übergang einfacher erotischer Laktation, etwa einem Laktationsporno, in dem von der Brust einer Frau getrunken wird oder diese ihre Milch vor der Kamera spritzt oder abpumpt, hin zu einer Fantasie, in der die Frau als menschliche Kuh dient, ist recht kurz.[2] Hier schließen sich Fetische von sexueller Dominanz, Unterwerfung und Objektifizierung an. Nach Ansicht des US-amerikanischen Philosophs Quill Kukla, sei HuCow-Fetisch schon deshalb als Projektionsfläche geeignet, weil heutige Kühe „die ultimativen Tiere (sind), die speziell für den Konsum produziert werden [...] (und) zu hochgradig künstlich aussehenden Konsumprodukten gezüchtet“ werden.[1][2] Laktation ist jedoch der zentrale Fetisch.[1][2]
Vorkommen
Die Ursprünge der Subkultur lassen sich bis ins Jahr 2011 zurückdatieren.[1] Während das Thema Hucow im Bereich der Video-Pornographie sehr selten zu finden ist,[2] gibt es eine große Zahl Websites und Blogs zum Thema.[2] Hinzu kommt eine große Menge an Bilder (inzwischen insbesondere KI-generiert) sowie erotischer Literatur, die vor allem digital veröffentlicht wird.[2] Der Sexual-Fetisch-Experte Mark Griffiths sieht einen „großen Nischenmarkt für diese Art von Pornografie“.[2] Der regelmäßig aktualisierte HuCow-Subreddit auf Reddit hatte 2018 über 23.000 Abonnenten.[2] Laktationsfetische sind weit genug verbreitet, dass es auch darauf spezialisierte Prostituierte gibt.[2] Die Zahl laktierender Pornodarstellerinnen ist gering.[1][2] Das liegt daran, das nicht viele stillende Mütter bereit sind, in entsprechenden Videos mitzuwirken, während eine induzierte Laktation ein langer Prozess ist auch nicht zwangsläufig funktioniert.[1][2] Daher ist bei manchen Videos die Laktation gefälscht, bzw. wird der Fantasie des Zuschauers überlassen.[2]
Umsetzung
In HuCow-Pornographie und -Beziehungen wird die HuCow vom (meist) dominanten Melker / Farmer unterworfen und (oft unter Zwang) gemolken. Ebenso kann sie von ihm oder „Bullen“ (anderen Männern) bestiegen werden.[2] Die Sexualpädagogin Sunny Megatron gibt dabei zu bedenken, dass es sich um eine Fantasie handelt und „wie jede andere Art von BDSM- oder Fetisch-Spiel wird dies von allen Beteiligten sorgfältig ausgehandelt und einvernehmlich durchgeführt“.[1][2] Reale HuCow-Videos zeigen meist die zu laktierenden Frauen entweder meist in einer Umgebung, die entweder einen Stall oder eine Fabrikhalle imitiert, wo die Frauen meist auf allen Vieren straff über Gestelle gespannt werden, an denen Pumpmaschinen angeschlossen sind, die dann an die Brüste angebracht werden, um diese dann zu melken.[1] Die HuCow-Darstellung kann mit oder ohne eine entsprechende Kostümierung erfolgen.[1] In letzterem Fall kann dies auch entsprechende Accessoires wie Kuhohren-Haarreifen, Ohrmarken, abnehmbare Schwänze und Glockenhalsbänder umfassen.[1]
Triviales
In der Vergangenheit entstanden Aktivisten-Filme, die sich gegen Nutztierhaltung wendeten und zu diesem Zweck Kühe mit menschlichen Frauen ersetzten, die gemolken wurden (etwa The Herd und The Factory). Hucow-Fetischisten brachten in Kommentarbereichen ihren Fetisch hierbei zum Ausdruck.[1]
Literatur
- Heidi J. Nast: Big babies: Neoliberalism, adult male breastfeeding and the marketised maternal, 2018.