Hugo Kreß
Deutscher Jurist und Hochschullehrer
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Hugo Otto Adam Kreß (* 30. Oktober 1874 in Haßfurt; † 23. November 1958 in Siegertsbrunn) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Universitätsdozent. Er amtierte u. a. als Rektor der Universität Würzburg.
Leben und Tätigkeit
Kreß war ein Sohn des Ager.-Sekretärs Johann Kreß und dessen Ehefrau Anna, geb. Schmitt.
Nach dem Besuch der Volksschule in Würzburg und Haßfurt, der Lateinschule in Haßfurt und des humanistischen Augustiner-Gymnasiums in Münnerstadt, an dem er zu Ostern 1893 das Abitur ablegte, studierte Kreß Rechtswissenschaft in Würzburg (1893/1894) und München (1894/1897). Seit dem Studium gehörte er dem Corps Bavaria Würzburg an.
Er wurde an der Münchner Juristischen Fakultät mit einer Arbeit über das Bürgerliche Gesetzbuch zum Dr. jur. promoviert. Die Arbeit handelte eine Preisaufgabe der Fakultät ab und wurde mit summa cum laude bewertet.
1903 wurde Kreß mit einer Habilitationsschrift über Die rechtliche Stellung der Miterben nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche zum Privatdozenten für bürgerliches und römisches Recht an der Universität München ernannt. Zugleich war er in den folgenden Jahren als Amtsrichter beim Amtsgericht München I beschäftigt.
Um 1909 wurde er Staatsanwalt in München, danach Oberregierungsrat im Bayerischen Justizministerium.
Im Juni 1923 wurde Kreß von der bayerischen Staatsregierung der Titel eines Geheimen Justizrates verliehen.
In den 1920er Jahren wurde Kreß ordentlicher Professor für bürgerliches und römisches Recht an der Universität Würzburg. Wissenschaftliche Beachtung fand er vor allem für das von ihm entwickelte Schuldrecht, eine stark individualistische Privatrechtstheorie, die bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts Rezeption gefunden hat.
Politisch galt er als liberal und demokratisch eingestellt. Dennoch schloss er sich 1933 der NSDAP an.
Von 1930 bis 1931 amtierte Kreß als Rektor der Universität Würzburg.[1] Er wurde Ende Juli 1930 von der Gesamtheit der Dozentenschaft der Hochschule für das am 15. Oktober beginnende Amtsjahr 1930/31 gewählt.
Kreß liegt auf dem Münchener Waldfriedhof begraben.[2]
Schriften
- Die Erbengemeinschaft nach dem Bürgerlichen Gesetz- buche für das Deutsche Reich, G. Fischer, Jena 1903.
- Die rechtliche Stellung der Miterben nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche, o. J. [um 1903]
- Besitz und Recht. Eine zivilrechtliche Abhandlung, U. E. Sebald, Nürnberg/Leipzig 1909. (Digitalisat)
- Lehrbuch des Allgemeinen Schuldrechts, München 1929. (unveränderter Nachdruck 1974)
- Lehrbuch des besonderen Schuldrechtes, 1934.
Literatur
- Jürgen Weitzel: Hugo Kreß (1874–1958) und Ernst Hoyer (1890–1955) – Schicksale zweier Würzburger Rechtslehrer in sechs Reichen, in: Peter Baumgart (Hrsg.): Die Universität Würzburg in den Wirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Würzburg 2002, S. 71–84.