Hugo Rudolphy
deutscher Fotograf, Maler und Schriftsteller (1855–1914)
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Hugo Rudolphy (geb. 12. Januar 1855 in Demmin/Provinz Pommern; gest. 10. Januar 1919 in Berlin)[1] war ein deutscher Fotograf, Maler und Schriftsteller.
Lebensweg



Hugo Rudolphy wurde am 12. Januar 1855 als Sohn eines Hotelbesitzers im mecklenburgischen Demmin geboren. Über seinen Lebensweg ist nur wenig bekannt. Seine frühesten bekannten Berlin-Fotos stammen aus dem Jahr 1885, also aus seinem 31. Lebensjahr. Im Jahr 1890 war Rudolphy Mitglied im Berliner Verein zur Förderung der Photographie. Im Berliner Adressbuch erschien Rudolphy als Maler und Fotograf in der Neuen Wilhelmstraße 10 erst ab dem Jahr 1896. Bis zu seinem Tod im Jahr 1919 wechselte Rudolphy sechsmal seinen Atelierstandort.[1] 1897 war sein Studio in der Neuen Wilhelmstraße 9, 1908 bezog er ein neues Atelier in der Dörnbergstraße 7, 1910 befand sein Atelier sich in der Bendlerstraße 18, 1912 zog er in die Kleiststraße 9, 1914 in die Von der Heydt-Straße 15. Zuletzt verzeichnet ihn das Adressbuch im 1915 als „Maler und Fotograf“ in der Schellingstraße 5.
1897 bot sein Atelier „Porträt-, Moment- und Innenaufnahmen“ an und umfasste auch einen Kunstverlag, 1899 kamen „Blitzaufnahmen, Illuminationen und Zeitereignisse“ hinzu. 1900 bot Rudolphy auch „Nachtbilder“, 1901 dann „Aufnahmen jeder Art in und außerhalb des Hauses“ an. 1912 annoncierte Rudolphy, dass er auch „Familienszenen“ fotografiere.[2]
Zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. im Jahr 1897, der so genannten Centenarfeier, gelangen Rudolphy Nachtaufnahmen von festlich beleuchteten Gebäuden; unter den damaligen fototechnischen und fotochemischen Bedingungen, unter denen Nachtaufnahmen Belichtungszeiten von bis zu 25 Minuten erforderten,[3] eine Besonderheit.
Ab 1905 fotografierte er im Auftrag des Märkischen Museums Ereignisse und bauliche Veränderungen im kaiserlichen Berlin; 1908 wurde er alleiniger Nachfolger des circa 1907 „siech gewordenen“[4] und 1912 verstorbenen Berliner Architekturfotografen Georg Bartels (1843–1912), der bis circa 1907 gewissermaßen der Hausfotograf des Märkischen Museums war.[5]
Ein wichtiger Teil der fotografischen Arbeit Rudolphys war die Ereignisfotografie. Seine lebendigen Großstadtszenen und Portraits erschienen in Zeitungen und Zeitschriften wie Berliner Leben, Berliner Illustrirte Zeitung und Die Gartenlaube.[1] Auch in der Zeitschrift Über Land und Meer erschienen Fotos von Rudolphy,[6] sowie in Illustriertes Unterhaltungsblatt: Wöchentliche Beilage zur Thorner Ostdeutschen Zeitung[7] und in Velhagen & Klasings Monatsheften.[8]
Rudolphy stand in Verbindung zu dem Maler, Zeichner und Illustrator Adolph von Menzel (1815–1905), für den er fotografierte und den er auch in Urheberrechtsfragen beriet.[1]
Neben der Fotografie widmete sich Hugo Rudolphy auch der Schriftstellerei. Er war Mitglied im Verein zur Pflege deutscher Dichtung.[1]
Rudolphys letzte Adresse war die Bülowstraße 33 in Berlin. In seiner Todesanzeige wurde „Schriftsteller“ als sein Beruf angegeben.[1]
Das Märkische Museum/Stiftung Stadtmuseum Berlin besitzt das mit Abstand größte Konvolut an Rudolphy-Fotografien; zwischen 1895 und 1911 erwarb es mindestens 463 Aufnahmen.[2]